Krokus

Hellraiser

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 05.08.2006
Jahr: 2006

Links:

Krokus Homepage



Redakteur(e):

Jörg Litges (* 1965, ✝ 2015)


Krokus
Hellraiser, AFM Records, 2006
Marc Storace Gesang
Mandy Meier Gitarre
Dominique Favez Gitarre
Tony Castell Bass
Stefan Schwarzmann Drums
Produziert von: Dennis Ward Länge: 55 Min 52 Sek Medium: CD
1. Hellraiser8. Midnite Fantasy
2. To Wired To Sleep9. No Risk No Gain
3. Hangman10. Turnin' Inside Out
4. Angel Of My Dreams11. Lake My Luv
5. Fight On12. Justice
6. So Long13. Luv Will Survive
7. Spirit Of The Night14. Rocks Off!

Wie macht man das eigentlich und kommt damit auch noch durch? Immer den gleichen Song aufzunehmen, meine ich, und ihn doch ein wenig anders klingen zu lassen, dass der geneigte Käufer meint, tatsächlich ein neues Album erstanden zu haben.
GOV'T MULE können das [Frechheit! Red.], Dieter Bohlen auch... und natürlich die beste AC/DC-Coverband nördlich von Australien: KROKUS.

Tatsächlich, KROKUS beehren uns mit einem neuen Longplayer. "Hellraiser" heißt das gute Stück. Mark Storace, KROKUS-Urgestein und mit seinem Bon Scott-ähnlichen Gesang Hauptverursacher des ganzen AC/DC-Coverband-Debakels, sammelte KROKUS-Rückkehrer Mandy Meier an der Gitarre und Stefan Schwarzmann (Ex-ACCEPT, Ex-HELLOWEEN), der mir noch vor rund einem Jahr erzählte, dass er Sarah Connor mag, neben Bassist Tony Castell und Gitarrist Dominique Fave um sich, um unter der Aufsicht von Dennis Ward (PINK CREAM 69) das neueste Machwerk einzuspielen.

Live sind KROKUS einfach eine Macht, und meiner Meinung nach sollten sie sich darauf auch beschränken, ihre Liveshows strotzen vor Energie, was man von der hier vorliegenden Platte leider nicht sagen kann. Erstaunlich ruhig ist sie ausgefallen, um nicht zu sagen erbärmlich ruhig. Balladen wechseln sich mit Up-Tempo-Nummern ab, viel zu selten wird der AC/DC-kompatible Dampfhammer ausgepackt.
Nummern wie Hangman oder Angel Of My Dreams (die erste Singleauskopplung) sind übelstes Chartmaterial. Wo sind die KROKUS, die ich in den 80ern live gesehen habe und die noch beim Rock Hard Festival 2004 die Massen begeistern konnten?
Selbst beim Titelstück Hellraiser wird nicht wirklich die Hölle hervorgeholt. Mit der zahmen Boogiemummer verscheuchen die Jungs Satan eher wieder in den hohen Norden, wo sofort bleich geschminkte Todesmetaller im Wald verschwinden, um die Bäume und Lord Hörnchen anzubeten.
Spirit Of The Night ist die erfrischende Ausnahme auf halber Länge, schöner Double-Bass, Mark klingt nicht nach Bon Scott. Klasse! Warum nicht mehr davon?
No Risk No Gains Intro Riff ist schlichterdings frech bei KISS geklaut. Die machen es übrigens richtig. Nach der "Psycho Circus"-Klatsche touren die Jungs auf ihrer x-ten Farewell Tour und spielen...? Richtig, hauptsächlich Material der ersten Alben. KROKUS sollten sich da mal ein Beispiel nehmen, weil live... siehe oben.

Nee, mit diesem Album wird Rock'n'Roll weder im Allgemeinen und noch im Besonderen definiert, auch wenn es der Pressetext so verlauten lässt. Nettes KROKUS Album, aber ohne weitere Bedeutung für die Nachwelt. Kuschelrock für Mittvierziger. Schade drum.
Fans werden es sich kaufen und auch sicher 2 oder 3 nette Stücke finden, die ihren Geschmack treffen. Leute die schon KROKUS Alben der letzten 10 Jahre haben, bekommen nichts wirklich neues serviert. Wer noch gar nichts von KROKUS in seiner Sammlung hat, sollte sich die "Pay It In Metal" oder "Metal Rendez-Vous" kaufen. Bei diesen Alben erkennt der geneigte Hörer auch gleich, was den KROKUS-Hype in den 80ern ausmachte und die Band so groß machte!

Jörg Litges, 05.08.2006

 

(C) 2008 - 2020 by Hooked on Music