Krista Detor

Someday Jacob

Krefeld, Kulturrampe, 14.04.2010

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 15.04.2010
Stil: Singer-/Songwriter

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Krista Detor, Someday Jacob,
Krefeld, Kulturrampe, 14.04.2010

Welch ein Szenario. Inmitten staubiger Laderampen und dem zerbröckelnden Gemäuer staubiger Lagerhäuser öffnet sich eine verwitterte Tür und weist den Weg in ein überschaubares Gewölbe, nur unwesentlich größer als die gemütliche Eckkneipe in einer x-beliebigen Stadt des Ruhrgebiets. Die auf einem Industriehof in Krefeld beheimatete 'Kulturrampe' bietet an diesem Mittwochabend der aus Indiana stammenden Chanteuse Krista Detor Unterschlupf für ihre feinsinnige Tonkunst. Krista hat ihren als Produzenten und Gitarristen wirkenden Langzeitpartner Dave Weber sowie einen bis dato unbekannten Bassisten mitgebracht und verwandelt die anfänglich etwas spröde wirkende Location im Laufe des Abends in ein gemütliches und behütetes Wohnzimmer, in dem sich die, leider, nur wenigen Gäste ausnehmend wohlzufühlen scheinen.

Die musikalische Fährte legt zunächst aber das aus Bremen bzw. Hamburg stammende Singer/Songwriter Duo SOMEDAY JACOB, die, ausgestattet mit akustischen und elektrischen Gitarren sowie einem gelegentlichem Banjo, den Beweis antreten, dass klug gestrickte Lieder auch im abgespeckten Gewand für genügend Wärme sorgen können. Der Bremer Songschreiber Joern Schlueter (den manche möglicherweise durch seine Autorentätigkeit bein deutschen Rolling Stone kennen) und sein Hamburger Gitarristenkollege Uli Kringler (den man u.a. von seiner Tätigkeit bei Julian Dawson kennt) überzeugen mit Selbstkomponiertem, sympathischem Gesang und der sehr ansprechenden E-Gitarrenarbeit des Saitenvirtuosen Kringler. Ein gelungener Auftakt.

Die dunkel gelockte Krista Detor betritt anschließend mit ihren zwei männlichen Begleitern die pastellfarbene Bühne und eröffnet ihr Konzert mit auflockernden Worten und einem stimmungsvollen Intro am Akkordeon. Krista erzählt von ihren zurückliegenden Auftritten in Deutschlands Norden, Bremen, Hamburg, Hannover, bedankt sich für die Freundlichkeit der Deutschen und gesteht ihre offene Verwunderung als sie erfährt, niemand der Anwesenden habe jemals etwas von ihr gehört. Ein Novum. Traurig genug, dass sich zu diesem Zeitpunkt kaum mehr als zwanzig Seelen in der Krefelder 'Kulturrampe' aufhalten. Der Chef der Rampe beklagt dann auch im Nachgang die wenig kooperative, freundlicher ausgedrückt, recht zurückhaltende Pressearbeit der Krefelder Tagesblätter.

Krista lässt sich dadurch dennoch nicht entmutigen und brilliert mit einem gut abgestimmten Querschnitt ihrer bislang drei Soloalben, wobei die Lieder ihrer aktuellen Scheibe "Chocolate Paper Suites" überraschenderweise nicht allzu viel Platz eingeräumt bekommen. Zu Anfang strahlen Lorca In Barcelona und Recklessness & Rust durch das Halbdunkel des Raumes, eine zärtliche Verabschiedung gelingt dem brillant eingespielten Trio mit dem Schlussakt des neuen bilderstürmenden Werkes Clock Of The World und dem ebenso schlichten wie berührenden Emma's Lullaby.

Dazwischen liegen heitere und nachdenkliche Momente, die sich die absolut stimmsichere Frau Detor aus ihren empfehlenswerten Alben "Mudshow" und "Cover Their Eyes" entleiht. Ihre beiden sehr fruchtbaren Kollaborationen mit diversen Songwritern aus anderen Staaten, 'Wilderness Plots' und das sogenannte 'Darwin Song Project' finden ebenso Gehör, wie der Ausflug in irische Folksong-Gewässer mit einem waschechten Reel, den Krista stilbewusst mit ihrem Akkordeon zum Besten gibt.

Knapp neunzig beseelte Minuten, die wie im Fluge vergehen, dürfen wohl als Gradmesser für die hohe Qualität dieses Konzertes herhalten. Krista Detors ausgeprägtes Charisma, ihre samtene Stimme und ihr perlendes Klavierspiel, nicht zu vergessen ihre kongenialen Begleiter, verdienen sich an diesem Abend den absoluten Respekt des handverlesenen Krefelder Publikums.

Frank Ipach, 14.04.2010

 

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