Krokus

Dirty Dynamite

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 03.02.2013
Jahr: 2013
Stil: Hard Rock, Heavy Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Krokus
Dirty Dynamite, Sony Records, 2013
Marc StoraceGesang
Chris von RohrBass & Gesang
Fernando van ArbGitarre & Gesang
Mark KohlerGitarre
Mandy MeyerGitarre
Gastmusiker
Freddy SteadySchlagzeug
Produziert von: Chris von Rohr Länge: 45 Min 00 Sek Medium: CD
01. Hallelujah Rock'n'Roll07. Better Than Sex
02. Go Baby Go08. Dög Song
03. Rattlesnake Rumble09. Yellow Mary
04. Dirty Dynamite10. Bailout Blues
05. Let The Good Times Roll11. Live My Life
06. Help12. Hardrocking Man

Als 2008 bekannt wurde, dass sich die Schweizer Hardrock-Institution KROKUS in ihrer beliebtesten Besetzung reformiert hatte und plante wieder zusammen Musik zu machen, da war die Begeisterung unter den Anhängern groß. Und das anschließende Comeback-Werk "Hoodoo" enttäuschte die Erwartungen denn auch nicht. Klassischer Hard Rock mit deutlicher Boogie-Schlagseite (manche würden sagen typisch AC/DC-beeinflusst) zeichnete das Album aus. So wie es damals in den besten und erfolgreichsten Tagen ihrer Karriere auch schon der Fall war. Insofern musste man konstatieren (und tat das ja auch gerne): Mission accomplished, Rückkehr erfolgreich.

Nun werden die Eidgenossen also mit ihrem zweiten Post-Reunion-Werk namens "Dirty Dynamite" vorstellig. Und wenig überraschend hat sich wenig verändert. Vielmehr ziehen KROKUS ihren Weg kompromisslos weiter durch, vielleicht sogar noch konsequenter als jemals zuvor. Denn beim Hören von "Dirty Dynamite" beschleicht mich mehr als einmal das Gefühl, hier ein verloren geglaubtes Werk von AC/DC vorliegen zu haben. Diese Riffs, dieser monoton pumpende Bass, dieses stoisch geradeaus gespielte Schlagzeug. Das kann doch kaum jemand so wie die Gebrüder Young aus Down Under. Und doch sind es KROKUS.

Damit wären wir auch schon beim großen Knackpunkt dieser Scheibe. Bei Doktorarbeiten würde KROKUS wegen allzu offensichtlich abgeschriebener Passagen (ohne dass diese in den Liner Notes kenntlich gemacht würden) der Titel wieder aberkannt. Aber in der Musik geht es eben nicht um Titel, sondern einzig und alleine um den Spaßfaktor. Und der ist bei "Dirty Dynamite" durchaus hoch. Die Herren Storace, von Arb, von Rohr, Meyer und Kohler wissen eben, wie man eingängige Rock-Songs mit Hitpotenzial schreibt. Dabei kanalisiert Sänger Marc Storace auf diesem Werk mehr als einmal seinen inneren Bon Scott, sowohl was den Gesangsstil, die Lyrik als auch die Melodien betrifft. Sollte also Brian Johnson eines Tages die Flinte bei den Australiern ins Korn werfen, dann könnte Storace den Young-Brüdern dieses Album ohne Bedenken als Audition-Tape zusenden.

Leider können nicht alle Lieder so überzeugen wie Go Baby Go (kleine Aufgabe für AC/DC-Fans: wo hat Storace da bei den Lyrics und der Melodie schamlos abgekupfert?), Let The Good Times Roll, Live My Life oder etwa Better Than Sex, das trotz seines infatilen Textes zusammen mit dem bereits erwähnten Go Baby Go der beste geklaute AC/DC-Song seit langem ist. Aber Tracks wie Yellow Mary erinnern in ihrer Simplizität eher an das Niveau von STATUS QUO. Etwas überraschend ist zudem die Wahl des Titeltracks als erste Single. Denn Dirty Dynamite ist, abgesehen davon, dass es sich um einen guten Rocker handelt, wenig repräsentativ für das Album. Hier frönen KROKUS eher Southern Rock mit deutlichen GREAT WHITE-Anleihen. Ansonsten regieren hier aber - wie bereits erwähnt - die AC/DC-Parallelen.

Eine weitere Besonderheit hat das Album aber noch zu bieten. Nachdem sich KROKUS auf "Hoodoo" noch relativ unsinnigerweise an Born To Be Wild versucht haben und mit ihrer 1:1-Kopie kaum Begeisterung auslösen konnten, haben sie es dieses Mal an einer eher ungewöhnlicheren Wahl versucht. Denn auch wenn Teile des Albums in den Londoner Abbey Road-Studios entstanden, so hätte ich kaum vermutet, dass KROKUS dort den BEATLES-Klassiker Help komplett umkrempeln. Und doch ist es ihnen gelungen aus dem Stück etwas Neues und vollkommen eigenständiges zu machen. Sie haben den Rock-Song zu einer rockigen Ballade umarrangiert und damit die musikalische Ebene dem textlichen Inhalt noch besser angepasst, als dies im Original der Fall war. Denn wer um Hilfe von Menschen bittet, der macht das für gewöhnlich nicht im Schnelldurchlauf, sondern trägt seine Emotionen und Bitten eher langsam und bedächtig vor, eben so wie KROKUS hier. Dieses Cover ist wirklich mal sehr gelungen und eigenständig.

Wer sich an zu vielen Anleihen bei anderen Bands stört, der wird bei "Dirty Dynamite" sein Glück eher nicht finden. Denn etwas substanziell Neues haben KROKUS hier nicht zu bieten. Stattdessen richtet sich das Album an all diejenigen, die einfach eine gute Zeit haben wollen. Denn das bieten die Eidgenossen hier genug: straighten Hard Rock mit griffigen Riffs und eingängigen Hooklines. Und in dieser Disziplin gibt es nicht allzu viele Bands, die KROKUS übertreffen.

Marc Langels, 30.01.2013

 

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