Konstantin Wecker

Ohne Warum - Live

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 20.11.2016
Jahr: 2016
Stil: Liedermacher

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Redakteur(e):

Michael Koenig


Konstantin Wecker
Ohne Warum - Live, Sturm & Klang/Alive, 2016
Konstantin WeckerFlügel, Gesang
Jo BarnikelKeyboards, Piano, Bass, Akustikgitarre, Background Gesang, Percussion bei Track 17, musikalische Leitung
Fany KammerlanderCello, Bass, Bassukulele, Ukulele, Background Gesang
Jens Fischer RodrianSchlagzeug, Percussion, Nylon String Gitarre, Akustik Gitarre, Background Gesang bei Tracks 01, 04, 06, 08, 17, 18 & 20
Wolfgang GleixnerSchlagzeug, Percussion, Akkordeon, Mandoline, Nylon String Gitarre, Background Gesang bei Tracks 03, 10, 12, 13, 17, 18 & 20
Severin TrogbacherGitarre bei Tracks 01 & 20
Andreas BlümlGitarre & Akustikgitarre bei Tracks 03, 10, 12 & 13
Alexa RodrianBackground Gesang bei Track 20
Produziert von: fischer Länge: 66 Min 23 Sek Medium: CD
01. Es Ist Schon In Ordnung11. Ansage: Frau Petry Sagt
02. Ansage: Begrüßung12. Die Gedanken Sind Frei
03. Novalis13. Heiliger Tanz
04. Vaterland14. Auf Der Suche Nach Dem Wunderbaren
05. An Meine Kinder15. Gefrorenes Licht (Für Hans-Peter Dürr)
06. Eins Mit Deinem Traum16. Ansage: Denkt Mit Dem Herzen
07. Ansage: Georg Heym17. Ich Habe Einen Traum
08. Der Krieg18. Vom Glück Des Gebens
09. Fast Ein Held19. Ansage: Angelus Silesius
10. Wenn Unsere Brüder Kommen20. Ohne Warum (Sunder Warumbe)

Er zählt schon lange zu den ganz Großen der deutschen Liedermacherszene: Konstantin Wecker. Noch vor Ende dieses Monats wird sein neuestes Live-Album erscheinen. Das Material dafür wurde im Verlaufe des 2016er Abschnitts der Tour zu "Ohne Warum", dem letzten Studioalbum von 2015, mitgeschnitten. Der Titel dieses Tonträgers sollte wohl niemanden wirklich überraschen, denn dieser wird schlicht “Ohne Warum - Live“ lauten. Wir konnten uns den Aufnahmen bereits vor deren Veröffentlichung zuwenden.

Immerhin elf der insgesamt sechzehn Nummern (Zugaben inklusive) vom, nach wie vor, aktuellen Longplayer haben es in das Programm der hier dokumentierten Gastspielreise geschafft. Wecker legte bei der Zusammenstellung der Setlist also erheblichen Wert darauf "Ohne Warum" ausgiebig und umfassend zu präsentieren.

Neben der klangkünstlerischen Seite aus Liedermacherschöpfungen, Rock, Beats, Blues, Pop, Jazz, Folk, Country, Reggae, Weltmusik und Klassik bieten die Aufnahmen selbstredend auch jede Menge Dichterisches, Kritisches, Philosophisches, Poetisches und Politisches. Der gebürtige Münchener appelliert (nicht nur in seinen Liedern, sondern ebenso in den dazwischen eingestreuten Ansagen mit dem Nennen und/oder Zitieren sowie/oder Weiterbearbeiten einzelner Werke seiner Impulsgeber Novalis, Georg Heym, Hoffmann von Fallersleben, Hans-Peter Dürr und Angelus Silesius) letztlich an jeden einzelnen Mitmenschen und dessen ureigenstes Gewissen sich gegenüber den Problemen unserer Zeit (und davon gibt es schließlich unendlich viele) nicht zu verschließen. Er fordert unter anderem zu Empathie, Gerechtigkeit, Humanität, Mitgefühl sowie zum sozialen Denken und Handeln auf. Außerdem hält er (nach wie vor) Widerstand und Empörung gegen Fehlgeleitete wie Nazis, Diktatoren, Kriegsverbrecher und alle anderen fragwürdigen Gestalten dieser Welt für unabdingbar. Er klagt all jene Brandstifter an, die so zahlreich gerade in der jüngsten Zeit durch beklemmend rassistische, faschistoide, menschenverachtende und asoziale Äußerungen (leider mit erheblichem Erfolg) versucht haben, die Meinungsbildung der Deutschen in ihrem demokratiefeindlichen Sinne zu beeinflussen. Doch belässt er es, wie immer, nicht bloß beim Negativen, sondern demonstriert Ausgewogenheit. Wozu gibt es schließlich (trotz allem Verdammenswerten und Verzweiflungswürdigen) Hoffnung, Lebensfreude, Träume und das viele Schöne und Positive in unserem irdischen Dasein, wenn nicht als Gegengewicht zum Bösen und Üblen?

Die Leute im Publikum zeigen durch ihre Reaktionen klar und deutlich, dass Wecker ihnen mit seinen Aufforderungen zu liberalem Verhalten voll und ganz aus den Herzen spricht. Es ist tröstlich, dass es Menschen wie diesen Bayern gibt, die nicht nachlassen in ihrem Kampf gegen allgegenwärtiges Unrecht, unsterbliche Gier und ewige Dummheit.

Michael Koenig, 05.11.2016

 

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