Journey

Live In Japan 2017: Escape + Frontiers

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 12.04.2019
Jahr: 2019
Stil: Rock/Progressive Rock
Spiellänge: 130:00
Produzent: Geoff Kempin & Terry Shand

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Plattenfirma: Eagle/Universal


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Neal Schon

Steve Perry

Titel
CD 1 - “Escape“:
01. Don‘t Stop Believin‘ - Intro
02. Don‘t Stop Believin
03. Stone In Love
04. Who‘s Crying Now
05. Keep In Runnin‘
06. Still They Ride
07. Escape
08. Lay It Down
09. Dead Or Alive
10. Neal Schon – Guitar Solo
11. Mother, Father
12. Jonathan Cain – Piano Solo
13. Open Arms
 
CD 2 - “Frontiers“:
01. Seperate Ways – Intro
02. Seperate Ways (Worlds Apart)
03. Send Her My Love
04. Chain Reaction
05. After The Fall
06. Faithfully
07. Edge Of The Blade.
08. Steve Smith – Drum Solo
09. Back Talk
10. Frontiers
11. Rubicon
12. La Raza Del Sol
13. Lovin‘, Touchin‘, Squeezin‘
Musiker Instrument
Neal Schon Lead Guitar, Backing Vocals
Ross Valory Bass Guitar, Backing Vocals
Jonathan Cain Keyboards, Ryhthm Guitar, Backing Vocals
Steve Smith Drums
Arnel Pineda Lead Vocals
Additional Musician:
Travis Thibodaux Keyboards, Backing Vocals

Unlängst TOTO und FOREIGNER, die ganzen Mainstream-Giganten kommen mit Live-Alben – gleich als CD + DVD/Blu-ray Package – heraus, wer kann da noch fehlen? Ganz klar: JOURNEY.

Besonders durch Don‘t Stop Believin‘ in den letzten Jahren immer noch präsent und dann haben die Mannen um Star-Gitarrero Neal Schon es natürlich auch geschafft, mit Arnel Pineda einen Sänger an Land zu ziehen, der zumindest stimmlich dem Original-Sänger Steve Perry sehr, sehr nahe kommt. So gesehen, fährt man wahrscheinlich nicht schlecht, wenn man sich hier auf die Audio-CDs konzentriert und sich von seinem Hirn vorgaukeln lässt, man befände sich bei einem JOURNEY-Konzert Mitte der 1980er Jahre.

Musikalisch geht‘s auch genau darum, denn man hat sich der aufgekommenen Sitte angeschlossen, ganze Alben im Konzert zu spielen. Objekt(e) der Wahl sind zwei der – wenn nicht die – erfolgreichsten Alben der Band: “Escape“ (ganz klar) und “Frontiers“ (aus meiner Sicht zumindest diskussionswürdig). Location der Wahl, hier ging man kein Risiko ein, war Japan, und hier konnte es ja nur das legendäre Budokan sein.

Wir schauen uns das natürlich trotzdem primär auf DVD an, wo es schon die Möglichkeit gibt. Mit einem Showopener wie Don‘t Stop Believin‘  ist die Ernte quasi schon eingefahren und mindestens die ersten Augen feucht. Selbst vor dem Bildschirm verursachen Jonathan Cains Piano-Akkorde ein leichtes Schauern. War mir bisher gar nicht aufgefallen, dass der der Bassist im Intro die tiefen Töne mitspielt. Schon wieder was gelernt.

 Es fällt auf, dass die Bühnengestaltung recht spartanisch gehalten ist und der Fokus offensichtlich auf der Musik liegt. Trotz der eingängigen Balladen-Hits der Band, sind ja da auch wirklich progressive Nummern im Programm, die man nicht einfach so nebenbei runterdudeln kann. Aber so eine Truppe kriegt das natürlich gebacken. Hier und da übertreibt es mir Neal Schon zwar mit seiner Virtuosität, aber die meiste Zeit ist es einfach nur beeindruckend, was der scheinbar mühelos auf seinem Griffbrett veranstaltet und welche Sounds aus seiner Gitarrenanlage kommen. Auf der anderen Bühnenseite überzeugt Jonathan Cain (einst auch bei THE BABYS und BAD ENGLISH zu finden) ein ums andere Mal mit seinem Piano und Orgel-Spiel, bzw. schnappt sich gelegentlich auch die Rhythmus-Gitarre.

