Los Lobos

Disconnected In New York City

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 02.11.2013
Jahr: 2013
Stil: Roots Rock, Latin

Links:

Los Lobos Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Los Lobos
Disconnected In New York City, 429 Records, 2013
David HidalgoVocals, Guitar
Cesar RosasGuitar, Vocals
Louie PérezGuitar, Vocals
Steve BerlinSaxophone, Keyboards
Conrad LozanoBass, Vocals
Bugs GonzalesDrums
Camilo QuinonesPercussion
Produziert von: Los Lobos Länge: 59 Min 12 Sek Medium: CD
01. Intro08. Gotta Let You Know
02. The Neighborhood09. Maria Christiana
03. Oh Yeah10. Malaque
04. Chuco's Cumbia11. Little Things
05. Tears Of God12. Set Me Free (Rosalie)
06. La Venganza De Los Pelados13. La Bamba / Good Lovin' (Medley)
07. Tin Can Trust

Warum jetzt die Band "from East L.A." ausgerechnet an der Ostküste die Feierlichkeiten zu ihrem 40. Geburtstag beging, ist mir wenig plausibel, jedoch konnte ich mich ja bereits selbst davon überzeugen, dass LOS LOBOS aus jedem Veranstaltungsort ihre eigene Cantina zaubern können und so hätte 'The City Winery", im Dezember vor gut einem Jahr, anstatt in New York City problemlos genauso gut in East L.A., in Mexiko oder in Karlsruhe gewesen sein. Das "Disconnected" bezieht sich dabei - wie das Cover auch optisch verdeutlicht - natürlich auf die fehlende Verbindung zum Stromnetz und nicht etwa zum Publikum. Diese Verbindung steht schon bei der Ankündigung der Band und bereits beim groovigen The Neighborhood klatscht das Publikum mit. Ja, es zahlt sich aus, wenn man über Jahrzehnte zusammenspielt und sich praktisch blind versteht. Dieser "Klangteppich" wogt und auf und ab, umkreist seine Zuhörer, wickelt sie ein und nimmt sie mit auf eine traumhafte Reise. Da kreisen die Hüften, schon fast erotisch, und Steve Berlin umgarnt einen mit seinem basslastigen Saxofon, bevor eine Akustik-Gitarre (Cesar Rosas?) zum ersten flotten Solo ansetzt.
Natürlich ist es eigentlich nichts Besonderes, dass LOS LOBOS "unplugged" spielen, denn von jeher waren akustische Instrumente ein gewichtiger Teil ihrer Musik, und Konzerte (oder Teile davon) wurden oft auf akustischer Basis bestritten.

Etwas "Besonderes" ist es aber allemal, dieser Band lauschen zu dürfen. Nicht umsonst ist sie auch bei Jam-Rock-Freunden gern gehört und Leute wie Warren Haynes fühlen sich in Gesellschaft der "Wölfe" immer besonders gut. Auch Oh Yeah ist so ein Beispiel, für einen südamerikanisch und jazzig angelegten Groove-Song, der eigentlich nie enden könnte.
Natürlich sind die Herren Hidalgo, Perez, Rosas und Co. auch für ihre mexikanisch und kubanisch verwurzelten, traditionell angelegten Songs bekannt und beliebt und wie es bei Chuco's Cumbia auf der Tanzfläche vor der Bühne ausgesehen hat, kann man sich schon gut vorstellen. Klasse wieder das Solo von Steve Berlin!
Wer auf die frühen Songs der Band steht, wird mit dem wundervollen Tears Of God vom Album "By The Light Of The Moon - welches für Viele zu ihren besten Alben gehört - verwöhnt. Hat auch 25 Jahre später nichts von seiner Magie verloren!
Es geht gleich darauf wieder zurück und der Club "zur schönen Aussicht" öffnet erneut seine Pforten erneut und längst verschwendet man keinen Gedanken mehr daran, ob hier mit oder ohne Stecker musiziert wird. Das ist dermaßen stimmig und ansprechend, was die Band hier fabriziert, dass man sich einfach davon treiben lässt.
Ob locker zwischen Jazz und Blues pendelnd - wie in Tin Can Trust - , Old-School-Polka-Party ausrufend - mit Gotta Let You Know - , oder eine der herrlichen Kollaborationen von Hidalgos Akkordeon und Berlins Saxofon - wie bei Maria Christina - , es macht einfach Spaß, eine Fiesta mit dieser Band zu feiern.

Wie gesagt, für mich absolut faszinierend, wie diese Band harmoniert und groovt. Wie sich Akustikgitarre und Querflöte in Malaque "umgarnen" und den Zuhörer in einen fast hypnotisierten Zustand versetzen, ist schon einzigartig.
Melancholisch-verträumt wird’s bei Little Things, wobei Drummer Bugs Gonzales schon aufpasst, dass es nicht zum Wegdämmern reicht. Mit dem Band-Klassiker Set Me Free (Rosa Lee), wird denn auch wieder im 50's-Stil Dampf gemacht und so bestens das Finale mit - wie könnte es anders sein? - La Bamba vorbereitet. Vielleicht kommt der Hit im akustischen Gewand sogar noch eine Spur besser, als die elektrische Variante? Mir gefällt beides, vor allem, wenn - wie so oft und natürlich auch hier - ein Medley mit Good Lovin' daraus wird.
Einen besseren Höhepunkt für eine Party kann es kaum geben. Meinen auch die Besucher und wer hätte gedacht, dass man an der Ostküste so toll spanisch spricht, respektive singt?
Wenn es also Kritik an dieser Veröffentlichung geben kann, dann nur, dass es nicht gleich ein Doppelalbum geworden ist. Wobei dem Interessierten geholfen werden kann, denn es gibt auch eine Ausgabe mit einer weiteren CD + DVD. Davon müsst ihr euch dann selbst einen Eindruck verschaffen, der aber sicher kein schlechter sein wird.

Epi Schmidt, 23.10.2013

 

(C) 2008 - 2020 by Hooked on Music