Rachelle Van Zanten

Nadine

Lauchhammer, Real Music Club, 02.06.2007

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 02.06.2007

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Lauchhammer, Real Music Club, 02.06.2007

Ladies Night im Real Music Club in Lauchhammer. Und das kam etwas unerwartet. Natürlich, Rachelle van Zanten war ja klar, schließlich war die kanadische Sängerin und Gitarristin der Topact des Abends. Aber als Support waren ursprünglich die CRAVING HANDS mit unserem Frank Ipach geplant, was jedoch leider nicht klappte. Und nachdem auch der als Ersatz vorgesehene Dresdener Musiker Peter Schlott passen musste, sprang stattdessen Nadine, eine Musikerin aus Großenhain ein, die derzeit in Augsburg wohnt und auch bei dem Projekt SCOUT.X des oben genannten Peter Schlott mitwirkt. Man kennt sich eben in der Szene, die Wege sind kurz und so kann auch mal schnell reagiert werden.

Die noch sehr junge Nadine Weichenhain (gerade mal 19 Jahre alt) begleitete sich selbst mit der Gitarre und coverte bewährtes und beliebtes Liedgut aus der Ecke (vorwiegend weiblicher) Songwriter mit Stücken von Tracy Chapman, ALANIS MORISSETTE oder Carly Simon und brachte damit schon einmal gute, entspannte und dennoch erwartungsfrohe Stimmung in den recht ordentlich gefüllten Laden. Immerhin war es Samstag abend und fast zeitgleich rackerte sich die deutsche Fußballnationalmannschaft gegen die nahezu unbezwingbare Elf von San Marino ab. All das interessierte die Anwesenden wenig, man war gekommen, um einen fröhlichen Abend mit guter, handgemachter Musik zu feiern und dazu konnte Nadine ihren Beitrag leisten.

Nadine Nadine

Nach kurzer Umbaupause enterte dann Rachelle van Zanten die Bühne. Die junge Musikerin aus dem Norden von British Columbia in Kanada war früher Frontfrau der Rockerinnen PAINTING DAISIES und hat jetzt eine Solokarriere gestartet. Begleitet wurde sie auf der Tour von den beiden britischen Musikern Graham Roby an den Drums und Hamish Tesco am Bass, die eine verlässliche und grundsolide Basis für die federleichten bis zupackenden Songs zwischen Folk-Pop und Roots Rock, wie zum Beispiel beim straighten Taking Me Back. Dabei überzeugt sowohl das Songwriting als auch die Präsentation, die locker und unverkrampft und dabei dennoch hoch professionell wirkt.

Rachelle van Zanten Rachelle van Zanten

Ganz besonders hervorzuheben ist dabei das Gitarrespiel von van Zanten, die schon von Kindesbeinen auf musiziert hat. Brüchige, spröde Licks voller herber Anmut beherrscht sie genauso wie das kräftige Abrocken. Höhepunkt ist allerdings ihr beachtliches Sliderepertoire, bei dem sie wirklich alle Register zieht. Über erdigen, kernigen Grooves, lässt sie die Saiten glühen und räumt dabei gründlich mit dem Vorurteil der braven, zurückhaltenden Country-Lady auf. Wie das ohnehin eines der vorzüge der Musik von Rachelle van Zanten ist, geben sich hier doch ländliche Ursprünglichkeit und (groß-)städtische Abgeklärtheit die Klinke in die Hand. Aus den oftmals bluesinfizierten Songs klingt eine erstaunliche Reife heraus.

Rachelle van Zanten Rachelle van Zanten
Rachelle van Zanten Rachelle van Zanten

Dazu kommt natürlich auch, dass die junge, hübsche Dame ihr Publikum regelrecht um den Finger wickeln kann. Mit einer Mischung aus Charme, Unbekümmerheit, einem Humor, der gerne selbstironisch mit dem "Landeier-Image" kokettiert und einem Schuss Kumpelhaftigkeit zieht sie das Publikum in ihren bann und auf ihre Seite. Was selbstredend auch nur funktioniert, weil sie mit ihrer Band auch hervorragende Musik abliefert. In der Pause zwischen den beiden Sets nehmen sich dann vor allem Miss van Zanten, aber letztlich alle Musiker, außerdem noch viel Zeit für Autogrammwünsche und Gespräche mit den Leuten, auch wenn in erster Linie Poster statt CDs signiert werden.
Nach der kleinen Pause geht es dann weiter, vorwiegend mit Material aus dem ersten Soloalbum "Back To Francois" und mit einigen Gläsern Jack Daniels. Auc h diesbezüglich zeigt sich Frau van Zanten als kompetent: nicht nur, dass er pur genossen wird, sie legt einen ordentlichen Zug an den Tag.

Rachelle van Zanten Rachelle van Zanten
Rachelle van Zanten Rachelle van Zanten

Es ist bestimmt Teil der Show, dass bei Tryin' Again der Anfang schief läuft und man noch mal beginnen muss; schließlich heißt es ja auch Tryin' Again. Tesco und Roby kommen auch noch zu kurzen Soloparts bei der Vorstellung der Band und nach zwei Zugaben geht gegen Mitternacht ein rundum gelungener Konzertabend zwischen entspanntem Folk und kernigem Rock zu Ende mit einer charmanten Künstlerin, die nicht nur eine fabelhafte
(Slide-)Gitarristin sondern auch schon erstaunlich entwickelte Songschreiberin ist und die man sehr gerne bald wieder auf hiesigen Bühnen sehen möchte. An dieser Stelle muss man auch wieder einmal Real Music um Ralf Rischke loben, dass er dieses Juwel entdeckt hat und eines der wenigen Konzerte in Deutschland von Rachelle van Zanten in Lauchhammer stattgefunden hat.

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