LOWB

Leap And The Net Will Appear

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 10.09.2013
Jahr: 2013
Stil: Electronica

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Redakteur(e):

Steffen Frahm


LOWB
Leap And The Net Will Appear, Distiller Records, 2013
Andy BarlowElectronics, Instruments, Production
Produziert von: Andy Barlow Länge: 47 Min 57 Sek Medium: CD
01. Wheeler Dealer Healer07. Tears And Sparks
02. Lowb08. The Shaman's Wife
03. Everybody09. Inward Outburst
04. Consecration10. Looking God In The Eye
05. Digital Stoneage11. Compassion
06. Haven

LOWB ist Andy Barlow, und Andy Barlow ist 50% von LAMB, diesem Manchesteraner Elektro-Duo, das (wie so vieles Andere auch) bislang stets ziemlich weit unter meinem Radar flog. Und da brat' mir doch einer einen Storch: Gerade eben wollte ich mich erinnern, wie sich LAMB nochmal anhörten, zappte in ihr 2011er Album "5" hinein, um genau zu sagen in dessen Opener Another Language - und landete einen enthüllungsjournalistischen Volltreffer: Denn Wheeler Dealer Healer, mit dem "Leap And The Net Will Appear" lospluckert, ist eine Instrumentalbearbeitung ebendieses LAMB-Tracks. Und gefällt mir gleich mal besser als sein Original. Falls Ihr jetzt erwartet, daß ich in die Richtung weiterforsche, seid Ihr schief gewickelt: Ich vertraue darauf, daß LOWB eine ganz eigene Kiste ist.

"Leap And The Net Will Appear" könnte man auch übersetzen mit "Trau dich, es wird schon gutgehen. Dir kann nichts passieren." Und ganz in diesem Sinne hat Andy Barlow ein sehr variationsreiches Paket zusammengestellt: Haven, sehr melodisch, fast lyrisch, mit akustischen Gitarren und sogar einer Harfe instrumentiert, darunter ein lounge-jazziger Rim-Beat...im Grunde ist daran nichts verkehrt, ich fühle mich sogar ans mächtige CINEMATIC ORCHESTRA erinnert, allein: Es scheint mir doch etwas süßlich geraten, außerdem gibt's schon soviel Zeugs dieser Machart, ich hab' da nicht drauf gewartet, aber es ist gut gemacht. Inward Outburst greift ordentlich in die Melancholie-Kiste und verweigert streckenweise den Groove: Sehr cleane, akzentuierte Drum-Sounds hat es hier, und der Beat leistet sich Zicken, gar subtile Stolperer. Eine gewisse Carrie Tree singt so, daß es nichts auszusetzen gibt aber eben auch wie man's kennt. Eerie kann man mit Fug und Recht dazu sagen, aber da hör' ich mir lieber Andreya Triana, BONOBO oder irgendwas Anderes von Ninja Tune an.
Everybody deutet mit einem leider etwas preset-igen Housebeat, und ringmodulierten DAFT-PUNK-Vocals semi- entschieden Richtung Floor, allerdings ohne dort je anzukommen. Es ist...ganz witzig (wie ein läppisch vorgetragener Disco-Gag), mehr aber leider auch nicht. Consecration (mit Jay Leighton am Gesang) versucht's beschwörend-schamanisch mit 16tel Hi-Hats und düsterem Downbeat-Getrommel. Da ist nichts bei, was MASSIVE ATTACK vor einer gefühlten Ewigkeit mit Tracks wie Inertia Creeps nicht schon bis an den Rand des Erträglichen ausformuliert hätten. Dazu ein Refrain, der unangemessenen Wohlklang verbreitet...wieder falsch.

Und so geht es zuende mit mir und diesem Album. Keine Höhepunkte, keine Abstürze, keine Hängenbleiber. Zuviel Abwechslung. Zuwenig Abgrund. Irgendwie...epigonal...Eine Rock-Kategorie, von der ich wohl bisher immer dachte, sie wäre nicht anwendbar bei elektronischer Musik, die ja per se immer modern und der neueste Scheiß ist... Aber auch in diesem Segment gibt es natürlich längst die 2., 3., X-te Garnitur. Leap And The Net Will Appear - Vielleicht ist das das Problem.

Steffen Frahm, 19.08.2013

 

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