Chuck Prophet

Peter Sarrach

Köln, Blue Shell, 24.04.2012

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 27.04.2012
Stil: Roots Rock

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Chuck Prophet, Peter Sarrach,
Köln, Blue Shell, 24.04.2012

Die Zuschauer im gut gefüllten 'Blue Shell'-Club in Köln verspürten am Dienstagabend einen Hauch von San Franciscos "Temple Beautiful", dem Rock-Club, in dem Chuck Prophet einst seine Jugendtage verbrachte und erste Bekanntschaften mit dem Rockbusiness machte. Der inzwischen gereifte und auf satte 10 Studioalben zurückblickende Prophet zauberte mit seiner hervorragenden Band eine prickelnde Rock-Club-Atmosphäre in die gemütliche Kölner Eck-Kneipe und ließ nie einen Zweifel daran aufkommen, seinem fast 2-stündigen Repertoire mangele es an Höhepunkten.

Der Abend wurde leicht und locker vom Kölner Songschmied Peter Sarrach eröffnet, den Insider aus der der Kölner Truppe COWBOYS ON DOPE kennen werden. Sarrach und seine Akustikgitarre gaben mit intensivem Anstrich einige persönlich eingefärbte Visionen diverser Townes van Zandt, Leonard Cohen und David Bowie Songs zum Besten, die der erfahrene Domstädter mit routinierten Eigenkompositionen ergänzte. Unterhaltsam, kurzweilig und absolut in Ordnung.

Chuck Prophets Mission Express legte von Beginn an ein ziemliches Brett vor. Ihr Set rockte derb und kompromisslos, wurde von den zwei exzellenten Gitarren getragen und lebte zudem von der kongenialen Zusammenarbeit des bulligen Bassisten Kevin T White und des eher schmächtigen Drummers Kyle Caprista. Prophets Herzdame Stephanie Finch tupfte mit ihren zarten Vocals und ihrer Sixties Vox-Orgel, wie seit Jahren üblich, psychedelisch anmutende Muster auf die hemdsärmelige Darbietung der gestandenen Männeriege, die mit Zweitgitarrist James De Prato einen virtuose sechs-und zwölfsaitige Ergänzung erfuhr.
Die wenigen, aber dennoch reichlich treffsicheren Solospots De Pratos zeugten von Klasse und Souveränität. Prophets altgediente Squire Telecaster fand in De Pratos Gibson SG und seiner doppelhalsigen DanElectro einen gleichwertigen Partner. Nicht nur das hitverdächtige Castro Halloween vom aktuellen Album "Temple Beautiful" präsentierte sich mit der vollen Wucht zweier gut harmonierender Gitarren.

Chuck Prophet selbst bestätigte einmal mehr seinen Ruf als exzellenter Saitenschwinger, dem es scheinbar mühelos gelingt, auch längere Solopassagen mit seinem unverkennbaren Ton und höchsteigener Stilistik auf Spannung zu halten. Dieser Umstand ist zwar dem alten Fan nicht neu, macht aber immer wieder auf's Neue großen Spaß.

So fanden denn auch die brandaktuellen Songs wie Temple Beautiful (mit bereitwilligem Publikumsgesang), The Left Hand And The Right Hand, Little Girl Little Boy und White Night Big City einen würdigen Platz zwischen all den glitzernden Perlen aus alten Tagen. Mit Pfunden wie Brother Aldo, Credit, Homemade Blood, Automatic Blues, You Did und Summertime Thing lässt es sich auch schwerlich geizen.

Obwohl Mr. Prophet mal wieder einige kleine Sorgen mit seinem rückkoppelnden Gesangsmikrofon hatte, die ihn zwischenzeitlich etwas grimmig werden ließen, kam die Band voll auf ihre Kosten, verbreitete Lust und Laune und ließ das zufriedene Kölner Publikum wissen und spüren, dass es letztendlich kaum etwas Schöneres gibt, als den Abend mit toller Live-Musik zu verbringen. Mission Express, immer wieder gerne.

Frank Ipach, 24.04.2012

 

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