Katja Werker

Contact Myself 2.0

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 13.03.2021
Jahr: 2020
Stil: Singer-Songwriter
Spiellänge: 40:05
Produzent: Günter Pauler

Links:

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Plattenfirma: Stockfisch Records


Redakteur(e):

Frank Ipach


s. weitere Künstler zum Review:

Joni Mitchell

Shawn Colvin

Jonatha Brooke

Eva Cassidy

Titel
01. Yes
02. Music Is The Only Language (I Know)
03. Contact Myself
04. No More Prisoner
05. Carried The Cross
06. These Small Crumbs
 
07. Step By Step
08. What The Bird Said
09. Life Goes Up
10. The Streets Of Africa
11. The Boxer
Musiker Instrument
Katja Werker Vocals, Guitar
Gert Neumann Guitars
Hans-Jörg Mauksch Fretless Bass

Es ist nicht das erste Mal, dass Katja Werker nach einer Pause zurückkehrt. Die Höhen und Tiefen des sogenannten Show-Business sind ihr wohlbekannt. Sie hat einiges erlebt. Nun zeigt sie sich gestärkt und präsentiert mit wiedergefundenem Selbstbewusstsein ein wundervolles neues Album namens "Contact Myself 2.0". Vor zwanzig Jahren, als die gebürtige Essenerin ihre erste große Major Company Produktion in Zusammenarbeit mit der BMG Ariola veröffentlichte, geisterte ihr 2000er "Contact Myself" Album als meisterlich eingestuftes Werk durch die Medien und landete gar in den Verkaufscharts.

Zwei Dekaden später, nach unzähligen Live-Gigs und diversen Alben, reüssiert die Wiedererstarkte nun mit einer Neuinterpretation ihres damaligen Erfolgsalbums und lässt ihre Enttäuschungen mit kontraproduktiven und einengenden Business-Haien und Besserwissern weit hinter sich und begibt sich vertrauensvoll in den verständnisvollen Schoß von Stockfisch Records. Aufgepasst, ihr Audiophilen! "Contact Myself 2.0" heißt die Scheibe und kommt als Super Audio CD (Hybrid Disc) und auch als streng limitierte Vinyl-Lp. Getreu dem Stockfisch Motto: "Closer To The Music".

Und tatsächlich, man fühlt sich direkt während des ersten Liedes gefangen genommen von dieser intimen Atmosphäre. Ein Ambiente, das Günter Pauler als StockfischToningenieur seit der Gründung 1974 maßgeblich mitbeeinflusst. Musik, und nur Musik. Unbehandelte Echtheit. Unzählige Singer-Songwriter haben hier ihre Alben eingespielt (u.a. Peter Finger, David Munyon, David Qualey, Werner Lämmerhirt, Martin Kolbe, Ralf Illenberger). Nun auch Katja Werker und ihr kongenialer Gitarrenpartner Gert Neumann (Marla Glen, TRIONOVA, STRINGRAY, ASH CASINO), die die alten Songs bis auf ihr Skelett filettieren, um sie in ihrer sprichwörtlich nackten Schönheit so zu präsentieren, wie sie einst den Küchentisch in Katjas Hamburger Wohnung verließen, um sich den Ideen und Soundvorstellungen der damals Verantwortlichen auszuliefern.

Im Sommer 2020 klingt alles anders. Eskapaden werden unnötig. Niemand redet rein. Alles wird auf das Wesentliche reduziert. Zwei im wahrsten Wortsinne brilliant klingende Akustikgitarren umgarnen den Hörer mit samt-seidigem Klang. Gelegentlich knurrt, schnurrt und maunzt ein Fretless Bass. Dazu gesellt sich Werkers charismatische Stimme, die mit einer eindrücklichen Mischung aus Verlorenheit, Zerissenheit, Zuversicht und Stärke zu Werke geht und die Textzeilen ziemlich direkt in Herz und Hirn des Hörers platziert. Zunächst unscheinbar, weil vordergründig so simpel. Später dann, magisch.

Wer sich beim Hören dieser prächtigen Platte an gestandene Größen wie Joni Mitchell erinnert fühlt, eine leichte Nick Drake Brise durch den Raum wehen hört und auf großartige weibliche Stimmen wie Eva Cassidy steht oder Songschreibenrinnen wie Jonatha Brooke und Shawn Colvin mag, darf sich von Katja Werker und Gert Neumann in eine musikalische Welt entführen lassen, die keine Störungen duldet. Hier wird musiziert. Wer sich fragt, warum Katja Werker so selbstbewusst zurückkehrt, schaut einfach ins Booklet. Auf der ersten Seite steht: "Für R.A. - Du hast mir die andere Seite des Spiegels gezeigt".

 

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