Lauchhammer, Friedensgedächtniskirche, 23.04.2004

Chris Knight Der Konzertagentur Real Music unseres Kollegen Ralf Rischke ist es gelungen, einen ganz besonderen Coup zu landen. Auf seiner bisher ersten Deutschlandvisite machte Chris Knight auch im Städtchen Lauchhammer Halt, das sich somit in die illustre Reihe der anderen Auftrittsorte wie Hamburg, Frankfurt (siehe Kollege Epis großartigen Bericht und sein Interview mit Chris Knight) oder Nürnberg einreihen konnte. Immerhin: In Lauchhammer war es rappelzappelvoll - etwa 300 Nasen und damit sold out.

Markus Rill

Das Vorprogramm bestritt auch hier Markus Rill, allerdings solo mit der akustischen Gitarre.
Er wurde angekündigt als "Songwriter aus der BRD, nämlich aus Würzburg". Naja, das ließ er sich natürlich nicht entgehen, nochmals mehrfach scherzhaft aufzugreifen. Seine Stimme fand ich angenehm knarzig und mit Love has drag me down, von dem brandneuen Album "Hobo dream", When the sky turns red und vor allem Trouble with the law hat er ein paar sehr gute Stücke am Start. Das Johnny-Cash-Tribute durfte auch nicht fehlen. Allerdings war es so alleine mit der Gitarre auf die Dauer dann doch etwas eintönig, das nächste Mal hoffe ich dann auch auf die GUNSLINGERS.

Chris Knight

Nach einer kurzen Umbaupause (die Zeitvorgaben wurden wirklich aufs vorbidlichste eingehalten und die Organisation war schlichtweg perfekt) stand dann Chris Knight mit seinen drei Begleitern (wovon Drummer und Bassist immer wieder eifrig das Publikum fotografierten bzw. filmten) auf der Bühne der Friedensgedächtnsikirche.
Mit dem Sound gab es hier dann doch so einige Problemchen, jedenfalls war von Gitarrist Ty's erstem Harmonicaeinsatz bei House and 90 acres trotz beängstigend aufgeblasener Backen rein gar nichts zu hören, was dem Mann am Mischpult auch einige böse Blicke einbrachte.

Chris Knight

Auch die Gitarre hätte in der Folgezeit etwas druckvoller ertönen können, aber im Wesentlichen tat dies der guten Stimmung im Saal keinen Abbruch. Störend fand ich allerdings die rege Kommunikation vieler Anwesender, da merkte man, dass doch auch viele dieses herausragende Event in Lauchhammer wahrnehmen wollten, die sonst keine ausgeprochenen Chris Knight- oder überhaupt Musikfans sind. Ich finde sowas in jedem Fall ausgesprochen respektlos gegenüber der Band und den übrigen Zuhörern, wenn während dem Konzert ständig gequatscht wird. Einmal mußte sogar ausdrücklich vom Bassisten ein Shhh in die Runde geworfen werden, als Chris Knight ein Intro nur mit der akustischen Gitarre spielte. Aber insgesamt war die Band sicherlich froh über die Resonanz, nachdem es auch Konzerte mit nicht einmal 30 Zuhörern gegeben haben soll und ließ sich mit einer Spieldauer von gut zwei Stunden, in denen die aktuellen Sachen wie Banging away, The border, Me & this road oder Carla came home genauso nicht fehlen durften wie die Knight-Klassiker Bring the harvest home oder auch Love and a 45.

Schön, dass mit entsprechender Inititative und dem unermüdlichen Engagement der richtigen Leute an den richtigen Positionen auch solche Konzerte in "der Provinz" möglich sind.

Ralf Stierlen, 27.04.2004

 

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