Krokus

Adios Amigos - Live @ Wacken

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 19.02.2021
Jahr: 2021
Stil: Hard Rock
Spiellänge: 73:00
Produzent: Charlie Bauerfeind

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Plattenfirma: Legacy/Sony Music


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Wacken Open Air

AC/DC

Titel
01. Headhunter
02. Long Stick Goes Boom
03. American Woman
04. Hellraiser
05. Winning Man
06. Hoodoo Woman
07. Fire
 
08. Bedside Radio/Rocking In The Free World
09. World
10. Eat The Rich
11. Easy Rocker
12. Heatstrokes
13. Drumdög On The Loose
14. Quinn The Eskimo
Musiker Instrument
Marc Storace Lead-Vocals
Chris Von Rohr Bass, Vocals
Fernando von Arb Guitar, Vocals
Mark Kohler Guitar
Mandy Meyer Guitar
Flavio Mezzodi Drums

Zunächst das Vorab-Lob für die Idee, über das Cover ein zusätzliches Blatt zu legen, auf dem dieses zusammen mit diesem unsäglichen – um nicht zu sagen besch... - “FSK“-Code gedruckt ist. Nach dessen Entfernung hat man dann das eigentliche Cover vor Augen. Wobei die Bühne vom Wacken Open-Air in LP-Größe sicher noch eindrucksvoller wäre.

Aber hier geht’s um das Package mit DVD und die Bildplatte hat sich bekanntlich nicht durchgesetzt.

 

Durchgesetzt hat sich aber Schweizer Qualität. Als Uhren, als Taschenmesser und als “Dirty Bad Ass Hard Rock Made In Switzerland“, wie auf oben erwähntem Frontzettel prangt. Manche halten KROKUS immer noch für eine AC/DC-Coverband. Andere sind weniger nachsichig.

Tatsache ist, die Band exisitiert seit 1975 und unter der Regie von Chris von Rohr ist sie einfach eine Bank für schnörkellosen Power-Hard-Rock.

 

Der vorliegende Konzertmitschnitt konnte seinerzeit - wir sprechen vom Wacken-Auftritt im August 2019 - per Telekom Magenta Musik 360 Event weltweit mitverfolgt werden. Nun auch für die weniger begüterten Fans kosumierbar.

Es ist taghell, als KROKUS unter großem Jubel auf der Bühne lospowern Im August nicht so ungewöhnlich, aber Headliner waren sie wohl nicht. Was niemand stört und mit Headhunter legt die Band auch furios, bei bestem Sound (mit Charlie Bauerfeind macht man aktuell nichts verkehrt), los. Marc Storace' Gesang erinnert mich stark an Biff Byford zu besten SAXON-Zeiten, während sich Fernando von Arb und Mandy Meyer schon fast in MAIDEN-Dimensionen dudeln. Muss man alles nicht überbewerten, aber Power kommt hier jede Menge von der Bühne. Nicht zuletzt, dank Flavio Mezzodis Geknüppel.

 

Dieser ist natürlich im Verbund mit von Rohr auch für den pumpenden Rhythmus von Long Stick Goes Boom verantwortlich. Die Eröffnungsnummer vom Erfolgsalbum “One Vice At A Time“ wird vom Publikum jubelnd begrüßt und Marc Storace streut vor das Solo, mit einem Zitat aus Pinball Wizard, einen kleinen Gruß an THE WHO ein.

 

Was sich zunächst nach We Will Rock You anhört entpuppt sich als KROKUS' Variante von American Woman, was naturgemäß wieder richtig gut ankommt. Auch wenn die Action auf der Bühne, mit der im Publikum nicht mithalten kann. In dem Alter muss man auf seine Kräfte achten.

