Klaus Doldinger

Doldinger

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 03.05.2016
Jahr: 2016
Stil: Jazzrock, Fusion

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Klaus Doldinger Homepage



Redakteur(e):

Frank Ipach


Klaus Doldingers Passport
Doldinger, Warner Music, 2016
Klaus DoldingerSoprano & Tenor Saxophone
Martin ScalesGuitar
Patrick ScalesBass
Ernst StroerPercussion
Biboul DarouichePercussion
Michael HornekKeyboards
Christian LettnerDrums
Passport Classic:
Curt CressDrums
Wolfgang SchmidBass
Roberto Di GioiaKeyboards
Guests:
Udo LindenbergVocals
SashaVocals
Max MutzkeVocals
Dominic MillerGuitar
Leona BerlinBacking Vocals
Helge SchneiderHammond Organ
Nils LandgrenTrombone
Produziert von: Klaus Doldinger Länge: 69 Min 26 Sek Medium: CD
01. How It Started08. Ovation
02. Abracadabra09. Will-O-The Wisp
03. Jungle Song10. Jadoo
04. Happy Landing11. New Moon
05. Green Lagoon12. Auryn
06. Soul Town13. St. James Infimary
07. Inner City Blues14. Der Greis ist heiß

Achtzig Jahre und kein bisschen leise. Glücklicherweise, darf man da wohl sagen. Klaus Doldinger, den man gemeinhin als Düsseldorfer kennt, obwohl er am 12. Mai 1936 in Berlin geboren ist, präsentiert uns mit seinem schlicht "Doldinger" betitelten Geburtstagsalbum eine wunderbare, zwangsläufig aber recht kurz gehaltene Rückschau auf seine Karriere mit dem alten Schlachtross PASSPORT, mit dem er seit 1971 nimmermüde durch die Welt galloppiert, um all den Jazzrock und Fusion Freunden zu beweisen, dass dieses Genre weiterlebt und längst noch nicht komisch riecht.

Dass der umtriebige Komponist, Arrangeur, Tonmeister und Saxofonist neben all seinen Fernseh- und Filmmusikarbeiten (u.a. Tatort, Ein Fall für zwei, Das Boot, Die unendliche Geschichte) immer noch genügend Zeit fand und weiterhin findet, steht felsenfest für die Magie, Leidenschaft und Lebensfreude, die man als passionierter Musiker beim Ausüben seiner arbeit empfindet. Für Musiker speziell und Künstler allgemein bleibt das bloße Wörtchen 'Rente' deshalb auch weiterhin ein Fremdwort. Kunst war, ist und bleibt ein Lebenselexier.

Der im Herzen unüberhörbar jung gebliebene Großvater Doldinger streift auf seiner vorgezogenen 80. Geburtstagsfeier durch die letzten Jahrzehnte und revitalisiert neben den Interpretationen mit seiner aktuellen Formation, sogar eine seiner alten PASSPORT Inkarnationen mit Curt Cress (Drums), Wolfgang Schmid (Bass) und Roberto Di Gioia (Keyboards). Die alten Kämpen interpretieren Klassiker wie das 1973er Abracadabra und auch Will-O'The-Wisp und Jadoo vom 1975er "Cross-Collateral"-Album.

Und wie nicht anders zu erwarten, klingen die Tracks gut vierzig Jahre später etwas anders als seinerzeit im Frühling. Der Sound, die Struktur, das Arrangement werden sachte modifiziert. Wirklich nicht extrem, aber so, dass die ollen Kamellen wieder frisch, munter und spannungsgeladen klingen. Große Klasse. Eine gute Gelegenheit, sich zum interessierten Gegenhören mal wieder das eine oder andere alte PASSPORT Album vorzunehmen. Die Platten aus den Siebzigern bleiben allesamt lohnenswert.

Die Kompositionen etwas jüngeren Datums werden mit weiteren namhaften Gästen geschmückt. Wir treffen auf Stings alten Gitarristen Dominic Miller, der beispielsweise gemeinsam mit Doldinger die orchesterlastige Originalversion von Auryn aus dem Soundtrack zu "Die unendliche Geschichte" zu einem langsam fließenden, völlig entschlackten Zwiegesräch zwischen Saxofon und Gitarre umgestaltet.
New Moon, der 1982er Mini-Pophit vom "Earthborn"-Album klingt 2016 mit Sasha am Gesang zumindest nicht mehr so schaumig und süß wie ein Teilchen aus der Alan Parsons Project Zuckerbäckerei. Helge Schneider zeigt mit seinem geschmeidigen Hammondorgel-Solo beim alten Louis Armstrong Titel St.James Infirmary auch dem letzten Unwissenden noch, dass er beileibe nicht nur der irre Klaumauk-Helge aus Mülheim ist. Max Mutzke muss inzwischen nicht mehr beweisen wie gut er singen kann und bleibt dem schwülwarm-groovigen Inner City Blues-Original von Marvin Gaye doch recht treu. Gut so.
Und Kläuschens alter Schlagzeuger Udo Lindenberg gibt sich zum guten Schluss mit dem ironisch-verschmitzten Der Greis ist heiß die verdiente Ehre und rundet die aufregende Geburtstagsfeier zum 80. Jahrestag standesgemäß ab.
Happy Birthday, Klaus Doldinger. Ich wünsche noch reichlich Kraft und Energie und jede Menge Inspiration für die Zukunft.

Frank Ipach, 30.04.2016

 

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