Kingcrow

Insider


CD-Review

Reviewdatum: 02.11.2005
Jahr: 2003

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Kingcrow
Insider, Consytech Limited, 2003
Mauro GelsominiLead and backing vocals
Diego CafollaGuitars, Keyboards, Backing vocals
Ivan NastasiGuitars
Matteo TrinettiBass
Thundra CafollaDrums and percussions
Gäste:
Thunder and Mauro MatteucciAdditional vocals
Valerio CesaroinKeyboards
Produziert von: Consytech Ltd. Länge: 49 Min 08 Sek Medium: CD
1. Friendship7. Lies
2. The project8. The killing hand
3. Temptation9. Stardust
4. Never say die10. Save me
5. Eyes of a betrayer11. Finale
6. Into the cell

KINGCROW kommen zwar aus Italien, klingen aber gar nicht so 'typisch italienisch' wie es ihren Landsleuten von RHAPSODY oder LABYRINTH immer nachgesagt und vorgeworfen wird.

Unüberhörbar liegen die Wurzeln der Band im Heavy Metal der frühen und mittleren Achtziger. Die Gitarrenarbeit erinnert bisweilen durchaus an die eisernen Jungfrauen und mit Temptation hat man auch gleich ein Instrumentalstück in bester Transylvania- beziehungsweise Ghengis Khan-Tradition am Start.

Doch der Blick von KINGCROW schweift von der Insel recht schnell über den großen Teich, hin zu US-Power-Metal-Bands wie T.T. QUICK oder RUFFIANS.

Doch auch dort halten sich KINGCROW nicht all zu lange auf und beginnen diesen Sound vertrackter und progressiver zu interpretieren. Damit ist man schnell bei LETHAL, frühen FATES WARNING oder QUEENSRYCHE angelangt. Ja, "Insider" weckt durchaus wehmütige Erinnerungen an Progressiv-Metal-Frühwerke wie "Awaken the guardian" oder "The warning".

Damit aber nicht genug. Wenn KINGCROW sich ruhigeren Klängen zuwenden, dann erklingen Harmonien, wie man sie schon von PINK FLOYD in ähnlicher Weise gehört hat. Auch die eine oder andere BEGGAR'S OPERA-Scheibe dürfte sich in den Plattensammlungen der KINGCROW-Jungs finden lassen.

Zugegeben, wenn man diese Beschreibung so liest und sie sich genüsslich auf der Zunge zergehen lässt, dann mag das durchaus den Eindruck eines kontur- und zusammenhanglosen Stilwirrwarrs erwecken.

Ich kann euch beruhigen. Dem ist nicht so. KINGCROW schaffen es, diese Stilelemente in einem stimmigen Kontext zusammenzufügen und daraus einen zwar nicht ganz eigenständigen, aber zumindest heute wieder originellen Sound zu kreieren.

Nicht ganz schlüssig bin ich mir, was die Produktion des Albums angeht. "Insider" klingt doch sehr retro und für heutige Hörgewohnheiten etwas angestaubt. Das passt zwar ganz hervorragend zur dargebotenen Musik und sorgt für ein ganz spezielles Flair, ist aber ziemlich sicher in erster Linie auf dem Umfang des verfügbaren Budgets zurückzuführen.

Die instrumentalen Fertigkeiten des Fünfers schreien geradezu nach einem transparenteren Klangbild, doch könnte dies auch durchaus die eigenwillige, leicht spröde Atmosphäre des Albums zunichte machen.

So haben wir letztendlich eine junge aufstrebende Band, die sich auf alte etablierte Tugenden beruft und diese am Leben erhält. Da auch das Songwriting an sich durchaus überzeugend ausfällt, lohnt es sich für Metaller mit einer Affinität zum progressiven Underground durchaus ein paar Euro in dieses Album und damit die Zukunft einer interessanten Band zu investieren.

Martin Schneider, 02.11.2005

 

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