Lazuli

Dénudé

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 29.03.2021
Jahr: 2021
Stil: Progressive
Spiellänge: 66:47
Produzent: Eclats

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Promotion: Just For Kicks


Redakteur(e):

Wolfgang Wetzel

Titel
01. J’attends un printemps (Saison 8 / 2018)
02. Dans le formol au museum (4603 battements / 2011)
03. Cassiopée (En avant doute / 2006)
04. 15H40 (4603 battements / 2011)
05. Mes semblables (Saison 8 / 2018)
06. Tristes moitiés (Tant que l’herbe est grasse / 2014)
07. Multicolère (Tant que l’herbe est grasse / 2014)
08. Une ombre au tableau (Amnésie / 2003)
 
09. Vita est circus (Nos âmes saoules / 2016)
10. Naïf (Amnésie / 2003)
11. En avant doute (En avant doute / 2006)
12. La valse à cent ans (En avant doute / 2006)
13. La vie par la face nord (Réponse incongrue à l’inéluctable / 2009)
14. Une pente qu’on dévale (Tant que l’herbe est grasse / 2014)
15. Nos âmes saoules (Nos âmes saoules / 2016)
16. Un automne (Amnésie / 2003)
Musiker Instrument
Claude LEONETTI Léode, Lap Steel
Vincent BARNAVOL Percussions, Marimba, Vibraphon, Glockenspiel
Romain THOREL Piano, French Horn
Arnaud BEYNEY Guitar, Pedal Steel, Mandolin, Bass
Dominique LEONETTI 6 & 12 Strings Acoustic Guitar, Accordion, Vocals

Unplugged (von englisch plug, „Stecker“; sinngemäß „nicht eingesteckt“) bezeichnet Akustikversionen von Musik

(Definition „Unplugged“ auf wikipedia)

Bereits die Grafik des Covers deutet es an, bevor das Wort „unplugged“ überhaupt wahrgenommen wird: Sechs abisolierte, blanke Stromlitzen schauen aus der blauen, braunen und gelb/grünen Isolierung heraus, umgeben von einem weißen Mantelkabel. Der fehlende, mit dem Stromnetz verbindende Stecker suggeriert: Hier geht es ohne Watt und Volt zu Werke.

Nun, ganz scheint der Stecker nicht gezogen. So verkünden LAZULI zu diesem Album, dass sie das Attribut „zurückhaltend“ bevorzugen. Zu Recht, denn bei vereinzelten Aufnahmen werden auch kurz eine Steelguitar, ein Rhodes Piano oder ein E-Bass eingesetzt.

„Zurückhaltend“, so lässt sich das neueste Werk der französischen Progger somit trefflich beschreiben. "Dénudé" wurde am 16. März 2021, genau ein Jahr nach ihrem letzten Konzert veröffentlicht. Symbolisch soll damit auf die vergangene Zeit der Stille, der Zeit ohne Konzerte seit der Coronakrise hingewiesen werden.

Dass für "Dénudé" nicht gänzlich auf sparsame Stromzufuhr verzichtet wurde, tut dem Album sehr gut. So brauchen die aus ihren alten Studiowerken entnommenen (das dem jeweiligen Song zugrundeliegende Album ist in der Setlist aufgeführt) und akustisch arrangierten Songs nicht völlig auf den ein oder anderen Soundeffekt zu verzichten. J'attends Un Printemps eröffnet das Album, Dominique Leonettis Gesang wird fast bis zum Ende des Songs ausschließlich durch Klavier begleitet. Erst in den letzten Sekunden begleiten leichte Beckenschläge das Stück und lassen es leise verhallen. Ein wunderbarer Einstieg in dieses Album. Während „das Original“, vertreten auf dem Album „Saison 8“ zunächst verhalten beginnt und sich allmählich in ein fulminantes Ende steigert, bleibt es hier, in der Akustikversion, durchgängig auf ruhigem Level. So darf J'attends Un Printemps ohne weiteres als Beispiel für die weiteren 15 Songs des Albums gesehen werden – auch wenn es tatsächlich das reduzierteste Stück ist.

Cassiopée wäre beispielhaft als Song zu nennen, in dem der Stecker nicht ganz gezogen wurde. Dieses leicht melancholische Stück wird zunächst herrlich grienend durch die Steelguitar begleitet und dann recht lautstark beendet. Allen Songs des Albums gemeinsam ist die ausstrahlende Intensität und dichte Atmosphäre, der emotionale Gesang sowie die Qualität der Künstler an ihren Instrumenten.

Diese Mischung, das nicht gänzliche „unplugged“ gepaart mit den rein akustischen Anteilen und dem oft chansonartigen Gesang wird dem Album die Chance geben, vom progliebenden LAZULIE-Hörer ebenso geliebt zu werden wie von Freunden fast reiner Akustikwerke.

Chapeau, LAZULI, ein feines Werk und gelungener Schachzug. Nicht nur, dass LAZULI hier von einer (fast) ganz anderen Seite zu hören sind. Vielmehr wird auch eine Werkschau durch vergangene 18 Jahre und sieben Alben geboten, was dem einen oder anderen Ersthörer als Appetitanreger dienen mag.

 

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