Jud

Sufferboy

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 12.08.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Sufferboy, Noisolution, 2008
David Judson ClemmonsGuitar & Vocals
Jan HampdickeBass & Backing Vocals
James SchmidtDrums
Produziert von: Jon Caffery Länge: 51 Min 39 Sek Medium: CD
01. Bright White Light08. What Are You Made For
02. Drained09. Asylum
03. Universal10. That's Life
04. Daylight11. Chasing The Pain Away
05. Accelerate12. Satisfy
06. Cowboy Song13. Unless
07. The Maggots

DAVID JUDSON CLEMMONS ist zurück. Ok, für den Hauptstadtbewohner ist das keine wirklich sensationelle Nachricht, ist Berlin doch zur zweiten Heimat für den Musiker aus Richmond, Virginia geworden. Aber nach THE FULLBLISS hat er nun auch sein dunkles, rockiges alter ego namens JUD reaktiviert und mit "Sufferboy" nach sieben Jahren Funkstille das insgesamt fünfte Album eingespielt. Aber der frühere (klangliche) Wüstenstaub und Pathos der Band ist weggeweht, zwar herrschen auch hier große Gesten und Gefühle vor, doch hat sich auf alles ein spürbarer Schatten gelegt, wird Wut, Verzweiflung und manchmal gar Verbitterung deutlich.

Allerdings zieht sich Clemmons, wenn er z.B. mit dem Musikbusiness abrechnet (Universal), nicht in ein Schneckenhaus zurück, sondern lässt den Druck entweichen. Wobei man "Druck" hier wortwörtlich nehmen darf, angesichts der für einen Independent-Act ziemlich fetten Produktion von Jon Caffery (DIE TOTEN HOSEN, EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN), die mit unglaublich dunklem und dennoch differenziertem Sound zu punkten weiß. Anders als bei THE FULLBLISS oder seinen Soloauftritten, gibt es hier keine Zurückhaltung für Clemmons, keine Americana-Zitate und keinen grüblerischen Singer-/Songwriter-Stoff. Die zeichen stehen klar auf Sturm, die vier Buchstaben R - O - C - K werden hier großgeschrieben. Knallharte, schnörkellose Statements zum Gemütszustand nicht nur von Clemmons, sondern auch von unserer Gesellschaft, die sich allzu gern blenden lässt, von falschen Versprechungen, hohlen Phrasen und billigen Maskeraden.

Die Songs sind kompakt, aber dennoch mit vielen kleinen Details versehen, so dass die Scheibe mit jedem Hördurchgang noch wächst und man immer neue Feinheiten entdecken kann, Gleichzeitig bleibt der Eindruck eines geschlossenen und bis zur Schmerzgrenze konsequenten Albums, dessen Intensität man nur bei ganz wenigen Bands in vergleichbarer Form (mir fallen da auf die Schnelle vielleicht KILLING JOKE oder HARMFUL ein) vorfindet. Eine starke Rückkehr eines Künstlers, der nie ganz weg war und in seiner musikalisch ruhigeren Zeit genau hingesehen und Maß genommen hat, um alles in starke Songs umzuwandeln, die eine ungeheuere Energie und Entschlossenheit verbreiten.

Ralf Stierlen, 12.08.2008

 

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