Kelly Willis

Translated From Love

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 15.07.2007
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Translated From Love, Rykodisc, 2007
Kelly Willis Lead & Harmony Vocals
Chuck Prophet Guitars, Backing Vocals
Greg Leisz Guitars, Pedal Steel
John Ludwick Bass, Upright Bass
Michael Ramos Piano, Organ, Wurlitzer, Moog
Mark Pisapia Drums
Jules Shear, Bruce Robison Backing Vocals
Produziert von: Chuck Prophet Länge: 41 Min 17 Sek Medium: CD
1. Nobody Wants To Go To The Moon Anymore7. The More That I'm Around You
2. Sweet Little One8. Sweet Sundown
3. Don't Know Why9. Success
4. Teddy Boys10. Stone's Throw Away
5. Losing You11. I Must Be Lucky
6. Too Much To Lose12. Translated From Love

Das Schöne an einem Kelly Willis-Album, neben der Musik selbstverständlich, ist immer auch ein Blick in die Fotogalerie auf der offiziellen Website oder ins Booklet. Betörte sie 2002 auf ihrem letzten Album "Easy" noch mit dem natürlichen Charme der süßen Nachbarin von nebenan, gibt sich Frau Willis im Jahr ihres brandneuen Albums "Translated From Love" als leicht spleeniger Vorstadt-Vamp samt magersuchtverdächtigen Körpermaßen.

In den fünf Jahren seit "Easy" kümmerte sie sich, neben der Pflege ihres aparten Äußeren, fast ausschließlich um die Erziehung ihrer Kinder und fand irgendwann einmal auch Zeit und Muße, sich um ein neues Album zu kümmern, welches sie unter tatkräftiger Mithilfe ihres langjährigen Kumpels Chuck Prophet, der hier als Produzent und Gitarrist firmiert, in ihrem Homestudio fertigte. So finden sich auf "Translated From Love" gleich auch eine Handvoll Willis/Prophet Co-Autorenschaften, die hie und da sogar noch mit Songwriterideen von Jules Shear aufgewertet werden.

Das Überraschende und Interessante an Kellys neuem Album dürfte wohl die ausgesuchte und absichtlich eingeforderte Stilvielfalt der zwölf Songs sein. Willis hatte offenbar Lust auf ein wenig Abenteuer. Die zeitweilige Abwendung vom herzerweichend zarten Ton ihres Vorgängeralbums, das einem langen, innigen Country-Kuss glich, zu betont auffälligen Coverversionen wie Adam Greens Teddy boys im Rockabilly-Stil oder die Kirmes-Witz-Nummer Success aus der Feder von Iggy Pop und David Bowie sind so erstaunlich wie gewöhnungsbedürftig.
Natürlich befriedigt Kelly Willis auch wieder die Sehnsüchte aller Fans, die sie als ganz grandios singende Country-Göttin betrachten. So im rasanten Opener Nobody wants to go to the moon anymore oder dem scharf rockenden, von Chuck Prophets und Greg Leisz' Gitarren dominierten I must be lucky. Den Duft einer partytauglichen 60's-Hitparaden-Nummer verströmt das eingängige, wurlitzerverzierte Don't know why, während sie in Losing you und Too much to lose die ach so arg vermißte, schmachtende, zärtliche, zerbrechliche und wundervoll singende Lady gibt.

Kelly Willis spannt also auf ihrem neuen Werk einen so von ihr noch nicht dargebotenen Bogen musikalischen Abwechslungsreichtums, der zunächst dem alten Fan ein erstauntes Schlucken abfordert, dann aber mit Souveränität und Überzeugungskraft immer mehr an Boden gut macht. Lediglich die etwas matte und farblose, bisweilen drucklose Soundinszenierung, die Produzent Chuck Prophet zu verantworten hat, könnte ein wenig mehr Punch gebrauchen. Die Produktion als solche klingt irgendwie etwas gedeckelt.
Ansonsten ein insgesamt feines Album, wenn es bisher in seiner Gesamtheit auch nicht an die Klasse des liebgewonnenen Vorgängers "Easy" heranzureichen scheint.

Frank Ipach, 15.07.2007

 

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