Joe Lynn Turner

Sunstorm

"Ich bin Hooked-on-music dankbar..."

( English translation by Google Translation by Google )

Interview

Reviewdatum: 18.04.2009
Stil: Melodic Hard Rock

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Redakteur(e):

Marc Langels


Joe Lynn Turner
"Ich bin hooked-on-music dankbar...", Interview

Joe Lynn Turner ist einer der bekanntesten Sänger im Bereich des harten Rock. So war er schon bei RAINBOW, Yngwie Malmsteen und DEEP PURPLE der Frontmann. Aber er bringt auch schon seit Jahren sehr erfolgreiche und vor allem hörenswerte Solo-Alben auf den Markt. Daneben findet Turner aber auch immer noch die Zeit, bei Projekten wie dem HTP (HUGHES TURNER PROJECT), BRAZEN ABBOT oder aber SUNSTORM für den Wiedererkennungsfaktor "Stimme" zu sorgen. Am 17. April erschien das neueste SUNSTORM-Werk "House Of Dreams". Unterstützt wurde Turner dabei wieder von PINK CREAM 69-Bassist und Produzent Dennis Ward. Des Weiteren sind Uwe Reitenauer (Gitarre, PINK CREAM 69, PLACE VENDOME), Thorsten Koehne (Gitarre, unter anderem DEMON DRIVE, EDEN'S CURSE), Günter Werno (Keyboards, VANDEN PLAS, PLACE VENDOME) und Chris Schmidt (Schlagzeug) dabei. Anlässlich der Veröffentlichung gab uns Turner ausführlich Auskunft über SUNSTORM, seine Karriere und warum er Hooked On Music dankbar ist.

jlt

Hallo Joe, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst, einige Frage zu beantworten. Erzähl uns doch bitte mal, wie es zu dem neuen Release "House Of Dreams" kam.

Die Wurzeln des SUNSTORM-Projekts liegen im Musikkassetten-Tausch und sind das "Baby" von Serafino und den Jungs bei Frontiers Records. Vor ein paar Jahren, als sie noch "nur Freunde und Fans" waren, haben Mario und Serafino auf diese Weise Musik getauscht. Eines Tages gab Mario Serafino eine Kassette, die er über einen Journalisten erhalten hatte. Darauf waren die unveröffentlichten Demos zum zweiten Joe Lynn Turner Solo-Album enthalten. Danach vergingen viele Jahre, aber nachdem Frontiers Records mich unter Vertrag genommen hatten, fragte mich Serafino nach den Songs von dieser Kassette. Ich habe sie also etwas entstaubt und die Jungs von Frontiers haben mich zudem mit ein paar brillanten Songwritern zusammengebracht und daraus resultierte das erste SUNSTORM-Album. Das war so erfolgreich, dass wir uns entschlossen ein weiteres aufzunehmen. Dies ist nun "House Of Dreams" und ich bin sehr froh, dass Frontiers genug an das Projekt glaubt, um es fortzusetzen. Es gibt immer noch genügend Menschen, die diese Art des Melodic Rock immer noch lieben.

Worin siehst Du Unterschiede zwischen dem Debüt und "House Of Dreams"?

Dieses Mal waren wir schon in einem Groove als wir mit der Arbeit begannen, weil wir ja schon ein Album zusammen gemacht hatten. Das Debüt hatte experimentelle Aspekte bei der Zusammenarbeit. Es fühlte sich so an, als müssten wir uns langsam durch den Entstehungsprozess durchtasten. Dieses Mal war die Zusammenarbeit entspannter und angenehmer. Was den Sound betrifft, finde ich beide sehr gelungen. Da habe ich keinen Favoriten.

Warum habt ihr das Material überhaupt als SUNSTORM veröffentlicht? Wäre es nicht leichter und erfolgreicher als ein Joe Lynn Turner-Album zu promoten gewesen?

Das liegt daran, dass es ja gar kein Solo-Album ist, sondern wirklich ein Projekt und daher unter dem Titel SUNSTORM läuft. Und ich bin mir gar nicht so sicher, ob es den Jungs bei Frontiers leichter fallen würde, es unter Joe Lynn Turner zu vermarkten im Gegensatz zu einem SUNSTORM-Album.

Wie kam eigentlich die Zusammenarbeit mit den ganzen deutschen Musikern zustande, die auf "House Of Dreams" zu hören sind?

Das kann ich ehrlich gesagt, nicht sagen. Ich bin mir nicht sicher, ob sie von Dennis Ward (Produzent und Bassist) oder Frontiers Records zusammengestellt wurden. Aber es sind alles großartige Musiker und ich bin sehr froh, mit ihnen gearbeitet zu haben.

Du bist Amerikaner, die Musiker von SUNSTORM stammen alle aus Deutschland, wie funktioniert denn da Arbeit im Studio?

