Langhorne Slim & The Law

Strawberry Mansion

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 11.01.2021
Jahr: 2021
Stil: Indie-Folk
Spiellänge: 51:09
Produzent: Langhorne Slim, Paul DeFiglia

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Plattenfirma: Dualtone Records

Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Holger Müller


s. weitere Künstler zum Review:

Robert Earl Keen

Titel
01. Mighty Soul
02. Dreams
03. No Right Way
04. Lonesome Times
05. Alright To Hide
06. Panick Attack
07. Sing My Song
08. Summer Days
09. House On Fire
10. Morning Prayer
11. Colors
 
12. High Class
13. Blood On Yer Lips
14. Strawberry Mansion
15. The Mansion
16. Last One Standing
17. Something Higher
18. Red Bird
19. For The Children (demo)
20. Nowhere To Go (bonus track)
21. Change Of Plans (bonus track)
22. Long Journey (bonus track)
Musiker Instrument
Langhorne Slim Vocals, Guitars, Drums
Paul DeFigilia Bass, Keyboards
Mat Davidson Pedal Steel, Fiddle, Banjo, Vocals

Musik als Selbsttherapie; es ist ein altbewährtes Rezept. Songs als Rettungsanker, als Katharsis vor dem Neuanfang. Auch Sean Scolnick alias Longhorne Slim musste sich seinen Dämonen stellen, die, wie bei so vielen Künstlern, Alkohol hießen, Depression und Medikamentenmissbrauch. Als die Türen zu neuen Songs nach mehr als einem Jahr Pause dann endlich aufgingen, strömten die Ideen nur so hervor. Und der Songwriter aus Pennsylvania, ohnehin kein Freund großer Produktionen, versucht auf seinem siebten Album „Strawberry Mansion“ erst gar nicht, diese ersten Ideen allzu sehr auszuschmücken oder reifen zu lassen. 18 Songs, kaum einer erreicht die Drei-Minuten-Marke, und dazu noch vier rohe Demo-Versionen weiterer Lieder – Langhorne Slim hat sich den Frust und die Lust gleichermaßen von der Seele geschrieben, ohne Rücksicht auf den Zuhörer.

Auch andere Songwriter wie Robert Pollard (GUIDED BY VOICES) oder Sufjan Stevens lieben diese manchmal nur skizzenhaften Stücke, die meist mehr Ideen auf ein Album pressen, als es für das Ganze gut wäre. Es ist wie ein Blick in das Atelier eines Künstlers, der noch mitten im Schaffen ist – das gilt für „Strawberry Mansion“ ganz besonders.

Langhorne Slim ist ohnehin ein Freund des geschrammelten Indie-Folks, wozu seine hohe, leicht nervöse Stimme auch bestens passt. Wenn das von einem Honky-Tonk-Piano und einem beschwingten Rhythmus untermalt wird, erinnert es manchmal sogar an einen jungen Tom Waits (High Class) oder Bob Dylan (Blood On Yer Lips). Aber die meisten Songs auf dem Album, das nach dem Viertel in Philadelphia benannt wurde, in dem seine beiden Großväter aufwuchsen, sind eher ein Momentgefühl aus roher akustischer Klarheit, mit ein paar Farbtupfern seiner beiden Mitstreiter auf den Keyboards oder einer Pedal Steel, ohne große (Nach)Bearbeitung. “I wasn’t sitting on the songs and I wasn’t overthinking them,” sagt Langhorne Slim selbst dazu. „Something cracked open with the slowing down and the stillness of quarantine.“

Und was da aufgebrochen ist, beschreibt Langhorne Slim am eindrucksvollsten im Kernstück des Albums, Panic Attack: I’m feelin’ lots of feelings, not a single one of them feels nice. She said, do you ever think about dying? I said no, but sometimes I lie.“ Dass er dafür allerdings eine fröhliche Melodie verwendet, die sich verdammt nahe an Robert Earl Keens Front Porch Song entlanghangelt, lässt sich allenfalls noch damit entschuldigen, dass die beiden Label-Kollegen sind. Und von den Besten klaut man halt immer noch am liebsten…

 

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