Rage

Perzonal War
Capital Joke
Paul Di'Anno
Moshbox

Köln, Opernterassen, 13.11.2010

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 06.12.2010
Stil: Heavy Metal

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Redakteur(e):

Maurice Schreiber


Rage, Paul Di'Anno, Perzonal War, Capital Joke, Moshbox,
Köln, Opernterrassen, 13.11.2010

Unter dem sinnigen Namen „Supervision Metal Meeting“ gibt es an dem heutigen Abend gleich fünf Bands der härteren Gangart zu bestaunen, von denen zumindest RAGE und PAUL DI'ANNO sicherlich getrost als Legenden bezeichnet werden können. Zu diesen gesellen sich als Support noch die mittlerweile in der Szene recht bekannten PERZONAL WAR , die neue Band um den ex-RAGE und ex-GRAVE DIGGER-Gitarristen Manni Schmidt, CAPITAL JOKE und als erste Band die mir bis dato völlig unbekannten MOSHBOX.

Dieses Event wird von dem Veranstalter und dem MUSICSTORE zu Köln präsentiert und ist bislang das erste Metalkonzert in den Opernterrassen mitten in der Kölner City. Und um es gleich vorwegzunehmen: Allzu ideal dürfte diese Location nicht sein: Die Halle erinnert an alte Uni-Zeiten und deren Partys, scheint von der Akustik her in keinster Weise den Ansprüchen eines Rockkonzerts gerecht zu werden und auch die Beleuchtung lässt eher zu wünschen übrig. Zudem wird das Publikum quasi in zwei Teile geteilt, denn der sich auf der Empore befindliche „VIP-Bereich“ kostet direkt über satte 50 EUR und gestattet es dem Zuschauer, kostenlose Getränke und den einen oder anderen Snack zu sich zu nehmen. Nun, diese Aktion scheint doch einige Fans angelockt zu haben, denn dieser eigene Bereich wird dann doch recht voll. Dennoch hinterlässt solch ein Unterfangen bei einem Metalkonzert einen eher faden Beigeschmack. Aber zu den Bands:

MOSHBOX spielen noch recht unspektakulären Rock/Metal mit modernen Anleihen. Alles schon x-fach gehört, zwar durchaus gut gespielt, aber eben nicht sonderlich originell. Die Band kommt aus dem Kölner Raum, und daher finden sich einige Fans ein, die diese kräftig unterstützen. Leider fällt hier bereits die viel zu hohe Lautstärke auf, die sich bis zum Ende des Konzertes noch hinzieht.

Weiter geht es mit CAPITAL JOKE. Hier handelt es sich um die neue Truppe um Manni Schmidt (ex-RAGE, ex-GRAVE DIGGER). Nach einigen anfänglichen Soundproblemen, die vor allem Drummer Dom nicht sonderlich heiter stimmen, geht es mit Volldampf los und schon die ersten Riffs zeigen klar und deutlich, dass wir es hier mit Vollprofis zu tun haben. Mannis Gitarrenarbeit ist äußerst souverän und druckvoll, Doms Drums knallen von vorne bis hinten und auch der Rest der Band wirkt sehr solide. Die Stilrichtung lässt sich in etwa als modernen, Bluesgetränkten Metal bezeichnen, der stellenweise an DOWN oder CORROSION OF CONFORMITY erinnert. Die kleine Halle hat sich schon mächtig gefüllt und Songs wie The Punchline, Black Rivers, Permanent State oder Reverse Midas werden mehr als wohlwollend aufgenommen. Keine Frage, die Jungs rocken das Haus und man freut sich schon auf die demnächst erscheinende Platte. Mit Hole in the Sky wird zudem eine sehr coole BLACK SABBATH-Coverversion vorgetragen. Einziger Kritikpunkt einer mehr als guten Show bleibt auch hier die leider viel zu hohe Lautstärke.

Nach einer kurzen Pause entern PERZONAL WAR die Bühne und können ebenso vollends musikalisch überzeugen. Die Band blickt bereits auf eine Diskographie von sechs Alben zurück und besteht seit über zehn Jahren. Hier wird eine Mischung aus Power- und Thrash Metal geboten, die Songs wirken sehr flüssig und ausgereift, und die musikalischen Fähigkeiten der Musiker sind offensichtlich. Gerade das letzte Album „Bloodline“ ist doch sehr auf international hohem Niveau anzusiedeln. Dem Publikum gefällt’s und die Wartezeit für PAUL DI'ANNO und RAGE wird hiermit angenehm verkürzt.

Danach ist es dann endlich soweit und einer DER Ikonen des Metals, PAUL DI'ANNO, betritt die Bühne und bläst zum Sturm. Am heutigen Abend gibt es fast ausschließlich alte MAIDEN-Klassiker zu hören, was der nach Hits lechzenden Menge durchaus sehr entgegenkommt. Die üblichen Gassenhauer wie Phantom of the opera, Killers und Running free werden ebenso geboten wie die eine oder andere seltenere Nummer, und heute ist Paul gesangstechnisch sehr gut aufgelegt. Wie immer lässt er es sich zudem nicht nehmen, den einen oder anderen anarchistischen Spruch abzulassen und wird somit seinem Ruf als einer der letzten, kauzigen Punk-Rentner mehr als gerecht. Man kann diesen Mann einfach nur lieb haben. An den Drums sitzt übrigens wieder Dom von Capital Joke und als Gitarrist wurde Daniel von Perzonal War verpflichtet. Überhaupt meistert die Backing-Band problemlos die alten IRON MAIDEN-Songs. Somit ist nach einer guten Stunde Nostalgie-Trip die Stimmung ordentlich aufgeheizt worden und man kann gespannt die Performance des Headliners erwarten.

RAGE bieten dann einen gewohnt soliden Gig, der sehr tight und professionell vorgetragen wird, und einmal mehr sorgen die Gitarrenkünste von Viktor Smolski für offene Münder. André Hilgers hat sich mittlerweile auch sehr gut integriert und lässt einen Mike Terrana gar nicht mal mehr vermissen. Nur sein gigantisches Drumkit wirkt vor dieser kleinen Bühne etwas überdimensioniert. Peaveys Ausstrahlung ist zudem sympathisch wie eh und je und kein Fan wird am heutigen Abend enttäuscht. Die Setlist umfasst Songs wie Soundchaser, Set this world on fire, War of worlds und Black in mind, so daß ein rundum gelungener Querschnitt geboten wird. Eine rundum gelungene Angelegenheit. So wird noch weit nach Mitternacht dieses Metalevent beendet.

Als Fazit bleibt also festzuhalten, dass alle Bands ordentlich gerockt und klasse Gigs gespielt haben, jedoch die Location noch verbesserungsbedürftig wäre. Vielleicht sollte doch ein normaler, kleiner bis mittelgroßer Metalclub ohne VIP-Firlefanz geeigneter sein.

Maurice Schreiber, 13.11.2010

 

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