John Densmore

Music Lovers

( English translation by Google Translation by Google )

Buch-Review

Reviewdatum: 14.10.2021
Stil: Erinnerungen
Autor: John Densmore
Seitenzahl: 208
ISBN: 978-3-85445-681-0
Preis: 20,00 EUR

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Verlag: Hannibal Verlag


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

The Doors

Patti Smith

Bob Marley

Paul Simon

Van Morrison

Janis Joplin


Natürlich profitiert John Densmore auch heutzutage in erster Linie noch davon, dass er der (einstige) Drummer der DOORS ist. So gesehen, ist seiner musikalischer Beitrag zur Musik in den letzten Jahrzehnten eher gering. Allerdings – und das wird in seinem neuen Buch sehr deutlich – kann man auf verschiedenen Ebenen inspirierend sein und gleichzeitig ist es natürlich auch so, dass die Musik der DOORS bist heute ebenso einzigartig wie einflussreich ist, sodass man dem Herrn gern ein Ohr leiht, bzw. ein paar Augen.

 

“Music Lovers“ ist keine Biografie (von denen John bereits zwei veröffentlicht hat), sondern er blickt hier auf die Kontakte mit 24 Persönlichkeiten zurück, die nicht alle aus dem Musikbusiness stammen, die aber allesamt für ihn und sein Leben von großer Bedeutung waren oder noch sind. Inspiration dafür war das Buch “Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen“ (1927) von Georges I. Gurdjieff. Densmore, das wird schnell klar, will hier keine Rock'n'Roll-Geschichte erzählen. Zumal er sich “nicht gerade zu den schnellsten Schlagzeugern“ zählt. Als lebenslanger Jazz-Liebhaber mit einem Hang zu Esotherik und Meditation, sieht er sowohl Musik, als auch das Leben, aus verschiedenen Blickwinkeln.

 

Wichtig ist ihm – in der Musik, wie im Leben - , die Zeit, der Raum. Die Pausen. Auch in der Stille ist Musik, oder diese leistet ihren Beitrag dazu. “Beiträge“ zu Johns Leben lieferten zu Beginn seine Mutter (die bis zum Alter von 92 Jahren ihre Bilder malte) und sein Musiklehrer, der ihm den Vorschlag machte, Schlagzeug zu spielen (zuerst lernte John Klavier und interessierte sich kurzzeitig für die Klarinette). Frühe musikalische Einflüsse kamen von John Coltrane, Miles Davis, Fred Katz, Thelonius Monk, bzw. deren Mitspielern, die dann hier in Form des Schlagzeugers Elvin Jones auftreten, oder auch deren Inspiration, wie dem Sitar-Spieler Ravi Shankar.

 

Natürlich kommen auch Rockmusiker und die Mitglieder der DOORS vor. Ray Manzarek, mit dem er als erstes All Blues von Miles Davis jammte und so wohl die jazzige Grundlage für die Band legte. Oder Lou Reed, mit dem sich Densmore seit den Tagen von VELVET UNDERGROUND, zumindest über die Songtexte, verbunden fühlte. Und es gibt auch Rock'n'Roll. Wenn Densmore sauer ist, weil Van Morrison vergisst, ihn auf der Bühne anzukündigen, oder wenn Willie Nelson ihm gleich zur Begrüßung etwas von “Willies Feinstem“ anbietet. Und er vergisst nicht zu erwähnen, dass die DOORS einst abgelehnt haben, einen Song in “Come on, Buick, light my fire“ für einen Autokonzern umzudichten.

 

Gustavo Dudamel, der “vielleicht größte Dirigent klassischer Musik des 21, Jahrhunderts“, wird uns ebenso nahegebracht, wie der Dalai Lama, dem Densmore “tief in die Augen“ blickt, wie Jim Morrisons Schwester Barbara, die sich durch nichts vom Singen ableiten lässt und der Schriftsteller Robert Bly, der aufschlussreiche Männertreffs inszeniert. Daneben finden sich immer mal Tipps, wie sich den Auftritt Airto Moreiras beim “Modern Drummer Festival 2003“ anzusehen. Oder das Miles Davis' Zitat: “Erst die zweite Note entscheidet darüber, ob die erste gut oder schlecht war“.

 

 

John Densmore hat sich immer Zeit gelassen und genommen. Das drückt sich in seiner Musik und in seiner Lebensweise aus. Und im Zweifelsfall, wird lieber eine Note weggelassen, als eine zu viel gespielt. Nicht nur in dieser Hinsicht erweist sich “Music Lovers“ als ein Ratgeber.

 

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