Kiss

40

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 11.06.2014
Jahr: 2014
Stil: Glam Rock
Spiellänge: 123:02

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Mötley Crüe

Poison


Kiss
40, Island Def Jam, 2014
 
Paul Stanley Vocals, Guitar
Ace Frehley Guitar, Vocals
Gene Simmons Bass, Vocals
Peter Criss Drums, Vocals
Eric Carr Drums, Vocals
Vinnie Vincent Guitar, Vocals
Mark St. John Guitar, Vocals
Bruce Kulick Guitar, Vocals
Eric Singer Drums, Vocals
Tommy Thayer Guitar, Vocals
Produziert von: Jeff Fura (Compilation) Länge: 123 Min 02 Sek Medium: CD
CD 1:  
01. Nothin' To Lose 12. You Matter To Me
02. Let Me Go, Rock'n'Roll 13. Radioactive
03. C'mon And Love Me 14. New York Groove
04. Rock And Roll All Nite 15. Hold Me, Touch Me (Think Of Me When We're Apart)
05. God Of Thunder 16. I Was Made For Lovin' You
06. Beth 17. Shandi
07. Hard Luck Woman 18. A World Without Heroes
08. Reputation (Demo) 19. I Love It Loud
09. Christine Sixteen 20. Down On Your Knees
10. Shout It Out Loud (Live) 21. Lick It Up
11. Strutter '78 22. Heaven's On Fire
CD 2:  
01. Tears Are Falling 10. Psycho Circus
02. Reason To Live 11. Nothing Can Keep Me From You
03. Let's Put The X In Sex 12. Detroit Rock City (Live)
04. Forever 13. Deuce (Live)
05. God Gave Rock'n'Roll To You II 14. Firehouse
06. Unholy (Live) 15. Modern Day Delilah
07. Do You Love Me (MTV Unplugged) 16. Cold Gin (Live)
08. Room Service (Live) 17. Crazy Crazy Nights (Live)
09. Jungle (Radio Edit) 18. Hell Or Hallelujah

Man muss nicht alles verstehen. Ich verteidige auch schon Jahr und Tag Keith Richards als guten und einflussreichen Gitarristen, der der Welt einen ganz Schwung an Riffs für die Ewigkeit geschenkt hat und der Rock- und Popwelt einige der Hymnen überhaupt.
Dafür versteh‘ ich KISS nicht. Wahrscheinlich liegt’s daran, dass ich viel zu spät meine Lauscher nach der Band ausgestreckt habe und wenn man einmal das adoleszente Alter verlassen hat, wird’s schwer, sich von Christine Sixteen beeindrucken zu lassen.
Außerdem waren KISS zu Zeiten meiner musikalischen Sozialisation hauptsächlich mit I Was Made For Loving You präsent und das hat einfach zu sehr nach Disco gerochen.
Unbestreitbar gehören KISS aber zu den besten Bands, wenn es darum geht, Kohle zu scheffeln Fast von Beginn an haben sie nahezu alles richtig gemacht. Beizeiten eine KISS-Army ins Leben gerufen (STATUS QUO haben das ähnlich schlau angefangen) und sich so eine treue Anhängerschaft gesichert. Wer erstmal die vier Buchstaben auf der Jeansjacke hatte, der war eingesackt.

Da darf natürlich auch zum 40. Jubiläum kein Album fehlen und so bringt man mit “40“ – Untertitel “Decades Of Decibel“ – eine Best Of heraus, bei der ebenso penibel darauf geachtet ist, dass auch 40 Songs darauf sind, wie darauf, dass die berüchtigten Runen im Bandnamen weder vorne auf dem Cover, noch irgendwo im Booklet zu finden sind. Da geht man auf Nummer Sicher.
Wie gesagt, die Mannen um Gene Simmons und Paul Stanley wussten meist, wie man es anstellt. Musikalisch sind da, besonders in den frühen Jahren, schon recht - gelinde gesagt - durchschnittliche Nummern vorhanden. Die beiden Songs aus dem Debüt sind schon eine sehr dünn zusammengerührte Suppe und weder Sänger noch Instrumentalisten können sonderlich beeindrucken. Das passt alles ganz gut in die Glam- und Bubble Gum-Ecke, jener Tage und wären zu der Zeit nicht bereits gestandene Rockbands – denen KISS später die Butter vom Brot saugten – am Start gewesen, könnte man sagen: Ja, so war nunmal die damalige Zeit. Aber Kaliber wie DEEP PURPLE oder LED ZEPPELIN und auch THE WHO hatten längst gezeigt, wie erwachsen der Rock sein kann.
Was KISS wahrscheinlich nie sein wollten und so wurden Teenie-Songs wie Rock And Roll All Nite (hier in der Live-Fassung vom “Alive!“-Album), God Of Thunder (haben WHITESNAKE hier das Riff für Medicine Man geklaut? Schwer vorstellbar.) und Shout It Out Loud kreiert und die Massen damit begeistert. Bei den dünnen Stimmen und einfachsten Gitarrenparts und Arrangements wunder ich mich aber doch immer wieder, wie die so einen Erfolg haben konnten. Nun, andererseits wurden dadurch wohl Bands wie MÖTLEY CRÜE oder POISON überhaupt erst möglich.

Nun, sei es wie’s will, hier dürfte so ziemlich alles drauf sein, was das KISS-Herz begehrt und hat man erst einmal die 70er hinter sich - und vor allem das unsägliche Hold Me, Touch Me (Think Of Me When We’re Apart) von Paul Stanley! – wird’s zumindest soundmäßig besser. Dem Stampf-Stil und den Anzüglichkeiten bleibt man zwar mit Songs wie Down On Your Knees treu, jedoch immerhin Paul Stanley hat sich gesanglich deutlich verbessert.
Es wird wenig ausgespart, aber die Auszüge aus den folgenden Alben werden dann schon spärlicher und auf der zweiten CD streift man zwar auch die Alben “Sonic Boom“, “Monster“ und “Psycho Circus” mit je einem Song, doch es muss schon mit Live-Tracks – teils unveröffentlicht, man weiß, was man den Fans schuldig ist – aufgefüttert werden, um die 40 vollzumachen.
Detroit Rock City dann ausgerechnet vom vom Melbourner Symphonieorchester geschwängerten “KISS Symphony: Alive IV“ Album, sorgt bei mir nicht unbedingt für Erheiterung. Naja, ich ergötze mich halt dann an God Gave Rock’n’Roll To You. Trotz allem Pathos geht das immer noch.
Bei solchen Zusammenstellungen spielen natürlich immer viele Interessen mit rein. Ich krieg allerdings immer mehr den Eindruck: KISS sind eigentlich eine Balladen-Band.
Alles Gute zum 40.!

Epi Schmidt, 09.06.2014

 

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