Joe Bonamassa

Now Serving Royal Tea Live From The Ryman

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.06.2021
Jahr: 2021
Stil: Blues Rock
Spiellänge: 79:52
Produzent: Kevin Shirley

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Plattenfirma: Mascot Label Group

Promotion: Another Dimension


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Deep Purple

Gary Moore

Rory Gallagher

Fleetwood Mac

Jethro Tull

Titel
01. When One Door Opens
02. Royal Tea
03. High Class Girl
04. Lookout Man!
05. Why Does It Take So Long To Say Goodbye
06. A Conversation With Alice
 
07. I Didn't Think She Would Do It
08. Beyond The Silence
09. Lonely Boy
10. Cradle Rock
11. Walk In My Shadow
12. A New Day Yesterday
Musiker Instrument
Joe Bonamassa Gesang & Gitarre
Reese Wynans Keyboards & Hammond
Michael Rhodes Bass
Greg Morrow Schlagzeug
Dannielle DeAndrea Gesang
Jade MacRae Gesang
Rob McNelley Gitarre
Jimmy Hall Mundharmonika

Als im vergangenen Jahr die komplette Live-Touring-Industrie auf Eis gelegt wurde, da kamen zahlreiche Musiker auf die Idee, Konzerte über das Internet auf alle PCs, Macs, Tablets oder Smartphones dieser Welt zu verbreiten. Dafür überlegte er sich aber nicht nur aus irgendeiner Halle oder einem Proberaum zu performen, sondern gleich ein entsprechendes Highlight daraus zu machen. Denn der Gitarrenheld stellte eine One-Night-Only-Show im kultigen Ryman Auditorium in Nashville, Tennessee, zusammen, die es in sich hatte. Menschen aus 44 Ländern sahen sich im September 2020 diesen Live-Stream an, der nun für den physischen Release neu abgemischt und gemastert wurde. “Now Serving: Royal Tea Live From The Ryman” erscheint als CD, DVD, Blu-Ray und Doppel-LP.

Geboten wurden an diesem Abend insgesamt zwölf Live-Tracks, die aus dem Besten seiner letzten Studioveröffentlichung “Royal Tea”, und von seinem Debüt-Album, “A New Day Yesterday“, das im vergangenen Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feierte. Dabei gehörten die ersten zwei Drittel der Show den neuen Songs, die Bonamassa nicht nur in den berühmten Abbey Road-Studios in London aufgenommen hatte, sondern die auch sehr in der britischen Tradition des Blues stehen. Aber wenn die Stücke im Studio manches Mal ein wenig zu smooth wirken, so zeigen sie erst in der Live-Umgebung, was wirklich in ihnen drinsteckt.

Schon der Opener When On Door Opens zeigt die kräftig-furios rockende Seite des Blues, für die Bonamassa seit mehr als 21 Jahren steht. Spätestens wenn der Song ab etwa der Hälfte der Spielzeit Fahrt aufnimmt und Bonamassa und Organist Wynans sich instrumental „duellieren“, sind Assoziationen etwa zu DEEP PURPLE nicht mehr von der Hand zu weisen. Royal Tea zeigt dann nicht weniger musikalischen Biss, High Class Girl hat eine gewisse Laszivität, die Bonamassa mit einem feurigen Solo noch zusätzlich verstärkt. Bassist Michael Rhodes groovt den folgenden Rocker Lookout Man lässig ein, bei dem Jimmy Hall mit seiner Mundharmonika für ein absolutes Highlight sorgt. Why Does It Take So Long To Say Goodbye ist eine klassische Bonamassa-Nummer, deren wunderbare Gitarren-Melodie sich schnell einprägt und ein wenig an Gary Moore erinnert. Aber dieser Song ist so vielschichtig und komplex, dass er wirklich zu den (vielen) besten Liedern des Abends gehört.

Statt anschließend mit den Fans eine reale (wenn ja auch zumeist recht kurze Live-) Konversation betreiben zu können, präsentieren Bonamassa und seine erneut unglaublich exzellente Band dann eben den wunderbar gefühlvollen Track A Conversation With Alice. Wie viel Rocker in Bonamassa steckt, das unterstreicht unter anderem auch wieder bei dem knackigen I Didn‘t Think She Would Do It. Mit Beyond The Silence wird das Tempo dann gedrosselt und die sehr stimmungsvolle Seite von Bonamassa gezeigt, bevor der überraschend beschwingte Lonely Boy den “Royal Tea“-Part der Show zu einem erneut spielerisch furiosen Ende bringt, dabei aber auch die stilistische Bandbreite der Band unter Beweis stellt.

Für den “New Day Yesterday“-Teil hat sich Bonamassa dann drei auf dem Album enthaltene Cover-Songs ausgesucht, von denen der Rory Gallagher-Klassiker Cradle Rock ja immer wieder zum Bonamassa-Live-Repertoire gehört und einfach auch hier wieder in einer Bomben-Version präsentiert wurde. Danach folgt das FLEETWOOD MAC-Stück Walk In My Shadow, ehe der JETHRO TULL-Song A New Day Yesterday diesen denkwürdigen Auftritt beschließt. Auch Bonamassa selbst hat besondere Erinnerungen an diesen Abend: "Ich wollte schon immer eine Show im legendären Ryman Auditorium in Nashville spielen und filmen. Unsere Band hatte die Ehre, dort in den letzten 10 Jahren 8 ½ mal zu spielen. Das Publikum ist immer lebendig und elektrisierend, es hängt an jedem Wort und jeder Phrase. Es fühlt sich an wie der großartigste, intimste Gig, den man je machen wird, aber es sind 2.300 Menschen, die diese Freude und musikalische Reise teilen… Wir haben Euch vermisst. So großartig es auch ist, in irgendeiner Funktion auf dieser Bühne zu stehen, IHR, die Fans, macht es zu etwas Besonderem. Ihr seid ein Teil der Show und ein großer Teil davon. Als diese Show live gefilmt wurde, waren fast 100.000 Augen auf der ganzen Welt vor Fernsehern und Computern auf uns gerichtet, in den verschiedensten Formen. Aber Sie waren nicht mit uns im Raum."

Stattdessen fand das Konzert vor 1.700 Pappaufstellern statt, die individuell gestaltet waren und die Fans repräsentierten. Mit diesem Wissen ist es natürlich irritierend dann zwischen den Stücken auf “Now Serving: Royal Tea Live From The Ryman“ dann plötzlich recht lauten Applaus zu hören. Aber das trägt natürlich zum Live-Feeling der Scheibe bei, denn die Songs wurden ja genau so präsentiert, wie man es von Bonamassa & Co. gewohnt ist. Denn auch wenn die Atmosphäre, Energie und der Enthusiasmus der Fans nicht zu spüren sind bei den Aufnahmen, so ist den Musikern an diesem Abend nichts anzumerken. Sie lieferten wieder einmal einen makellosen Set, der natürlich insbesondere von der Strahlkraft von Bonamassas Spiel geprägt wurde. Das Album zeigt den wohl derzeit erfolgreichsten Blues-Musiker und seine hervorragende Backing-Band in absoluter Bestform. Daher lässt diese randvolle CD wahrlich keine Wünsche offen.

 

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