Joe Jackson

Joe Jackson Trio

Live At Rockpalast

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 22.03.2012
Jahr: 2012
Stil: Pop, Rock

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Joe Jackson
Live At Rockpalast, MIG, 2012
Line-Up 1980:
Joe JacksonVocals, Harp
Graham MabyBass, Vocals
Gary SanfordGuitar, Vocals
Dave HoughtonDrums, Vocals
Line-Up 1983:
Joe JacksonVocals, Piano, Organ, Saxophone, Percussion
Graham MabyBass, Vocals
Joy AskewKeyboards, Vocals
Ed RynesdalKeyboards, Vocals
Sue HadjopoulosPercussion, Vocals
Larry TolfreeDrums, Vocals
Produziert von: WDR Länge: 266 Min 00 Sek Medium: DVD

In diesen Tagen wirkt Joe Jackson, den mancher Musikfan möglicherweise schon gar nicht mehr auf der Rechnung hat, immer noch recht umtriebig im Musikgeschäft mit. Für Schlagzeilen sorgt er indes nicht mehr, erstaunliche Albumverkäufe wie einst in den frühen Achtzigern bleiben aus, für gute Kritiken mit seinen diversen Bands und Line-Ups sorgt der smarte Brite aber immer noch.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere, die 1979 mit seinem Debut "Look Sharp!" ihren Anfang nahm, gewährte der WDR Rockpalast ihm Zutritt in die legendäre Essener Grugahalle, kultige Stätte der seit 1977 stattfindenden Rockpalast-Nächte, die seinerzeit europaweit im TV ausgestrahlt wurden. In der Nacht vom 16. auf den 17. April 1983 zauberten also Joe Jackson und seine formidable Band ein Feuerwerk an tollen Songs über den Äther. Jacksons bis heute bekanntestes Album "Night And Day" war gerade erschienen und mit Steppin' out hatte der studierte Musiker sogar einen veritablen Hit im Gepäck, der bis heute einen wohlverdienten Platz im Erwachsenenradio beansprucht.

Das gut abgestimmte Programm des Joe Jackson Sextetts hat bis zum heutigen Tage nichts von seinem Charme verloren und man darf erstaunt zur Kenntnis nehmen, das Joes Lieder nach fast 30 Jahren noch immer ihre Klasse beweisen. Songs wie Is she really going out with him; Sunday Papers; Breaking us in two und vor allem der zauberhaft intensiv vorgetragene Slow song, in den sich Jackson stets so hinreissend vertiefen konnte, sorgen nicht nur für wohlige Erinnerungen, sondern beweisen, dass Jackson schon damals einen untrüglichen Sinn für Qualitätsmusik verinnerlicht hatte.
Seine Liebe zur Motown-Ära kommt im finalen Soul-Medley genauso quirlig zum Tragen, wie seine wilde Sehnsucht zum guten alten Swing, die er in Tuxedo Junction (kennt man von Glen Miller) auf den Ehrensockel hebt.

Die Band, angeführt vom hervoragenden Bassisten und den Meister bis heute treu begleitenden Graham Maby, verzichtet auf einen Gitarristen und setzt auf zwei clever aufeinander abgestimmte Keyboarder, die es glücklicherweise nicht mit aufdringlichen Synthie-Sounds übertreiben, sondern es eher mit traditionell durchwirkten Piano und Orgelsounds halten. Aufregend auch die quirlige Percussionistin Sue Hadjopoulos, die ihrem Schlagwerkarsenal reichlich Interessantes und Lebhaftes abgewinnen kann. Jackson selbst zeigt sich gut bei Stimme, wirkt aufgeräumt, gelegentlich auch zynisch und freut sich schließlich am regen Zuspruch des Essener Publikums. Amüsant, wie Joe zu Beginn des Gigs behauptet, er habe noch nie so viele betrunkene Deutsche auf einen Haufen gesehen.

DVD 2 dieses Doppeldeckers zeigt ein Konzert mit fast identischem Tracklisting vom 21. Februar 1983 aus der Hamburger Markthalle. Es geht die selbe Band an den Start, doch verglichen mit dem europaweit ausgestrahltem Grugahallen-Gig wirkt sie hier zumindest einen Tick gelöster und ungezwungener. Der Sound ist etwas rauer und zielt direkter auf Hirn und Herz.

Der dritte Auftritt im Bunde, eine Aufzeichnung aus dem WDR Studio in Köln vom 14. März 1980, präsentiert eine andere Besetzung. Im Quartett zeigen sich der getreue Graham Maby am Bass, Dave Houghton am Schlagzeug (der aktuell auch wieder mit Jackson arbeitet) und der Gitarrist Gary Sanford (Joan Armatrading, Kirsty MacColl, Aztec Camera), der aber, und das macht diesen Gig zu einem kleinen Ärgernis, kaum zu hören ist. Die Songs aus Hamburg sind einfach schlecht abgemischt, es dominieren neben Jacksons Vocals nur Bass und Drums. Insbesondere die seinerzeit noch aktuell im Saft des britischen Punk und New Wave schmorenden Tracks wie Sunday papers; Friday; Mad at you oder Kinda kute hätten die offensive Energie von Sanfords E-Gitarre sicherlich gut vertragen können. Insofern bleibt diese Aufzeichnung nur ein nettes Zeitdokument aus der Frühphase der Joe Jackson Band.

Insgesamt betrachtet schmälert dies aber weder die musikalische Qualität eines Joe Jackson, noch die Überzeugungskraft dieser DVD, die sich allemal lohnt.

Frank Ipach, 18.03.2012

 

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