Leslie West

Unusual Suspects

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 19.09.2011
Jahr: 2011
Stil: Blues Rock

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Leslie West Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Leslie West
Unusual Suspects, Provogue Records, 2011
Leslie WestGuitars, Vocals
Kenny AronoffDrums Percussion
Fabrizio GrossiBass
Phil ParlapianoOrgan, Mellotron, Keyboard
David "Squigie" BriglinPiano on Legend and One More Drink For The Road, Acoustic Guitar on Legend
Guests:
Steve LukatherAcoustic Guitar on One More Drink For The Road
SlashGuitar on Madflap Mama and Turn Out The Lights
Billy F. GibbonsGuitar on Standing On A Higher Ground
Joe BonamassaGuitar on Third Degree
Zakk WyldeGuitar on Nothing's Changed and Turn Out The Lights
Produziert von: Fabrizio Grossi Länge: 47 Min 45 Sek Medium: CD
01. One More Drink For The Road07. Nothing's Changed
02. Mudflap Mama08. I Feel Fine
03. To The Moon09. Love You Forever
04. Standing On A Higher Ground10. You & Me
05. Third Degree11. Turn Out The Lights
06. Legend12. Beetle Juice (Bonustrack)

Mit Leslie West hält einer der letzten großen Guitar-Heros Einzug ins Hooked on Music. Wenn mir auch nie so recht klar war warum, gibt es doch - gerade unter den etablierten und gepriesenen Gitarristen - eine beachtliche Anzahl von Verehrern des einstigen Fleischberges. Auch mit seiner Stammkapelle MOUNTAIN bin ich nie so richtig warm geworden, wenn mir auch das Spätwerk "Masters Of War" (der Name macht schon deutlich: voller Dylan-Cover) ziemlich gut gefällt.
Immerhin haben sie der Welt solche Klassiker wie Mississippi Queen und Nantucket Sleighride geschenkt, was selbst ich würdigen muss.
Tatsächlich blieben MOUNTAIN über die Jahre hinweg (gegründet 1969) aktiv, wenn auch mit kleineren Pausen und diversen Nebenprojekten. Für den 17. Juni 2011 war wieder ein Konzert geplant, welches abgesagt werden musste, da Leslie West ins Krankenhaus eingeliefert werden musste und in einer Notoperation den rechten Unterschenkel amputiert bekam. Auslöser war wohl eine Infektion, möglicherweise in seiner Diabeteskrankheit begründet.
Somit sind Touraktivitäten zunächst nicht möglich, was auch musikalisch ein Jammer ist, denn zuvor hat er dieses Album hier eingespielt, welches so völlig staubfrei daherkommt, dass es eine Freude ist..

Die "unübliche Verdächtigen" sind nahezu samt und sonders die "üblichen Verdächtigen". Jedenfalls was die Gitarrenfraktion angeht. Aber auch in der Backline ist solides Fundament zu finden. Allen voran der langjährige John Mellencamp- und John Fogerty-Drummer Kenny Aronoff. Einer meiner absoluten Lieblings-Schlagwerker!
Leslie West spielt sich selbst eher in den Hintergrund, ist aber immer rechtzeitig zur Stelle, wenn es mal an einer Rückkopplung fehlt oder einen Gitarren-Aufschrei von Nöten ist. In One More Drink For The Road dominiert zunächst ein flottes Boogie-Piano, in dessen Rhythmus aber der West immer mal schroff dazwischen fährt. Schnell fällt die tolle, raue Blues-Stimme auf, die mir mit den Jahren sogar noch besser geworden zu sein scheint. Wieso Steve Lukather hier Akustikgitarre drauf gespielt hat ist mir allerdings ein Rätsel. Außerdem wird es mir etwas zu früh ausgeblendet. Mehr davon!
Gibt es, gibt es! Mudflap Mama stampft mit voller Blues-Power zur Tür herein. Hier ist es Slash, der sich zum "Duell" einfindet und - dankenswerterweise - nicht ins Dudeln gerät. To The Moon scheint dann zunächst moderner zu klingen, aber die Wurzeln liegen unverkennbar in den 60er/70er Jahren. Als man den Song schon als angenehmen Radio-Midtempo-Schleicher abtun will, drischt West urplötzlich so in die Saiten und erhebt seine Stimme mit aller Gewalt, dass selbst der einen Moment in seiner Umlaufbahn erschüttert wird. Etwas unruhig, aber sehr spannend gemacht.
Wer in Standing On A Higher Ground die zweite Sechssaitige schwingt, erkennt man nach wenigen Sekunden, den ZZ TOPs Billy Gibbons Signature-Ton ist sowas von deutlich, dass man ihn in diesem staubtrockenen Wüsten-Boogie-Rocker augenblicklich identifiziert. Perfekt zum heftigen Mitnicken und Tequila trinken.

Zur Neuauflage von Third Degree (ja, gab's schon mal von WEST, BRUCE & LAING), hat der allgegenwärtige Joe Bonamassa angestiftet und neben seiner Gitarre und auch seinen Gesang mit eingebracht. Dieser Blues-12-Takt-Kracher ist natürlich die perfekte Basis, damit sich die beiden die Soli um die Ohren hauen können.
Legend gab es zwar noch nicht, dieweil er bereits vor 30 Jahren von Joe Pizza begonnen wurde. Zur Halbzeit passt diese Piano-Ballade gut ins Konzept und solle mich fast wundern, wenn der Song nicht bald von Joe Cocker oder Zucchero oder Rod Stewart gecovert würde und ein Hit würde. Mir wird wohl diese Version hier am liebsten bleiben, denn auch West weiß stimmlich absolut zu überzeugen. Hin und wieder erinnert mich sein Gesang sogar an Warren Haynes.

Falls ZZ TOP mal eine Coverversion brauchen, würde ich ihnen Nothing's Changed (würde ja auch vom Titel her passen ... ) vorschlagen. Vom Grundkonzept ist das genau deren Texas-Blues-Baustelle. Hier ist allerdings Zakk Wylde mit an Bord, und dass der weder Bierdosen noch vor Fremdmaterial Respekt hat, ist ja bekannt. Er ist der Erste, der hier völlig enthemmt seinen eigenen Stil reindonnnert. Der Song wird dann ausgeblendet, denn wahrscheinlich haben die gedudelt, bis der Kasten leer war...
"Moderner", klingt es anfangs wieder beim folgenden Song, was den Rhythmus angeht, und dann, plötzlich, schält sich I Feel Fine von den BEATLES aus den Riffs heraus. Also auch West, vergeht sich an Songs anderer Denkmäler ungeniert und macht da einfach einen rasanten Blues-Rocker draus. Respekt.
Neben der ganz allein zur E-Gitarre gespielten Ballade You And Me, fällt noch das zunächst akustisch begonnene Turn Out The Lights besonders auf. Der Willie Nelson Song bekommt durch Slash und Zakk Wylde einen sehr southern-mäßigen Touch, der so richtig zum Mitklatschen und -stampfen einlädt. Genial auch hier wieder der Gesang von Leslie West! Also, wenn die ALLMAN BROTHERS mal einen Ersatz für Gregg brauchen ...
Tja, die geplante Tour, von Leslie West, zusammen mit Michael Schenker und Uli Jon Roth, im Herbst und Frühjahr, liegt leider erst einmal auf Eis. Hoffen und wünschen wir Leslie West dass Beste und dass er bald wieder auf der Bühne stehen (oder sitzen) kann, denn zu bieten hat er ganz offensichtlich noch eine ganze Menge. Für Blues-Rocker ist dieses Album eine dicke Empfehlung.

Epi Schmidt, 15.09.2011

 

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