JP Den Tex

La Jeune Fille Au Chewing Gum


CD-Review

Reviewdatum: 14.04.2009
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Frank Ipach


JP Den Tex
La Jeune Fille Au Chewing Gum, CoraZong Records, 2005
Jp Den TexGuitars, Vocals
Jac BicoAll Other Instruments
Marjolein Van Der KlauwBackground Vocals
Produziert von: Jac Bico Länge: 35 Min 14 Sek Medium: CD
01. The Greatest Show On Earth06. Life Without Television
02. Alctraz07. Rendez-Vouz À Deauville
03. La Jeune Fille Au Chewing Gum08. Ophélie
04. Get Yourself Some Light09. So Much For Strangers
05. Toulouse10. Azzuro Blues

Um JP Den Tex´ neuen Albumtitel "La Jeune Fille Au Chewing Gum" verstehen zu können, sollte man ein wenig Hintergrundwissen besitzen.Ganz abgesehen von der profanen deutschen Übersetzung, 'la jeune fille' bedeutet schlicht und einfach 'junges Mädchen', geht es auf Den Tex´Album um Kindheitserinnerungen, in denen sich JP mit der erlebnisreichen Zeit in seinem südholländischen Heimatort Sleeuwijk auseinandersetzt.

In jenem kleinen Kaff, wo die Handelsstrassen von Paris via Brüssel über Antwerpen Richtung Amsterdam ein Hauch von Exotik und Abenteuer hinterliessen, erfuhr der kleine JP die ersten Berührungen mit dem Ungewöhnlichen. Nachhaltig beeindruckt vom regen Treiben der anlegenden Fähren, schnüffelte JP den Duft amerikanischen Touristenflairs bzw. den Rauch Gitane-qualmender Franzosen, die ihre LKW gen Amsterdam steuerten.

Geprägt von diesem amerikanisch-französischen Erfahrungsgut, spiegelt sich JP´s alte Leidenschaft für interkulturelle Bekanntschaften auch in seiner aktuellen Musik, die nicht nur durch französische Textzeilen, sondern auch durch die gezielteVerwendung chansonhafter Muster für frankophile Stimmung sorgt.
Andererseits wird Den Tex´s musikalische Landschaft durch die tief verwurzelte Liebe zu amerikanischer Roots-Musik beinflusst, was sich z.B. im Tex-Mex Flair des Openers The greatest show on earth manifestiert. Ein recht stimmungsvoller Titel im Stile eines Willy de Ville. Den Tex gelingt es im Verlaufe des Albums immer wieder mühelos, europäische mit amerikanischen Stimmungen zu verquirlen und produziert so ein durchaus kurzweiliges Hörvergnügen.

Massgeblich Unterstütztung erfährt er durch den Produzenten und aktiven Multiinstrumentalisten Jac Bico, der dem Protagonisten JP durch geschickten Einsatz diverser Saiteninstrumente wie Mandoline, Pedal Steel, akustischer und elektrischer Gitarren ein farbenprächtiges Setting offeriert. Bicos geschmackvolle Percussion und zurückhaltendes Schlagzeug ergänzen dieses gitarrendominierte Allerlei. Keineswegs unberechtigt weist Den Tex ausdrücklich auf die kongeniale Zusammenarbeit zwischen ihm und Bico hin und betont den sprichwörtlichen Duo-Charakter dieses Albums.

Wir haben es hier mit einem überraschend unprätenziösen und runden Album zu tun, das von Leidenschaft und Liebe zur Musik geprägt wird und nicht zuletzt durch den Schlusstitel Azzurro Blues eine gewisse Verwandschaft zu Mark Knopflers Wurzelforschung "Ragpicker´s Dream" aufweist. Sehr sympathisch und daher absolut empfehlenswert.

Frank Ipach, 14.04.2009

 

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