Der alte Freibeuter von Rohr sorgt für den AC/DC-Groove für Hellraiser (vielleicht hätte man ihn ins Songwriting für das aktuelle Album der Australier mal einbinden sollen...) und entsprechend gut stampft es dahin. Da legt auch der altgediente von Arb eine Gitarren-Breitseite hin. Eigentlich bräuchte es hier bloß noch einen, der in kurzen Hosen über die Bühne wuselt.

 

Warum hat man eigentlich damals nicht Marc Storace gefragt, als es darum ging, wer die AC/DC-Tour am Mikro weiterführt? In meinen Augen (und Ohren) wäre das eine weit sinnvollere Entscheidung gewesen, als Axl Rose. Anyway, hier kriegt man jedenfalls einen feinen Hard Rock-Set geboten, der – entsprechende Lautstärke vorausgesetzt – schnell mitreißt. Natürlich gibt’s etliche “alte“ Reißer, schließlich befindet man sich auf Abschiedstournee. Die pandemiebedingt eine Pause einlegen muss, aber, wie Sänger Marc Storace sagt: „Wir werden diese Tour auf jeden Fall, wann immer das auch sein mag, zu Ende führen.“ KROKUS wollen ihren Weg würdig und richtig zu Ende gehen. „Da ist noch zu viel Spass und Power drin. - It’s not over till it’s over“.

 

Und hier ist es auch noch nicht zu Ende! Vom erstklassigen “Hoodoo“-Album gibt’s mit Hoodoo Woman sozusagen dernTitelsong, Was zum Mitgröhlen, was Storace auch gerne ausnutzt. Das Publikum zeigt sich im Refrain textsicher.

Für Fire borgt sich Storace das Intro der CRAZY WORLD OF ARTHUR BROWN aus. Im Mittelteil lässt man das Publikum – für meinen Geschmack – etwas zur sehr schwelgen, steigert das aber dann doch ganz effektiv. Ich denke, Storace braucht seine Verschnaufpause.

 

Bei nicht wenigen dürfte Bedside Radio (von “Metal Rendez-Vous“) für eine Gänsehaut gesorgt haben, auch wenn es rückblickend fast etwas mainstreamig wirkt. Sei ihnen der Erfolg gegönnt. NeilYoungs Rockin' In The Free World ist ja mittlerweile fast überall gängig und beliebt und verfehlt auch hier seine Wirkung nicht.

 

Eat The Rich hat bei KROKUS bekanntlich nichts mit AEROSMITH zu tun, sondern klingt einmal mehr nach Down Under so späte 80er. Die frühen 80er waren wohl die beste Zeit für Hard'n'Heavy und da passen sowohl Easy Rocker als auch Heatstrokes perfekt in dieses Set und an diesen Ort. Nachdem sich nahezu alle, und insbesondere Drummer Flavio Mezzodi, bei Drumdög On The Loose noch einmal austoben durften, folgt das Finale. Spezialisten für Coverversionen waren KROKUS ja immer und mit Dylans Quinn The Eskimo haben schon die Landsleute von GOTTHARD nix verkehrt gemacht. Also warum nicht auch hier? Jedenfalls reicht's zum kollektiven Abfeiern für alle Beteiligten. Zum Schluss stimmt Mandy Mayer nochmal das Riff aus UFOs Rock Bottom an, aber dabei belässt man es dann und verabschiedet sich mit dem üblichen Schluss-Krach. Als letzten Gruß stimmt Storace noch kurz Country-Joe McDonalds I-Feel-Like-I'm-Fixin'-To-Die Rag an. Ob es so viele Besucher zuordnen konnten, ist fraglich, aber spricht für ihn, dass es ihm das Statement wichtig war.

 

Das Schluss-Lob, dass es realtiv wenig Überschneidungen zum 2014er Live-Album gibt, sodass “Live @ Wacken“ ein Muss für Fans der Band, Wacken-Besucher und für die meisten straighten Rocker ist.

The Final Tour“ steht im aufklappbaren Digi-Pack. Hoffentlich dauert sie noch eine Weile an.

 




 

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