Larry Carlton

New Morning - The Paris Concert

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 16.11.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Frank Ipach


New Morning-The Paris Concert, in-akustik, 2008
Larry CarltonGuitar
Rick JacksonKeyboards
Travis CarltonBass
Moyes LucasDrums
Mark DouthitTenor Sax
Doug MoffetBaritone Sax
Mike HaynesTrumpet
Barry GreenTrombone
Produziert von: Patrick Savey Länge: 91 Min 00 Sek Medium: DVD
01. Friday Night Shuffle09. Tenor Madness
02. Night Sweats10. Slightly Dirty
03. Josie11. Deep Into It
04. Sapphire Blue12. Room 335
05. Minute By Minute13. Sleepwalk
06. Smiles & Smiles To GoBonus Tracks:
07. Just An Excuse14. Her Favorite Song
08. 7 For You15. The Lord's Prayer

Larry Carlton ist einer der Gitarristen, die mich seit meinen Teenagertagen begleiten. Aufgefallen ist mir der ewig lächelnde Kalifornier bei seinen CRUSADERS Gastspielen in den frühen Siebzigern und dann natürlich auf den STEELY DAN Scheiben wie "Royal Scam", auf dessen Track Kid Charlemagne eins von Larrys Jahrhundertsolos verewigt ist. Larrys cremiger Gitarrenton, seine unnachahmliche Stilistik, sein ausgepägtes Verständnis für geniale und immer wieder überraschende Melodieführungen bleiben unerreicht und einzigartig. Zweifellos gehört er zu den besten seines Genre überhaupt. Verdientermaßen darf er auf etliche Bewunderer und auf eine riesengroße Fanschar weltweit vertrauen.

Um so schöner, dass jetzt über 'in-akustik' ein DVD-Dokument seiner 2004er Inkarnation der SAPPHIRE BLUES BAND erhältlich wird. Sein damaliges Big-Band Blues Album "Sapphire Blue" gehört wohl mit zum Besten in Sachen instrumentaler Blues/Jazz Symbiosen. Das 90-minütige "New Morning-The Paris Concert" enthält mit Friday night shuffle, Night sweats, Sapphire Blue, Just an excuse, 7 for you und Slightly dirty recht viele seiner bluesgetränkten Songs, zeigt aber auch die Smooth Jazz bzw. Pop-Seite dieses vielfältigen Saitenkünstlers. Seine STEELY DAN Kollaboration vom 77er "Aja"-Album, Josie, ist ebenso vertreten wie der 1978er Titelsong des DOOBIE BROTHERS Albums "Minute By Minute", obwohl er damals bei diesem DOOBIE Album überhaupt nicht mitwirkte. Larrys sonnendurchflutetes Smiles and smiles to go (wie üblich mit Akustikgitarre), Prototyp des harmoniesüchtigen Smooth Jazz-Genre, schrammt wie immer haarscharf am Fahrstuhlschacht vorbei, weil Larry und seine grandiose Band neben aller losgelösten Cocktailseligkeit immer noch genügend jazzgeschulten Erfindungsreichtum in die Arrangements legen, um nicht in uninteressantem Tralala zu versumpfen.

Die eigentlichen Höhepunkte des Sets liegen allerdings in der Interpretation der oben genannten Blues-Tracks, die neben Larrys exzellenten Soli, die an Dynamik und Gefühl kaum zu überbieten sind, vor allen Dingen die vierköpfige, gut eingespielte Bläsersection featured, in deren Reihen der allseits bekannteTenorsaxofonist Mark Douthit (Michael McDonald, Billy Joel, Elton John, Garth Brooks) mit saftigem Ton für etliche Aha-Momente sorgt. Doch im Grunde ist es ungerecht jemanden besonders hervorzuheben, denn auch Larrys Sohn Travis Carlton am Bass und der engagierte Drummer Moyes Lucas, sowie der facettenreich agierende Tastendrücker Rick Jackson liefern astreine Jobs ab. Die komplette Combo spielt supertight und baut fabelhafte, dynamische Spannungsbögen auf. Wenn Instrumentalmusik aus dem 'sophisticated smooth Jazz'-Umfeld auch schon mal Gefahr läuft, ein wenig langweilig zu werden, Larry Carltons Band beweist an diesem Juliabend in Paris genau das Gegenteil. Blues, Jazz und Mainstream werden hier hervorragend verquirlt. Ein großartiges Konzert für Feinschmecker, das natürlich ohne Firlefanz und Gimmicks inszeniert wird und sich auf pure Leidenschaft beschränkt. Mr.335 wusste eben schon immer wie's geht....
An dieser Stelle sei auch nochmals auf die bemerkenswerten Zusammenarbeiten Carltons mit Robben Ford, Lee Ritenour und Steve Lukather erinnert.

Frank Ipach, 16.11.2008

 

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