Ich habe meine Parts mit Karl Cochran in seinem Studio in New Jersey aufgenommen, wo ich auch lebe. Den Rest haben Dennis und die anderen Musiker in Europa aufgenommen. Als die finalen Mixe fertig waren, hat Dennis sie mir geschickt. Ich habe dann noch ein paar Anregungen, einige Kleinigkeiten wurden geändert und das Endresultat ist großartig.

Als Du deine große Karriere bei RAINBOW begonnen hast, kamen die Bandmitglieder noch zusammen, haben gemeinsam musikalische Ideen entwickelt. Heute erscheint es so, als würde jeder seine Parts einzeln entwickeln und die Mitmusiker füllen nur noch die Lücken aus. Vermisst Du da eigentlich die alten Zeiten, oder ziehst Du die moderne Arbeitsweise vor?

Ich vermisse tatsächlich Aspekte aus der alten Zeit, eben diese persönliche Zusammenarbeit. Aus diesen Sessions kann manchmal etwas Magisches entstehen. Aber auf der anderen Seite ist die Technik phantastisch und ermöglicht uns Dinge, die früher nur mit wahnsinnigen Kosten möglich gewesen wären. Ich nenne es, "sich über das Wasser die Hände reichen" - die Technik ermöglicht uns zusätzliche Zusammenarbeit mit mehr Künstlern und das kann sehr inspirierend sein.

Gibt es eigentlich Pläne für eine SUNSTORM-Tour? Oder hast Du die Absicht, Songs von den beiden Alben in dein Solo-Set aufzunehmen?

Eine Tournee wäre schon phantastisch, aber derzeit gibt es noch keine entsprechenden Pläne. Wenn es darum geht, SUNSTORM-Songs bei Solo-Konzerten zu spielen, das wäre durchaus denkbar. Ich habe schon viel Feedback von Fans erhalten, die live gerne mehr Songs von meinen Solo-Alben hören möchten. Auch wenn SUNSTORM nicht zu den Solo-Sachen gehört, ist es trotzdem möglich.

Du bist ein vielbeschäftigter Musiker, nicht nur im Studio sondern auch ständig auf Tour. Derzeit bist Du mit einer Band namens OVER THE RAINBOW unterwegs. Was verbirgt sich dahinter?

OVER THE RAINBOW besteht aus ehemaligen Musikern der Band RAINBOW. Neben mir (von 1980 bis 1984 dabei) sind das noch Tony Carey (Keyboards, 1975 - 1978), Bobby Rondinelli (Schlagzeug, 1980 - 1983), Greg Smith (Bass, 1994 - 1997) und Jürgen Blackmore (Sohn von Ritchie Blackmore). Momentan bereiten wir uns gerade auf eine Tour in Japan vor. Aktuelle Infos finden Eure Leser auch auf unserer Seite: http://www.myspace.com/overtherainbowrocks.

Es scheint fast so, als ob jedes Jahr mindestens ein Joe Lynn Turner-Album erscheint. Ist da schon wieder etwas in der Vorbereitung?

Ich schreibe eigentlich ständig Songs für künftige Veröffentlichungen. Ritchie Blackmore nannte das früher meinen "magischen Beutel". Eigentlich trage ich immer musikalische Ideen mit mir herum. Was ein neues Solo-Album anbetrifft, so arbeite ich derzeit noch nicht daran, hoffe aber, später im Jahr anfangen zu können.

Im Laufe Deiner Karriere hast Du schon mit vielen großartigen Musikern zusammengearbeitet, sei es bei RAINBOW, Yngwie Malmsteen, DEEP PURPLE, dem HUGHES TURNER PROJECT, BRAZEN ABBOT und noch vielen anderen. Gibt es da draußen noch Künstler, mit denen Du noch gerne zusammenarbeiten möchtest?

Sicher, da gibt es zu viele, um sie hier alle aufzuzählen; aber besonders mit Leuten aus einem anderen Genre. Zuletzt waren es einige Songwriter aus den Bereichen Country und Filmmusik. Außerdem wäre es toll etwas mit NICKELBACK, DAUGHTRY, MATCHBOX 20 oder MAROON 5 gemeinsam zu machen. Aber ich wäre auch offen dafür, mit R&B-, Rap- und Hip-Hop-Künstlern zu arbeiten, zum Beispiel gefällt mir die Arbeit von Kanye West sehr gut.

Du bist jetzt schon seit fast 30 Jahren im Musik-Business, was motiviert Dich nach so langer Zeit noch?

Es sind vor allem die Fans und die Nachfrage nach der Musik, die mich antreiben. Ich wusste aber immer, dass ich mein Leben lang mit Musik zu tun haben würde. Dabei bin ich Seiten wie hooked-on-music sehr dankbar dafür, dass sie helfen, die Musik am Leben zu erhalten.

Vielen Dank Joe, dass Du Dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten. Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg.

Ich danke Euch und Euren Lesern.

 

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