Kiss

Monster

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 18.10.2012
Jahr: 2012
Stil: Hard Rock, Heavy Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Kiss
Monster, Universal Music, 2012
Paul StanleyGesang & Gitarre
Gene SimmonsGesang & Bass
Thommy ThayerGitarre & Gesang
Eric SingerSchlagzeug & Gesang
Gastmusiker
Brian WhelanPiano (Freak)
Produziert von: Paul Stanley & Greg Collins Länge: 43 Min 38 Sek Medium: CD
01. Hell Or Hallelujah07. Eat Your Heart Out
02. Wall Of Sound08. The Devil Is Me
03. Freak09. Outta This World
04. Back To The Stone Age10. All For The Love Of Rock & Roll
05. Shout Mercy11. Take Me Down Below
06. Long Way Down12. Last Chance

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"You wanted the best, you got the best - the hottest band in the world: KISS", so erklingt es seit Mitte der 1970er Jahre und so schlichen sich Paul, Gene, Ace und Peter Anfang der 1980er Jahre auch in mein Leben. Damals bekam ich von einem Freund “Alive“ und "Double Platinum" und neben AC/DC hatte ich meine zweite musikalische Leidenschaft schon im zarten Alter von neun Jahren entdeckt.

Seitdem sind über 30 Jahre vergangen und mittlerweile bin ich nicht mehr ganz so einfach zu beeindrucken wie damals. KISS haben mehr Besetzungswechsel hinter sich als die prototypische Daily Soap. Mittlerweile sind Thommy Thayer (Gitarre) und Eric Singer (Schlagzeug) in die Rollen und Kostüme von Ace Frehley beziehungsweise Peter Criss geschlüpft und KISS haben geschworen, nie wieder Platten aufzunehmen (Begründung: die Leute wollten doch ohnehin nur die alten Hits hören) und haben diesem Schwur wieder abgeschworen (Begründung: die neuen Songs seien einfach zu gut).

Nun liegt das Resultat vor und hört auf den eindrucksvollen Namen "Monster". Dafür haben sich KISS auf ihre musikalischen Wurzeln besonnen. Einfacher Rock'n'Roll, eingängige Melodien, keine Experimente. Aber die hatte man von KISS ohnehin nicht mehr erwartet, denn meist waren die Resultate von Wagnissen wenig erfolgreich (das offensichtlichste Beispiel bleibt das Konzept-Album "The Elder"). Nun also wieder mehr in Richtung der frühen Werke, so à la "Hotter Than Hell".

Die Band verwendete bei den Aufnahmen altes, analoges Equipment und nahm nicht auf die moderne, digitale Art und Weise auf. Dieses „back to the roots“ macht sich natürlich deutlich bemerkbar und verleiht dem Material eben dieses Feeling wie in den frühen Tagen. Der Sound ist nicht so klinisch perfekt, wie er es sein könnte, aber das würde eben auch nicht zu dem Material passen. Die Songs verlangen quasi nach dieser Rückbesinnung.

Und das "Monster" tönt denn auch schön roh aus den Boxen oder Kopfhörern. Das erinnert manchmal an "Carnival Of Souls" (zum Beispiel bei Freak) aber meist eben an die glorreiche eigene Vergangenheit. Und wenn da schon jemand klauen darf, dann wohl doch das Original. Und einige der Lieder verströmen tatsächlich wieder das Flair früherer Alben, wie etwa das eröffnende Hell Or Hallelujah, das konsequenterweise auch schon regelmäßig bei Konzerten gespielt wurde, ohne veröffentlicht zu sein. Aber auch Shout Mercy oder typische Gene Simmons-Stücke wie Eat Your Heart Out und The Devil Is Me hätten problemlos aus den Alben in der erfolgreichsten Phase der Band gepasst.

Sogar "die Neuen" dürfen hier ihre Spuren im KISS-Kosmos hinterlassen. Sowohl Singer, der seinem Namen alle Ehre macht, und Thayer werden ans Mikrofon gelassen und das nicht nur, um im Background-Chor mit zu machen. Singer bekam von Stanley den Song All For The Love Of Rock & Roll auf den Leib geschneidert und bewährt sich dabei sehr gut. Thayer trug das Lied Outta This World kompositorisch im Alleingang bei und darf es denn auch singen. Gitarrentechnisch spielt er so nah an der spieltechnischen Vorgabe von Ace Frehley wie bisher keiner seiner Vorgänger.

Das große Manko an "Monster" ist die mangelnde sofortige Eingängigkeit. Das Album hat wirklich einige gute Stücke zu bieten, die prototypisch für KISS stehen. Tracks, die Spaß machen und bei den Konzerten der Band sicherlich ihren Platz finden werden. Aber eben auch Stücke, die ein paar mehr Durchläufe brauchen, bis sie sich im Gedächtnis verankert haben. Aber die wirklichen Klassiker-Alben der Band zeichneten sich durch unsterbliche Hymnen aus, die sofort ins Ohr gingen und dort bis zum heutigen Tag verharren, wie etwa Detroit Rock City, God Of Thunder, Shout It Out Loud (von "Destroyer"), I Stole Your Love, Shock Me, Love Gun ("Love Gun"), oder aber Strutter, Deuce, Black Diamond ("Kiss"). Aber das ist etwas, was "Monster" leider fehlt.

An das Niveau von Bandklassikern wie "Destroyer", "Love Gun", "Dressed To Kill" oder "Hotter Than Hell" kann "Monster" nicht heranreichen, dafür fehlen hier einfach ein paar klassische Hits. Aber das 20. Album der Band ist wieder ein sehr solides geworden mit Liedern, die Spaß machen und die der Tradition der Band gerecht werden. Insofern kann man froh sein, dass sie ihren Schwur von vor einigen Jahren gebrochen haben. Und einen neuen Klassiker zu erwarten wäre doch etwas zu vermessen gewesen. Ein wirklich gutes Album ist doch nach fast 40 Jahren auch etwas. Das können die ROLLING STONES sicherlich bestätigen.

Marc Langels, 08.10.2012

 

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