Keith Richards

Keiths Probleme im Jenseits

( English translation by Google Translation by Google )

Buch-Review

Reviewdatum: 22.08.2019
Stil: Rock
Autor: Linus Reichlin
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-86971-191-1
Preis: 20,00 EUR

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Verlag: Galiani Berlin


Redakteur(e):

Epi Schmidt


Keith Richards ist tot. Diese Meldung ging erstmals am 22. August 1967 durch den Äther.

Das hab ich jetzt natürlich frei erfunden, aber Linus Reichlin hat die Geschichte in seinem neuen Buch ja auch erfunden. Insofern hab ich da wenig Skrupel. Dass der STONES-Gitarrero gestorben sei, oder zumindest aller Wahrscheinlichkeit nach, der Nächste wäre, der an irgendwas – vorzugsweise einer Überdosis – stirbt, dieses Gerücht hingegen, geistert seit gut 50 Jahren durch die Pressemeldungen des Musikgeschäfts.

Was wäre aber tatsächlich, wenn? Dieses Problems hat sich der bereits mit dem „Deutschen Krimipreis“ ausgezeichnete Autor Linus Reichlin (manchen vielleicht auch durch “Der Assistent der Sterne“ ein Begriff) in seinem neuen Buch auf absolut unterhaltsame, ja humorige Weise angenommen.

Ich mag Bücher, die ich irgendwo aufschlage, und die mich mit ein, zwei Sätzen in ihren Bann schlagen. Selten passiert das, wie in “Keiths Probleme im Jenseits“ gleich auf der ersten Seite. Das mag an meinem Alter liegen, aber ganz sicher auch, an der lockeren, lustigen und doch realitätsnahen Schreibweise von Reichlin.

Kann es denn wirklich sein, das “lebende Riff“ ist über den Jordan gegangen? Keine Sorge, so leicht stirbt ein Keith Richards nicht. Und wenn doch, dann kehrt er umgehend zurück. Wie und warum das so funktioniert, dafür muss sich Fred Hundt, von Deutschland aus auf den Weg machen, um zum einen ein Versprechen einzulösen und zum anderen seinem Kumpel Ben und Lynn Warwick behilflich zu sein.

Bei was? Ja, nun, das soll nicht im Vorfeld alles verraten werden. Aber was macht man, wenn man tot und beerdigt und doch nicht tot ist? Um als Rockidol und nicht als medizinisches Phänomen der Geschichte erhalten zu bleiben, muss man sich was einfallen lassen. Da kommt einem eine kürzlich erworbene, einsame Insel, der musikalisch nicht unbeschlagene Fred, ein paar Gitarren aus dem Pfandleihhaus,  Verbindungen zu Don Was und Johnny Depp und weitere Gestalten sehr gelegen.

Zwar mutet es etwas arg an den Haaren herbeigezogen an, dass ausgerechnet dieser Fred Hundt Keith Richards mit seinen Songideen so begeistern soll, dass gar ein Album, wenn nicht eine Welttournee und Karriere daraus entstehen könnten, aber das relativiert sich ja letztlich dann doch. So eine hanebüchene Story muss man erst einmal zusammenstricken können. Bei alle Unwahrscheinlichkeit oder auch Wahrscheinlichkeit. Denn Möglich ist im Universum so ziemlich alles. Oder auch nicht. Jedenfalls gelingt es Linus Reichlin perfekt, eine spannende Geschichte zu konstruieren, der man, meist belustigt folgt.

Ich hab jedenfalls kaum eine Seite dieses Buches umgeschlagen, ohne dass mir zuvor mindestens ein Schmunzeln übers Gesicht gerannt wäre. Das wird mal aberwitzig, mal richtig verrückt und grenzt auch mal leicht an Slapstick. Spaß macht es durchgehend. Wer Sinn für Humor hat und sich ein klein wenig in der Rockmusik im Allgemeinen oder bei Keith Richards und den ROLLING STONES im Besonderen auskennt, der hat mit “Keiths Probleme Im Jenseits“ jedenfalls keine Probleme, sondern “Satisfaction guaranteed“.

Und falls doch mal wieder so eine Meldung auftaucht…. Nach der Lektüre von Reichlins Buch nimmt man sie womöglich mit einer gewissen Gelassenheit.

 

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