JP Den Tex

Bad French


CD-Review

Reviewdatum: 21.10.2007
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Steve Braun


Bad French, CoraZong Records, 2007
JP Den Tex Vocals, Acoustic Guitars
Jac Bico Electric Guitars, Pedalsteel-Guitar
Leon Klaasse Drums, Percussions
Bart De Ruiter Bass, Backing Vocals
Bart Van Poppel Hammond Organ
Gäste:
Krista Detor Vocals (on: For You)
Produziert von: Sander Janssen, Theo Vogelaars Länge: 45 Min 29 Sek Medium: CD
1. Bad French8. For You
2. Within Narrow Bounds9. Chatting With Rachmaninoff
3. Still Crazy About The Future10. The Lights Of Phoenix
4. American Tune11. River Of Hope
5. Christmas In August12. The Missing Season
6. Cool Kids (Have Feelings Too)13. For You [Bonus With Krista Detor]
7. Sad Eyes (Like Lake Superior)

Wieder so ein Album, daß ich mir erarbeiten mußte, aber gerade diese verquasten Dinger haben dann einen ganz erstaunlichen "Nährwert". Jan-Piet, genannt JP, Den Tex nennt seine Melange "Europicana": Rootsy-Rock und Singer/Songwriter-Traditionen werden mit kleineren Chanson-, Country- und Blues-Sprengseln versetzt - fertig ist eine einzigartige Musik, die, von einer brüchig-herben Stimme begleitet, seinesgleichen sucht. Nach dem ersten Hören wird mancher geneigte Leser vielleicht diese CD beiseite legen, aber "Bad French" hat eine Chance verdient! Es kommt auf den richtigen Moment, die richtige Stimmung an. Der Name seiner Begleitband THE EMOTIONAL NOMADS könnte fast Programm sein .....

Der ursprünglich aus Amsterdam stammende Holländer JP Den Tex hat 1998 sein erstes Album, "Emotional Nomads" benannt, vorgelegt. Dieser Titel wurde zum Namensgeber für seine Band. Im Jahr 2000 folgte Album #2 "Hotel Yankee Tango". "La Jeune Fille Au Cheewing Gum" hieß sein drittes Werk, das er 2004 ohne seine Stammband mit musikalischen Gästen einspielte - und jetzt folgt "Bad French", diesmal wieder mit den EMOTIONAL NOMADS. JP Den Tex beschreibt es äußerst treffend als "a europeen soundtrack to an american roadmovie" - das trifft den Nagel ziemlich genau auf den berühmten Kopf. Was allerdings der Titel dieser CD "Bad French" in diesem Zusammenhang bedeuten soll, erschließt sich mir nicht ganz.

"Bad French" groovt ziemlich locker und entspannt vorwiegend im Mid-Tempo-Bereich - meine geliebte, flirrende Hammond B3 sorgt für wohlige Wärme. Der Titelsong und Opener Bad French beginnt mit einer Strophe ziemlich "schlechten" Französischs und zieht dann [in Englisch] das Tempo deutlich an. Ausgerechnet der American Tune kommt mit deutlichen Chanson-Bezügen daher. Bei Sad Eyes klingt's gewaltig nach Leonard Cohen - aber egal: es hat Stil. Gelegentlich wird es dann aber doch ziemlich seicht, wie bei River Of Hope oder Christmas In August, die Melodien trällern munter, beliebig und austauschbar vor sich hin.
Dafür rockt Still Crazy About The Future fröhlich nach vorne los und For You hat Hitpotential, auch wenn das wahrscheinlich wieder kaum ein Mensch mitbekommen wird. Den stärksten Eindruck hinterlassen bei mir Chatting With Rachmaninoff, das über schöne, eingängige Hooks verfügt, und Within Narrow Bounds, eine schön intrumentierte, stille und wärmende Ballade. Als Bonus-Track gibt's noch einen feinen Re-Mix von For You diesmal im 'Dütt' mit Krista Detor.

"Bad French" ist eine Bonus-CD beigefügt, die sich allerdings nur recht umständlich und mit häßlichen Fingerabdrücken aus einem Schuber im DigiPack friemeln läßt. Es sind bislang unveröffentlichte Songs aus 73er Demo-Sessions zu hören. Vorwiegend zu Piano-Begleitung ist hier ein blutjunger JP Den Tex am Werk, der ganz offensichtlich bereits damals wußte, in welche Richtung er sich entwickeln möchte. Es fehlt allerdings noch deutlich in handwerklichen Bereichen. Interessant sind diese Aufnahmen allemal und eine schöne Zugabe für den Fan.
Fazit: Jan-Piet Den Tex legt ein recht schönes Singer/Songwriter-Album vor, das allerdings nicht immer voll zu überzeugen weiß. Der Holländer hat aber Persönlichkeit und Charakter, setzt sich mutig zwischen alle Stühle und hat es verdient, wahrgenommen zu werden.

Steve Braun, 21.10.2007

 

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