Joe Bonamassa

The Ballad Of John Henry

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 03.04.2009
Jahr: 2009
Stil: Blues Rock

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Redakteur(e):

Michael Koenig


Joe Bonamassa
The Ballad Of John Henry, Provogue Records/Rough Trade, 2009
Joe BonamassaGuitars, Vocals
Anton FigDrums
Bogie BowlesDrums
Carmine RojasBass
Rick MelickKeyboards, Backing Vocals
Blondie ChaplinRhythm Guitar
Lee ThornburgBrass
David WoodfordSaxophones
Produziert von: Kevin Shirley Länge: 64 Min 30 Sek Medium: CD
01. The Ballad of John Henry07. Happier Times
02. Stop!08. Feelin' Good
03. Last Kiss09. Funkier Than A Mosquito's Tweeter
04. Jockey Full Of Bourbon10. The Great Flood
05. Story Of A Quarryman11. From The Valley
06. Lonesome Road Blues12. As The Crow Flies

Der 31 Jahre alte amerikanische Gitarrenvirtuose JOE BONAMASSA ist inzwischen gar nicht mehr aus der Blues- und Rockszene unseres gesamten Planeten wegzudenken. 2000 (davor spielte er 1994 mit seiner damaligen Band BLOODLINE, in der die Söhne von Miles Davis, Robby Krieger [THE DOORS] und Berry Oakley [THE ALLMAN BROTHERS BAND] mitmachten, ein selbst betiteltes Studiowerk ein) brachte er sein erstes eigenes Soloalbum ’A New Day Yesterday’ auf den Markt. "So, It’s Like That" (2002), ’Blues Deluxe’ (2003) und "Had To Cry Today" (2004) folgten. Mit der 2006 herausgebrachten CD ’You and Me’ und einer Show im Rahmen der Sendereihe ’Rockpalast’ (2006 auf DVD erschienen), sowie mit weiteren Live-Aktivitäten startete BONAMASSA, in den USA längst ein Begriff, dann in Deutschland und dem übrigen Europa durch. 2007 stand der nächste Longplayer ’Sloe Gin’ in den Läden. 2008 ließ er sein, nach ’A New Day Yesterday - Live’ von 2003, zweites Live-Album ’Live From Nowhere In Particular’ von der Leine. Inzwischen schickt sich der von diversen Fachorganen geehrte, von namhaften Kollegen wie B.B. KING und TED NUGENT mit Lob überhäufte und von vielen Leuten mit Legenden wie JEFF BECK, RORY GALLAGHER, JIMI HENDRIX und STEVIE RAY VAUGHAN verglichene oder sogar auf eine Stufe gestellte Gitarrenheld, dem Gibson zudem eine eigene Ausgabe des Models LES PAUL Goldtop spendierte, offensichtlich selber an, ein ganz Großer im Rockmusikzirkus zu werden. Im Februar 2009 erschien sein aktueller Studiooutput ’The Ballad Of John Henry’ auf dem Radar der Musikinteressenten rund um den Globus.

Die Tracklist des Albums lässt sich quasi zweiteilen. Sieben der 12 Titel (The Ballad Of John Henry [John Henry ist ein legendenumwitterter Held der amerikanischen Arbeiterbewegung. Dieser Figur widmeten schon lange vor JOE BONAMASSA etliche berühmte Bluesmusiker eigene Lieder], Last Kiss, Story Of A Quarryman, Lonesome Road Blues, Happier Times, The Great Flood und From The Valley) verfasste BONAMASSA, während die anderen fünf Nummern (Stop! [Greg Sutten & Bruce Bredy für Sam Brown], Jockey Full Of Bourbon [TOM WAITS], Feelin’ Good [Anthony Newly & Leslie Bricusse], Funkier Than A Mosquito’s Tweeter [Aillene Bullock, Schwester von Tina Turner] und As The Crow Flies [TONY JOE WHITE] von fremden Autoren stammen. Letztendlich ist das aber nicht von Belang, da dieser Gitarrenderwisch es mühelos schafft, jeder Nummer seinen ureigenen und unverwechselbaren Stempel aufzudrücken und jede nur erdenkliche Stimmung zu erzeugen. Man erkennt sofort, wer da sein Instrument so meisterhaft beherrscht.

’The Ballad Of John Henry’ packt den Hörer vom ersten Moment an und hält ihn so lange gefangen, bis der letzte Ton verklungen ist. Niemand, der Blues Rock schätzt, entrinnt diesem Vulkan von einem Album. Es ist schier unvorstellbar, welche Intensität und gleichzeitig, wie viel Gefühl Bonamassa in sein Spiel legt. Jeder Ton, den er der Gitarre entlockt, strotzt nur so vor Selbstbewusstsein. Auf diese Art und Weise klingt nur jemand, der ganz genau weis, was er kann und, vor allem, dass er wirklich gut ist. Von falscher Bescheidenheit keine Spur. Die wäre hier auch total fehl am Platze. Gleiches gilt im Übrigen für seinen rauen, trotzdem glasklaren und alles andere als bescheiden daherkommenden Gesang. Beides ergänzt sich perfekt und macht die Musik des Mannes von der Ostküste unverwechselbar. Man muss kein Prophet sein, um JOE BONAMASSA eine große Karriere vorauszusagen. ’The Ballad Of John Henry’ ist sicher der nächste Schritt in diese Richtung.

JOE BONAMASSA liefert mit ‘The Ballad Of John Henry’ einen weiteren Beweis, falls es dessen überhaupt noch bedurft hat, dass seine Gitarrenkunst einfach nicht hoch genug geschätzt werden kann. Es ist atemberaubend, was dieser noch immer relativ junge Amerikaner an Griffbrett- und Saitenakrobatik, sowohl an der elektrisch verstärkten, als auch an der akustischen Gitarre draufhat. Kaum ist das eine Solo vorbei, taucht auch schon der nächste Glanzpunkt der Fingerfertigkeit am Horizont auf. Zu keiner Zeit verliert er die musikalische Kontrolle, sondern gibt die Richtung vor. Alle anderen Beteiligten folgen ihm willig und inspiriert, holen das Beste aus sich heraus und unterstützen ihn dadurch unschätzbar in seinem Bemühen, sich eine Spitzenposition unter den Blues- und Rockgitarristen dieser Welt zu sichern.

Starproduzent Kevin Shirley, der unter anderem AEROSMITH, BLACK CROWES und LED ZEPPELIN auf seiner Referenzliste stehen hat, ist es zu verdanken, dass ’The Ballad Of John Henry’ mit einem fetten und trotzdem differenzierten Sound glänzen kann. Die Songs haben Ecken und Kanten. Von Glattbügelei kann hier zum Glück nicht die Spur einer Rede sein. So, und nur so, hat diese moderne Mixtur aus Blues Rock, Country, Delta Blues, Jazz und auch progressivem Rock produziert zu sein. Basta!

Seine, völlig zu Recht, immer zahlreicher werdenden Anhänger schaffen sich ’The Ballad Of John Henry’ ohnehin an, aber auch für alle anderen Blues- und Rockfans ist diese Platte ganz klar ein Muss. Kaufen!

Michael Koenig, 29.03.2009

 

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