Joe Bonamassa

An Acoustic Evening At The Vienna Opera

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 20.03.2013
Jahr: 2013
Stil: Blues

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Redakteur(e):

Marc Langels


Joe Bonamassa
An Acoustic Evening At The Vienna Opera, Mascot Label Group, 2013
Joe BonamassaGesang & Gitarre
Arlan SchierbaumKlavier
Lenny CastroPercussion
Gerry O'ConnorStreichinstrumente
Mats WesterNyckelharpa
Produziert von: Kevin Shirley Länge: 101 Min 05 Sek Medium: CD
CD 1:CD 2:
01. Arrival01. High Water Everywhere
02. Palm Trees, Helicopters And Gasoline02. Jockey Full Of Bourbon
03. Jelly Roll03. Richmond
04. Dust Bowl04. Stones In My Passway
05. Around The Bend05. Ball Peen Hammer
06. Slow Train06. Black Lung Hartache
07. Athens To Athens07. Mountain Time
08. From The Valley08. Woke Up Dreaming
09. The Ballad Of John Henry09. Sloe Gin
10. Dislocated Boy10. Seagull
11. Driving Towards The Daylight

Der Name Joe Bonamassa löst bei Blues-Fans momentan überwiegend zwei mögliche Reaktionen aus. Zum einen Freude, dann weiß man, dass es sich um Anhänger des Mannes handelt, den eine Fachpublikation jüngst zum "King of Blues" erkor. Auf der anderen Seite gibt es aber auch diejenigen, die mit den Augen rollen und stöhnen: der schon wieder. Ihnen stößt zumeist das Tempo auf, mit dem Bonamassa Veröffentlichungen anhäuft, seien es nun Studiowerke oder Live-CDs beziehungsweise -DVDs. Diese Blueser nervt der mediale Overkill, da im Zusammenhang mit jeder neuen Scheibe auch wieder Tourneen sowie Titelstories, Interviews und Besprechungen in allen Magazinen anstehen. Ich persönliche gehöre in die erste Kategorie, kann aber die Argumente der anderen Seite verstehen und zum Teil nachvollziehen.

Nun müssen die Kritiker wieder stark sei, denn Bonamassa steht wieder in den Startlöchern. Die Tournee ist wieder in vielen Städten ausverkauft oder kurz davor und mit "An Acoustic Evening At The Vienna Opera" rotiert das neueste Live-Werk in den Playern. Wie der Titel es schon verspricht, hat Bonamassa aber nicht nur einfach seine Band eingepackt und schon wieder eine nur angepasste Setlist veröffentlicht. Vielmehr handelt es sich um einen Mitschnitt seiner vielumjubelten Akustik-Tournee aus dem vergangenen Jahr. Dabei konzentrierte sich der passionierte Les Paul-Spieler auf akustische Gitarre, verwendete Resonator sowie die bei Bonamassa eher ungewohnte Slide-Gitarre und brachte auch damit die Säle zum Kochen.

Dabei legt die soundtechnische Reduktionen zugleich die Wurzeln des Spielstils von Bonamassa offen. Denn im Prinzip ist er ein sehr traditioneller Blueser, der sich häufig den Anstrich und Mantel des Gentleman-Rockers überwirft. Aber auf dieser Tournee präsentierte er sich als sehr zurückhaltender Gitarrist, der sich mehr auf die Geschichten seiner Songs - also deren Seele - konzentrierte als auf das nächste Gitarren-Solo. Und natürlich kann sich Bonamassa hier nicht hinter Effekten und Sustain verstecken, sondern muss seine Soli anpassen, aber das gelingt ihm wieder einmal außergewöhnlich gut. Herausgekommen sind wunderbare Interpretationen seiner eigenen Songs (insbesonderes Sloe Gin) aber auch von Klassikern wie Stones In My Passway (Robert Johnson). In dieser Hinsicht scheinen Welten zu liegen zwischen seinem ersten Live-Album von 2002 und heute und nicht nur wenig mehr als eine Dekade.

Dabei erhalten die Stücke auch durch die gewählte Instrumentierung ein ganz neues Feeling. Denn wo sonst das Schlagzeug recht hart grooved, da legt Lenny Castro hier einen feinen Percussion-Teppich mit viel lateinamerikanischem Flair. Die Keyboards, die sonst Bonamassas Gitarre unterstützen und die Sound-Lücken ausfüllen, werden hier durch Fidel, Banjo, Mandoline und Klavier ersetzt. Dadurch entsteht ein eher keltisches Ambiente, das man so bei den Lieder natürlich noch nie gehört hat.

"An Acoustic Evening At The Vienna Opera" zeigt eine andere Seite an Joe Bonamassa und bietet neue Eindrücke, die man vorher so noch nicht an dem momentan unumstrittenen König des „modernen“ Blues kennt. Zudem werden die Stücke hier in einem neuen Gewand aufgeführt, so dass der Reiz des „Neuen“ tatsächlich vorhanden ist. Mag man auch manchmal an der Veröffentlichungs-„Wut“ des Amerikaners Kritik üben, so trifft dies für dieses Album nicht zu, hier wird dem Hörer etwas wirklich Anderes geboten, so dass "An Acoustic Evening At The Vienna Opera" keine Geldmacherei ist, sondern eine Freude für die Fans der Musik und insbesondere für die, die es verpasst haben, eine Gelegenheit, Versäumtes nachzuholen.

Marc Langels, 18.03.2013

 

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