La Düsseldorf

La Düsseldorf,

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


La Düsseldorf
La Düsseldorf, Eastwest/Warner Music, 2005 (1976)
Klaus Dinger Guitar, Vocals, Keyboards, Synthesizer
Thomas Dinger Percussion, Vocals
Hans Lampe Percussion, Electronics
Harald Konietzko Bass (Silver Cloud & Time)
Produziert von: Conny Plank & La Düsseldorf Länge: 35 Min 10 Sek Medium: CD
1. Düsseldorf3. Silver Cloud
2. La Düsseldorf4. Time

Der aus Düsseldorf stammende Musiker Klaus Dinger, einer der vielseitigsten und erstaunlichsten Individuen der farbigen deutschen Rockszene der siebziger Jahre (gemeinhin auch - man kann es nicht ändern - Krautrock genannt) war ursprünglich Schlagzeuger bei KRAFTWERK. Gemeinsam mit einem weiteren ehemaligen Musiker dieser auch heute noch aktiven Elektronikinstitution, dem Gitarristen Michael Rother, gründete Dinger 1971 die Band NEU!, die sich neben CAN als wichtigste Gruppe der avantgardistischen Rockmusik in Deutschland etablierte und für zahlreiche Musiker und Bands bis zum heutigen Tage Faszination und Einfluss ausübte. So zählt nicht nur David Bowie zu bekennenden NEU! Anhängern, sondern auch so unterschiedliche Acts wie SONIC YOUTH, TORTOISE, STEREOLAB, DEPECHE MODE oder SECRET MACHINES berufen sich ebenso auf die Düsseldorfer Exzentriker wie Damon Albarn (BLUR), Brian Molko (PLACEBO) oder John Frusciante (RED HOT CHILI PEPPERS).

Nachdem sich allerdings das Verhältnis zwischen Rother und Dinger immer mehr dem zwischen Hund und Katze näherte, stieg Rother, nachdem zwischenzeitlich der Bruder von Klaus, Thomas Dinger und der Schlagwerker Hans Lampe hinzugestossen waren, 1975 bei NEU! aus, und um rechtlichen Konflikten aus dem Weg zu gehen (die übrigens ein ständiger Wegbegleiter des Klaus Dinger sein sollten), nannte man sich fortan LA DÜSSELDORF. In der Herangehensweise nicht mehr ganz so experimentell, sondern deutlich melodiöser auf einem durchgängigen, vorantreibenden Rhythmusteppich, war LA DÜSSELDORF einem breiteren Publikum zugänglicher, wenngleich auch immer noch reichlich mit den skurrilen, manchmal gar etwas albernen Einfällen von Klaus Dinger versehen.

Das ursprünglich 1976 bei Teldec erschienene Debütalbum, das seither nurmehr als Japan-Import oder Raubpressung auf CD erhältlich war, liegt nun endlich wieder als Re-Release vor, ist vielleicht sogar das beste der drei regulären LA DÜSSELDORF-Alben, wenngleich der Zweitling "Viva" mit Abstand am erfolgreichsten war.
Hier wird in der Ode an Klaus Dingers Heimatstadt Düsseldorf der typische LA DÜSSELDORF-Stil etabliert, der an frühe KRAFTWERK-stücke erinnert: In mehr als dreizehn Minuten wird auf einem fließenden Groove eine Pyramide von warmen, weichen Keyboardsounds, gelegentlichen kantigen Gitarrenfetzen im Stile des New Wave und einem Mischmasch aus deutschen und englischen Satzgebilden gebaut, die heute noch nicht angestaubt wirkt und sehr vieles im Bereich Electronica, New Wave, Neuer Deutscher Welle oder Electroclash vorausgenommen hat.

Der kürzere Titeltrack La Düsseldorf beginnt dann mit Geräuschen aus einem Fußballstadion (ja, damals war die Fortuna eben noch eine Hausnummer; Klaus Dinger hat übrigens selbst auch Fußball gespielt), führt diesen Stil ebenso weiter wie das intrumentale, sehr harmonische Silver Cloud, das immerhin Platz 14 der damaligen deutschen Airplay-Charts erreichte, wie das Schlusstück Time. Auch nach fast dreißig Jahren ist die musikalische Welt des Klaus Dinger, der hier sämtliche Stücke komponierte, faszinierend und nun auch wieder ohne größere Schwierigkeiten zugänglich.

Nachtrag vom 15.10.2006: Unser Leser Klaus Kolb schickte dieser Tage folgende Berichtigung.
"... bei den Fan-Gesängen auf La D. 1 handelt es sich nicht um Fußball, sondern Eishockey (Heja DEG). Was recht ist, muss Recht bleiben... ;-)."
Da hat er Recht, der Klaus. Danke!

Ralf Stierlen, 24.06.2005

 

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