Krista Detor

Mudshow

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.11.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Krista Detor
Mudshow, Tightrope Records, 2005
Krista Detor Vocals, Piano, Field Organ
Frank Smith Upright Bass
Jamey Reed Drums
David Weber Background Vocals, Acoustic Guitars
Slats Klug Accordeon, Harmonica
Sam Bartlett Banjo, Mandolin
Rick Hackler Dobro
Anne Hurley Cello
Gordon Lowry Fiddle
Produziert von: David Weber Länge: 47 Min 05 Sek Medium: CD
1. Mudshow7. Steal Me A Car
2. Abigayle's Song8. I'm Still Here
3. Buffalo Bill9. Tell Me A Story
4. Dancing In A Minefield10. A Red Bowl
5. The Ghosts Of Peach Street11. The Hampton Sisters (Glory)
6. She Will Not Say

Es kommt selten vor, dass ich mich beim ersten Hören eines Albums schon derart heimisch fühle. Krista Detors zweite Platte "Mudshow" vermittelt diese warmherzige Atmosphäre, diese überaus sympathische Aura, die es mir leicht macht, mich in ihre Musik zu verlieben. Ruhig und besonnen, nachdenklich, romantisch und sehnsüchtig, durchzogen von Bildern und Szenen, die einem einerseits vertraut erscheinen, doch andererseits durch Detors persönlich gefärbte, weibliche Sichtweise einen völlig fremden Reiz verströmen.

Innerhalb Krista Detors Musik entdeckt man eine selten anzutreffende Eigenständigkeit, die sich mittels der üblichen Kategorien nicht punktgenau eingrenzen lässt. Ausgestattet mit einem funkelnden Pianospiel, rahmt sie ihre dunkle und samtige Stimme in einen Kontext, der oftmals an diese so stimmungsvollen Schwarz-Weißbilder erinnert, deren Charaktere bei längerem Betrachten plötzlich lebendig werden.
Unterm Kopfhörer genossen, kriecht Kristas Stimme unaufhaltsam in deinen Kopf, streichelt dir über's Gemüt und zaubert dich in ihre Welt, die trotz aller vordergründigen Ruhe, immer auch diesen schnellen Atem einer gewissen Ruhelosigkeit verströmt.
Diese Rastlosigkeit begleitet Detor schon seit ihrem 16. Lebensjahr, als sie ihre ersten Gigs auf Hochzeitspartys spielte, als junge Erwachsene dann durch die amerikanischen Bundesstaaten tingelte, in 13 verschiedenen Wohnungen und einem Wohnwagen hauste, einen Abstecher nach Asien unternahm, um dann irgendwie um die Jahrtausendwende in Indiana sesshaft zu werden.

Auf ihre musikalischen Einflüsse angesprochen, reagiert sie mit der Gelassenheit einer Künstlerin, die sich um solche Nebensächlichkeiten nicht kümmert. "Wir nehmen jeden Tag derart viele Einflüsse in uns auf, wie soll man sich da auf einzelne Momente besinnen? Meine allergrösste Inspirationsquelle ist jedes Wort, jede Melodie, die ich jemals gehört habe."
Nachvollziehbar, liebe Krista. Doch die amerikanische Fachpresse hört natürlich Einflüsse von Laura Nyro bis Leonard Cohen. Das mag alles angehen, und ehrt die junge Künstlerin, doch letzlich hat sie tatsächlich ihren eigenen Stil gefunden.
Bei mir persönlich ruft Detors pianogetragene Schwermut und Nachdenklichkeit häufig Momente der Erinnerung an alte, schwelgerische Jackson Browne-Nummern wach. Krista und Jackson wären wohl mein ideales Gesangstraumpaar für einen wehmütigen Song wie Peach Street. Doch auf "Mudshow" begleitet sich Krista zunächst selbst, singt sich häufig ihre eigenen zwei- oder dreistimmigen Harmony-Vocals und überzeugt damit vollends.
Verziert, verschönert und ausgeschmückt werden die elf exquisiten Detor-Songs mit ausgewählten Streichern wie Cello oder Fiddle, einer durch weite Hallräume schwebenden Dobro-Slideguitar, einer gelegentlichen Harmonica, einem um die Ecke lugenden Akkordeon, in sich ruhenden Akustikgitarren plus Banjos oder Mandolinen auf Stippvisite. Nie überfrachtet, alles sehr geschmackvoll und detailverliebt arrangiert. Dieses überaus reizvolle Bouquet richtete Krista gemeinsam mit ihrem Produzenten David Weber an und präsentiert das Ganze in einer Produktion deren Klangfarbe höchsten Ansprüchen genügt.

Man trifft nicht oft auf ein durchgängig hochwertiges Album mit solch ausgereiftem Songwriting. Krista Detor ist eine Autorin, die es versteht, dich mit festem Griff an die Hand zu nehmen. Und du vertraust ihr, weil Du spürst, dass sie dich sicher ans Ziel bringt. Meinen Lieblingsong A red bowl muss ich jetzt wohl schon um die zwanzig Mal gehört haben und ich liebe ihn.
Das Album endet schliesslich mit einem Gospelsong von erhabener Eleganz, The Hampton Sisters (Glory): "There is music in the water and the blood that's running through me, calls me when I'm sleeping, spilling from the cup I'm drinking, I will follow it forever, play you here and then beyond."
"Mudshow", vom ersten bis zum letzten Ton ein hinreissendes Stück Musik! Überzeugt euch selbst bei CD Baby.

Frank Ipach, 01.11.2005

 

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