Jud

"Lest die Songtexte"

( English translation by Google Translation by Google )

Interview

Reviewdatum: 22.09.2008

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Jud
"Lest die Songtexte", Interview

Leider wohne ich nun nicht mehr in der Nähe unserer Hauptstadt, so dass ein Interview mit David Judson Clemmons, dem Kopf und Herz von JUD nicht von Angesicht zu Angesicht möglich war. Aber dafür gibt es ja die Segnungen des elektronischen Datenverkehrs, also beantwortete der Wahlberliner meine Fragen per E-Mail, wobei es natürlich im Wesentlichen um das soeben veröffentlichte Album "Sufferboy" ging.

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HoM: Wann hast Du beschlossen, obwohl die Band sich ja nie aufgelöst hat, JUD zu "reaktivieren"? Wie hat sich die Band (wieder) zusammengefunden?

DJC: Die Flamme war immer am brennen, ich wollte eben, dass die fünfte CD von JUD absolut außergewöhnlich und überragend wird. Zwischen 2000 und 2007 dachte ich einige Male, mit dieser Idee voranzukommen, aber ich ging immer wieder einen Schritt zurück, zwang mich geduldig zu sein. Ich bin jetzt sehr glücklich mit der Band, sie ist mir eine große Inspiration und eine gesunde Herausforderung zugleich.

HoM: Waren die Songs auf "Sufferboy" das Ergebnis eines relativ kurzen Entstehungsprozesses oder trägst Du sie schon lange mit Dir herum?

DJC: Der älteste Song ist von 2001, Chasing The Pain Away, aber die meisten übrigen Songs habe ich zwischen 2006 und 2008 geschrieben.

HoM: Was hat sich verändert von "Perfect Life" bis hin zu "Sufferboy"?

DJC: Ich denke, ich bin jetzt ein besserer Songschreiber und Sänger, ich habe in der Zwischenzeit sehr viel Lebenserfahrung gewonnen und Veränderungen durchlebt, neue Kinder, familiäre Neuigkeiten, den Wechsel des Landes, in dem ich lebe, etwa 200 Konzerte, die Fullbliss Scheibe "Fools And Their Splendor", das Fullbliss Album "Yes Sir", mein Soloalbum "Life In The Kingsdom Of Agreement", mit Fullbliss "This Temple Is Haunted" und ein paar Sampler-CDs. Und das alles zusammengenommen ist eine Menge Erfahrung und ein fortwährender Kampf auf dem Weg zu den Aufnahmen für "Sufferboy"

HoM: Ist JUD eine Ergänzung zu THE FULBLISS, ein zweites Standbein oder einfach ein Ventil zum Dampf ablassen?

DJC: Einfach ein Ausgleich für meine Seele. Es ist ein gutes Gefühl, mehr als einen kreativen Platz zu haben, an dem man seine Gedanken und seine Musik ausbreiten kann. Beide sind für mich gleich wichtig, aber im Moment liegt das Hauptaugenmerk auf JUD.

HoM: Was ist Dir bei "Sufferboy" besonders wichtig und worauf bist Du stolz bei der Platte?

DJC: Volle Energie, keine Abkürzungen! Wir haben alles live eingespielt, analog, alle drei Darbietungen von Jan, James und mir, zu 100%. Und Jon war in der Lage, alles perfekt einzufangen, so dass wir sehr zufrieden damit sein können, wie alles geklappt hat, einschließlich des Artworks. Normalerweise funktionieren ein paar Sachen einfach nicht, aber diesmal haben wir rundum Glück gehabt.

HoM: Wie kam der Kontakt zu Jon Caffery zustande? Wie war die Arbeit mit ihm im Studio?

DJC: Jon hat 2003 den Song The Shores produziert, der dann spatter auch in einer veränderten Version auf "Life In The Kingdom Of Agreement" erschienen ist. Von dieser Zeit an haben wir den Kontakt aufrechterhalten, da wir wussten, dass er irgendwann wieder mit uns zusammen arbeiten will. Wir haben ihn gefragt und er hat ja gesagt, nachdem wir ihm die "Sufferboy"-Demos zugesandt hatten.

HoM: Wie wird es mit JUD weitergehen - als feste Band mit regelmäßigeren Releases oder als zeitweiliges Projekt?

DJC: Es ist nicht möglich, dies jetzt zu beantworten. Die Kreativität wird darüber entscheiden.

HoM: Wie sind Deine persönlichen Zukunftspläne in musikalischer Hinsicht (neben JUD)?

DJC: Ich konzentriere mich jetzt zu 100% auf JUD, aber dabei kommen mir auch Ideen und Songs für andere Sachen in den Sinn, die dann auch an anderer Stelle landen werden. Ich plane aber ein weiteres JUD Album im nächsten Jahr, wenn die Rockgötter es zulassen.

HoM: Wo lebt es sich für Dich angenehmer - in Berlin oder L.A.?

DJC: In meinem Haus..haha.dort, wo meine Frau und meine Kinder sind. Derzeit ist das Berlin, aber das könnte sich in Zukunft ändern, da habe ich derzeit keine Vorstellungen. Ich mag die Mentalität der Europäer in vielerlei Hinsicht, aber ich vermisse auch mein Heimatland, obwohl ich teilweise froh bin, nicht dort sein zu müssen.

HoM: Wo hängst Du in Berlin am liebsten ab?

DJC: In der Badewanne.haha.in Friedrichshain, die meiste Zeit zu Hause, da ich einen Garten hinterm Haus habe und viel Platz um mich zu bewegen. Außerdem habe ich immer zu tun, kaum Zeit zum Abhängen. Aber ich mag den East of Eden Buchladen in der Schreinerstraße 10, die Volckswirtschaft in der Krossnerstraße 17 und die Digitalwerke in der Krossnerstraße 22. Meine ganzen Postsendungen erledige ich von einem kleinen Papierwarengeschäft in der Grünberger Straße aus und manchmal bin ich auch in Bars, aber nicht mehr so häufig.

HoM: Was gibt Dir Kraft und Inspiration für Deine Musik?

DJC: Wenn ich Leute sehe, die unmögliches versuchen, nicht aufgeben. Wenn ich Menschen sehe, die für gute Ergebnisse kämpfen. Gute Filme, gute Musik, mit meinen Freunden entspannen, ohne dabei reden zu müssen. Ich liebe das Leben und versuche, das Beste daraus zu machen, versuche mich auch immer vom Leben selbst inspirieren zu lassen. Wim Wenders, Flight Of The Conchords (amerikanische Comedy-Serie über das fiktive Leben eines neuseeländischen Folk-Duos), Townes van Zandt, usw.

HoM: Hast Du noch ein abschließendes Statement für unsere Leser?

DJC: Lest die Songtexte!

 

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