Kansas

Device - Voice - Drum (DVD)

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 06.04.2003
Jahr: 2003

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Kansas
Device - Voice - Drum, SPV, 2003
DVDLänge ca. 105 min
Region:0, PAL
Audio Format:Dolby Surround 2.0, Dolby Digital 5.1
Untertitel:Spanisch
Produziert von:Phil Ehard
KANSAS:
Phil EhartDrums
Billy GreerBass, Vocals, Acoustic guitar
Robbie SteinhardtViolin, Vocals
Steve WalshKeyboards, Vocals
Richard WilliamsElectric and acoustic guitars
Gäste:
The New Advent ChoirDirected by Yergan Jones
String quartett Tirzah Kosche, Cindy Beard, Ann Joyner, Jeanne Johnson-Watkins
1. Intro10. Dust in the wind
2. Belexes11. Cheyenne Anthem
3. Icarus II12. Child of innocence
4. Icarus13. Miracles out of nowhere
5. Song for America14. Point of know return
6. Howlin' at the moon15. Portrait/Pinnacle
7. The wall16. Fight fire with fire
8. The preacher17. Play the game tonight
9. Journey from Mariabronn18. Cary on wayward son

"Device - Voice - Drum", kurz: DVD. Nun haben sich also auch die amerikanischen Progressiv-Dinosaurier endlich dieses Themas angenommen. Dabei hätte es sich die Band relativ einfach machen können und ein paar Shows der letzten Tournee aufnehmen können. Damit wären die Fans sicherlich glücklich und zufrieden gewesen, doch die Band wollte mehr, etwas ganz Besonderes.

So gab die Band am 15. Juni des vergangenen Jahres ein spezielles Konzert im Earthlink Live in Atlanta. Das Earthlink ähnelt einem bestuhlten Amphitheater, und das Publikum umringt die Band zu 270 Grad. Das sorgt für eine dichte, intime Atmosphäre. KANSAS zum Anfassen, sozusagen.

Auch der heimische Betrachter ist sehr dicht am Geschehen dran. Während der knapp 105 Minuten gibt es kaum Aufnahmen, die die Band in der Totalen zeigt. Statt dessen fokusiert die Kamera auf die einzelnen Musiker und lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters gezielt auf den Instrumentalisten, der gerade den entscheidenden akustischen Beitrag liefert. Das hat schlichtweg Klasse, beeindruckt und selbst ein langjähriger KANSAS-Fan kann, so an der Hand genommen und geführt, in den Werken neue Nuancen entdecken.

Das große Manko von KANSAS war in der letzten Dekade die wenig konstante Gesangsleistung von Steve Walsh, mit depremierenden Tiefpunkten, wie "Live at the Whiskey" oder der letzten Europatournee. In Atlanta bot Steve Walsh eine überraschend ordentliche Leistung und wirkt optisch weitaus sortierter und souveräner als erwartet. Stellt sich die Frage, wieviel vom Gesang wirklich live aufgenommen wurde. Ziemlich viel würde ich sagen, da der eine oder andere kleinere Patzer nicht beschönigt wurde. Gehen wir einfach mal davon aus, dass Steve Walsh noch einmal eine Sternstunde erlebte.

Robbie Steinhardt entlastet Steve inzwischen ganz erheblich als Frontman, doch die größte Überraschung dürfte Schlagzeuger Phil Ehard sein. Der hat im Laufe der Show einige ganz feine Momente, die vermuten lassen, dass man ihn bislang etwas unterschätzt hat.

Gitarrist Rich Williams spielt seinen nicht unwesentlichen Part eher solide und zaubert ein paar nette, aber nicht gerade spektakuläre Soli aus dem Ärmel. Ähnlich die Rolle von Bassist Billy Greer, der musikalisch eindeutig das fünfte Rad am Wagen bildet, dies aber dadurch wett macht, dass er Kontakt zum Publikum hält, wenn die Kollegen diesen aufgrund der musikalischen 'Auslastung' vernachlässigen müssen.

Musikalisch liegt der Schwerpunkt auf den episch-symphonischen Werken der Siebziger und erst gegen Ende der Show packt die Band noch ein paar straightere Rocknummern drauf.

Höhepunkte der Performance, weil etwas Besonderes, das man bei KANSAS nicht jeden Abend erleben kann sind The preacher mit tatkräftiger Unterstützung eines Gospelchors und - man höre und staune Dust in the wind. Ein Streicherquartett veredelt die alte Schmonzette, die dadurch vom Arrangement her, sehr dicht an die "Always never the same"-Version heranrückt.

Absolut sehenswert und von hohem Unterhaltungswert sind die Animationen von Animusic als visuelle Untermalung des Intros und im Mittelteil von Miracles out of nowhere.

"Device - Voice - Drum" ist optisch wie musikalisch ein Hochgenuss und kommt verdammt dicht an die perfekte DVD heran.
Lediglich im Mittelteil der Show, nach den Auftritten der musikalischen Gäste erfolgen relativ krasse Schnitte, die etwas den Fluß der Aufführung stören.

Natürlich bietet die DVD noch einige Bonusfeatures. Dabei ragen vor allem weitere Animationen von Animusic und die vorbildlich gestaltete Discographie in Form eines Kurzfilms heraus. Ein "Making of..." bietet zusätzliche Einblicke in die DVD-Produktion wohingegen die Interviews nicht wirklich informativ sind.

Lange Rede, kurzer Sinn: "Device - Voice - Drum" ist eine der überzeugendsten DVDs, die mir bisher untergekommen ist und besser werden wir KANSAS wohl kaum mehr erleben dürfen.

Martin Schneider, 06.04.2003

 

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