The Delta Saints

Minor Cabinet

Krefeld, Kulturrampe, 27.03.2013

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 02.04.2013
Stil: Blues, Roots

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Redakteur(e):

Frank Ipach


The Delta Saints, Minor Cabinet,
Krefeld, Kulturrampe, 27.03.2013

Die erste Überraschung des Abends bedeutete ein handgeschriebenes Schild am Eingang der Krefelder 'Kulturrampe' mit der schlichten Aufschrift: "Ausverkauft".
Hoppla, die DELTA SAINTS aus Nashville, Tennessee, ziehen so viele Leute? Eine junge Blues-/Roots-Band, die in meinem System eher als totaler Insidertipp galt, soll über 100 Zuschauer anlocken?
Die zweite Überraschung des Abends löste dann das Rätsel. Die relativ kurzfristig vom Veranstalter Pille Peerlings eingeladene und frisch formierte Blues-Rock Combo MINOR CABINET aus dem Nachbarstädtchen Kempen brachte wohl geschätzt mehrere Hände voll Fans und Freunde mit, so dass der relativ kleine Krefelder Kulturschuppen schier aus den Nähten zu platzen drohte. Schön für beide Bands, ein wenig nervig für die Zuschauer, die insbesondere im hinteren Bereich des Ladens, um den Thekenbereich und der Ausgangstür, durch unentwegten Durchgangsverkehr ein wenig irritiert wurden.

Das musikalische Programm ließ jedoch gelegentliche Unpässlichkeiten schnell vergessen. Die vier Jungspunde von MINOR CABINET, die sich dem 70's geprägten Blues-Rock ihrer Väter verschrieben hatten, überzeugten vom ersten Ton an mit gutem Sound, versiertem instrumentalen Können, frischer, ungekünstelter Ausstrahlung und einem knapp 45-minütigem Songzyklus, der bis auf das Otis Redding/Black Crowes Cover Hard to handle nur Eigengewächse vorzuweisen hatte. Die erstaunlich reife Leistung des aufstrebenden Quartetts gipfelte in weiteren packend gestalteten Blues-Rock Kompositionen, die das ausgewiesene Talent des Vierers mit musikalischem Einfühlungsvermögen und gutem Groove unterstrich. Eine Truppe, die man im Auge behalten sollte.

Im Fokus stand natürlich der im Anschluss heiß erwartete Top-Act aus Nashville. Nach ihrem im Februar erschienenen Studio-Debutalbum "Death Letter Jubilee" durfte man durchaus eine heiße Show erwarten.
Und richtig, das Quintett aus den Südstaaten enttäuschte nicht und überzeugte mit einem wuchtigen, gerne auch leicht angezerrtem Sound, der die schon erahnte Road-Tauglichkeit der fetten Studioversionen absolut adäquat umsetzte.
Ihr sogenannter Bourbon Fueled Bayou Sound, der sich aus den Ideen der Blues-Urväter und dem Southern-Soul Wurzelwerk der Sechziger und Siebziger Jahre speist, groovte punktgenau und oft mit einem angenehm schmierigen, lasziven Unterton, der die johlende Menge in Verzückung setzte. Die Kommunikationsfähigkeit des schmächtigen, aber dennoch sehr kraftvoll tönenden Sängers Ben Ringel, ließ an diesem Abend zwar ein wenig zu wünschen übrig und beschränkte sich meist auf kurze und knappe Ansagen, ließ aber den sprichwörtlichen Funken zwischen Publikum und Band trotzdem überspringen. Ganz nach dem Motto: "Let the music do the talking". Großartige Überraschungen innnerhalb der Songauswahl oder bei den Live-Arrangements kamen nicht vor. Die SAINTS verließen sich zumeist auf die wirklich gelungenen Songs ihrer "Death Letter Jubilee"-Glanztat und bewegten mit ihrem ausgesprochen feinnervigen Sinn für Dynamik den kompletten Saal. Großer Spaß. Rundum gelungen.

Frank Ipach, 27.03.2013

 

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