Kiss

Destroyer (Resurrected!)

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 24.09.2012
Jahr: 2012
Stil: Glam Rock/Pop

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Kiss
Destroyer (Resurrected), Island Def Jam, 2012 (1976)
Paul StanleyVocals, Guitar
Ace FrehleyGuitar, Vocals
Gene SimmonsBass, Vocals
Peter CrissDrums, Vocals
Produziert von: Bob Ezrin Länge: 37 Min 48 Sek Medium: CD
01. Detroit Rock City07. Shout It Out Loud
02. King Of The Night08. Beth
03. God Of Thunder09. Do You Love Me?
04. Great ExpectationsBonus Track:
05. Flaming Youth10. Sweet Pain (Original Guitar Solo)
06. Sweet Pain

Den richtigen Draht zu KISS hab ich nie gefunden. Als pubertierender 13-jähriger hat mir bestimmt I Was Made For Loving You gefallen, weil es ja auch in die Zeit ganz gut passte und das schreckt mich auch heutzutage nicht ab, jedoch hat es bestimmt bis zu God Gave Rock'n'Roll To You gedauert, bis ich mir freiwillig ein weiteres Lied bis zum Ende anhörte. Eine ganze Platte gar? Ob mit oder ohne Maske - das können sie sich abschminken.
Aber man wird ja nachsichtiger - u. U. "offener" - mit dem Alter und um sicher zu gehen, dass ich da damals nix verpasst habe, hör ich doch mal in die von Original-Produzent Bob Ezrin aufgebrezelte Neuauflage von "Destroyer" rein. "Resurrected" heißt das Teil dann im Untertitel und im Booklet ist Ezrin ganz begeistert von den damaligen Aufnahmen. Was wohl eher seiner Erinnerung an die Zeit, denn an die Qualität der Musiker geschuldet ist.
Interessanterweise hat es neben KISS nur noch eine weitere Band geschafft, eine "Army" als Fanschar bekommen: STATUS QUO. Hier wie da kann man sehen, dass man es auch mit bescheidenen Fähigkeiten weit bringen kann.
Und keiner hatte so einen großen Willen wie Gene Simmons. Nichts war dem Schleckermann größenwahnsinnig genug, um seine Comic-Truppe an die Spitze zu bringen. Der Erfolg gibt ihm recht.

Nun also "Destroyer" noch einmal, nach über 35 Jahren. Zunächst gibt es das ursprünglich geplante Cover mit der brennenden Stadt im Hintergrund - hierzulande zum Glück ohne die peinlichen SS-Runen im Namenszug -, aber musikalisch ist nur Sweet Pain mit dem "originalen Gitarrensolo" als Erweiterung enthalten.
Soundmäßig hat Ezrin wohl was rausgekitzelt, aber ob das ausreicht? Klingen tut es immer noch nach Plastikrock in den 70ern. Das einleitende "Hörspiel" stellt meine Geduld auf die Probe, aber nach anderthalb Minuten geht’s dann doch los und, ja, Detroit Rock City geht gar nicht so übel vom Stapel. Genau genommen haben sich da sowohl MOLLY HATCHET als auch SAXON nicht lange danach großzügig bei dieser Nummer bedient. Handwerklich einfach strukturiert und der Spannungsbogen hängt kurz durch und trotzdem zurecht ein Rock-Klassiker. Wenn auch auf den hinteren Plätzen.
Wie gesagt, trotz Ezrins Engagement ist der Klang nicht überzubewerten. Liegt ja vielleicht auch daran, dass man mit dem auskommen muss, was eingespielt wird. King Of The Night Time World hat ein paar nette Doppel-Leads und einen endlos wiederholten Refrain, womit schon genug über den Song gesagt ist.
Auch God Of Thunder strapaziert meine Geduld mit dem dauerhaft gespielten Riff und keiner merklichen Dynamik. Wäre anderswo nicht aufs Album gekommen.

Bei Great Expectations muss ich zunächst an Steve Harley denken und bis zum Refrain macht dieser Glam Rock Verschnitt auch keine schlechte Figur. Dann sind die Erwartungen aber doch zu groß und das hymnische "you got great expectations" hat damals vielleicht kleine Mädchen angesprochen, aber ansonsten ist das schon etwas schwachbrüstig. Brusthaartoupet hin oder her.
Flaming Youth ist dann mal gar nicht so schlecht. Klingt stark nach SWEET und wäre bei Chinn/Chapman bestimmt um das sinnlose Solo beschnitten worden.
Sweet Pain glänzt dann mit einem publikumswirksamen "Heyhey-heyhey", welcher erneut bis zur Schmerzgrenze wiederholt, womit auch der Song abgehakt wäre. Wo war jetzt eigentlich das Gitarrensolo? Na, kommt ja vielleicht später.
Zwei Klassiker im Werk von KISS folgen mit Shout It Out Loud und Beth. Shout It Out Loud ist wahrscheinlich mit Schuld an der Gründung von MÖTLEY CRUE. Ansonsten? Im Konzert wohl ganz gut mitzugröhlen.
Warum ist jetzt Beth eigentlich so eine Kultballade? Auch nach mehrfachem Hören wird’s mir nicht klar. Erneut bleibt mir nur die Erkenntnis, dass sich von dieser schlecht gesungenen Piano-Ballade bestenfalls minderjährige Mädchen bezirzen lassen.
Do You Love Me hat Kim Fowley mitgeschrieben, wodurch es wohl etwas mehr Schub und Power erhalten hat und ebenfalls im Konzert Spaß machen dürfte. Hier liefert es einen leidlich druckvollen Schlusspunkt für dieses Album.
Ach, halt, da hat Ezrin ja noch was gefunden: Ein zusätzliches Gitarrensolo zu Sweet Pain. Als wenn das jemand bei KISS interessieren würde. Naja, Frehleys leicht windschiefes Gedudel als Solo zu würdigen, ist vielleicht leicht verwegen, aber, hach, es waren halt andere Zeiten und die muss man auch im Kopf haben, dann ist man womöglich mit "Destroyer" leidlich zufrieden. Immerhin wurde die Autostadt Detroit durch den Eröffnungssong sehr passabel von Motown in Rock City umfirmiert. Ist doch auch was.

Epi Schmidt, 22.09.2012

 

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