Ross Valory (Gründungsmitglied!) verweist mit seinem völlig unmodernen Jackson-Bass optisch am deutlichsten auf die 80er (Schons Sonnenbrille vielleicht ausgenommen), ist spielerisch aber absolut auf der Höhe der Zeit und auch seine Background-Vocals sitzen. Wie der Gesang der gesamten Band überhaupt erstaunlich gut kommt. Große Hilfen sind keine an Bord. Ausnahme: ein zusätzlicher Keyboarder, dezent im Halbdunkel.

Gezogen wird das Schiff aber vom Lead-Sänger Arnel Pineda, der zum Zeitpunkt des Konzertes auch schon 10 Jahre bei JOURNEY ist. Tja, was soll man sagen? Da hüpft da dieser laufende Meter über die Bühne und macht sich die Emotionen zu eigen, die Steve Perry zweifellos mit seinem eigenen Herzblut (und - schmerz) auf Papier und in die DNA des Mainstream-Rock geschrieben hat. Man hat ihm gar ein Podest an den vorderen Bühnenrand gebaut, damit er wenigstens ab und zu mal aus der dritten Reihe zu sehen ist. Ist das nun Gotteslästerung, wenn so einer in die Rolle eines Mainstream-… äh, ja, Gottes schlüpft? Resümee ist wohl: Der Zweck heiligt die Mittel. Die Band kann die Songs spielen und immer noch so klingen lassen, wie frisch aus dem Ei gehüpft, die Fans sie so erleben und der Show tut es gut, dass der Lead-Sänger selbst noch so ein Die-Hard-Fan ist, dass er keinen Teleprompter braucht, weil er die Texte im Schlaf singen kann.

Also macht es letztlich Spaß, diese Songs in so einer – auch klanglichen – Qualität geboten zu bekommen. Klar, an Stone In Love erinnert man sich immer noch gut, aber für einen Rocker wie Lay it Down  (hier übernimmt Zusatz-Keyboarder Travis Thibodaux  absolut beeindruckend den Lead-Gesang) war es wieder einmal Zeit, oder? Cain behämmert die Tasten, Schon – der Meister der Obertöne – wird wieder Mal von der Leine gelassen und überhaupt steigert sich die Band in einen wahren Rausch.

Eine Up-Beat-Nummer, wie Dead Or Alive,  verbindet man heutzutage, wenn überhaupt, wohl kaum noch mit JOURNEY, aber das fetzt mal so richtig!

Mit seinen ganzen Gitarren-Sounds, kann Neal Schon schonmal an U2 erinnern. Wenn auch seine Finger um Lichtjahre schneller flitzen, als die von The Edge. Was er in seinem eigenen Showteil auch demonstrieren darf. Es sei ihm gegönnt, denn er ist schon einer der wenigen wahren Meisters seines Fachs.

Auf “Frontiers“ wurde mir die Band stellenweise doch zu mainstreamig, doch live, in Ton und Bild, geht da doch mehr, als ich erwartet hätte. Schon allein, weil die Perfektion der Band so groß ist. Auch weil auch hier harte, treibende Rocker, wie Chain Reaction zu finden sind und weil Schon beim Solo von Edge Of The Blade nicht, wie auf der Studioplatte, ausgebldendet wird.

In diesem zweiten Teil der Show kriegt Steve Smith die Gelegenheit für ein kurzweiliges Drum-Solo. Sollten sich Schlagzeuger ruhig mal ansehen, wie man so etwas interessant gestalten kann. Interessant zweifellos auch das vertrackte Frontiers (wieder mit Thibodaux am Gesang). So etwas muss man live erst einmal hinkriegen.

Der Set endet natürlich mit Rubicon, was aber ebenso natürlich eine Zugabe erfordert. Hierfür hat man zunächst La Raza Del Sol ausgewählt. Einst B-Seite der Still They Ride-Single ist auch das eine tolle und interessant gemachte Rock-Nummer. Wenige Bands haben melodiöse Eingängigkeit mit solch präziser, ja, fast jazziger und progressiver Spielfertigkeit vereinen können, wie JOURNEY. Das demonstrieren sie noch einmal überzeugend.

Dass das bluesige Intro zum finalen Lovin‘, Touchin‘, Squeezin‘ vor dem Fernseher etwas überdehnt wird und zu einem Jam gerät, sei ihnen gegönnt. Dem Publikum hat‘s gefallen und auch vor dem Bildschirm wippt man am Ende hin und her. “Naa-na-nana-na Nana-na-naa-na...“

Zusatz-Material ist keines enthalten, aber über zwei Stunden Musik auf höchstem Niveau sollten einem auch genügen.

 

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