Jorn

Spirit Black


CD-Review

Reviewdatum: 28.05.2009
Jahr: 2009
Stil: Heavy Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Jorn
Spirit Black, Frontiers Records, 2009
Jorn LandeGesang
Jgor GianolaGitarre
Tore MorenGitarre
Nic AngileriBass
Willy BendiksenSchlagzeug
Produziert von: Tommy Hansen Länge: 40 Min 24 Sek Medium: CD
01. Spirit Black06. Rock 'n' Roll Angel
02. Below07. Burn Your Flame
03. Road Of The Cross08. World Gone Mad
04. The Last Revolution09. I Walk Alone
05. City In Between

Er hat das Timbre von David Coverdale, Phil Lynotts Charme und die Intensität eines Ronnie James Dio – mit diesen Eigenschaften gehört Jorn Lande (früher unter anderem ARK, MILLENIUM und MASTERPLAN) zu den ganz großen Stimmen der heutigen Rock-Musik. Kein Wunder also, dass der Norweger auf fast jedem Projekt (egal ob nun Tobias Sammets AVANTASIA, bei Arjen Lucassens AYREON oder aber im Zusammentreffen der Götter-Sänger bei ALLEN / LANDE) zu hören ist. Aber er bringt auch seit einigen Jahren regelmäßig Solo-CDs raus, auf denen er seiner Vorliebe für den Heavy Rock der 70er-Jahre frönt. Auch “Spirit Black“ atmet wieder den Geist dieser Zeit, als die DEEP PURPLE, RAINBOW, WHITESNAKE, URIAH HEEP oder BLACK SABBATH die Musik-Szene dominierten.

Schon das Drum-Intro erinnert an Vinny Appice (unter anderem DIO und BLACK SABBATH) und macht klar: hier wird ganz schwerer Stahl geschmiedet. Und in den folgenden Minuten zaubert seine Begleitband Lande wieder einen fetten Teppich aus stimmigen Metal-Tracks, über dem dann der Meister seine unvergleichliche Stimme in das rechte Licht rücken kann. Und das tut Lande dann auch wieder wahrhaft meisterlich. Bereits der Opener ist eine deutliche Verbeugung vor den frühen DIO-Werken. Dies geht sogar soweit, dass der Lead-Gitarren-Sound dem damaligen von Vivian Campbell angepasst wurde. Und so geht es auch bei den anderen Stücken weiter, hier wird gehuldigt, ohne sich unter Wert zu verkaufen. Beim zweiten Song Below klingen im Solo dann leichte Reminiszenzen an QUEEN und Brian May an, wenn auch das Stück besser zu URIAH HEEP oder THIN LIZZY gepasst hätte.

Was JORN jedoch auf seinen Solo-Werken weiterhin fehlt ist ein richtiger Hit. Ein Holy Diver würde Lande und seine Band sicherlich einen weitaus größeren Fankreis erschließen. Dies war auf den früheren Alben anders: “Worldchanger“ hatte Bridges Will Burn; Young Forver und Something Real veredelten “Out To Every Nation“ (neben dem ebenfalls exzellenten Titeltrack) und “The Duke“ wusste durch We Brought The Angels Down, Stormcrow und Duke Of Love zu überzeugen. Am ehesten ist auf dem neuen Album der Titeltrack Spirit Black selbst dazu angetan, neue Fans in seinen Bann zu ziehen und eine Art Mini-Hit abzugeben. Dennoch wäre jeder Musikliebhaber schlecht beraten, würde er die restlichen Songs ignorieren. Denn im Gegensatz zu den vorhin genannten Scheiben weist “Spirit Black“ keinen einzigen Ausfall auf.

Ähnlich wie beim letzten Studiowerk “Lonely Are The Brave“ gibt es auch auf “Spirit Black“ wieder wenig Zeit zum Verschnaufen, denn Balladen sucht man erneut vergebens. Erneut ist es JORN gelungen, authentischen Heavy Rock zu kreieren, der nicht verstaubt klingt, sondern gleichzeitig der Tradition und der Moderne verpflichtet ist. Zudem gelingt ihm der heikle Drahtseilakt, sowohl Anklänge an die Vorbilder zuzulassen, aber nie wie eine Kopie zu klingen, sondern immer deutlich JORN.

So detailgetreu und überzeugend frönt heute niemand außer JORN dem Spirit des Heavy Rock der 70er Jahre mehr. Jedes Riff, jede Note, jede Melodie atmet die Atmosphäre der großen Zeit und auch wenn “Spirit Black“ kein Smoke On The Water, kein Stargazer, Fool For Your Lovin’ oder Look At Yourself vorweisen kann, so gibt es doch auch keinen Ausfall zu verzeichnen. “Spirit Black“ ist wieder ein sehr gutes Album des exzellenten Sängers.

Marc Langels, 22.05.2009

 

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