Lucifer's Friend Live At Rockpalast, Repertoire Records, 2015 |
Mike Starrs | Gesang | |||
Peter Hecht | Synthesizer & Keyboards | |||
Dieter Horns | Bass & Gesang | |||
Peter Hesslein | Gitarre & Gesang | |||
Adrian Askew | Keyboards | |||
Herbert Bornholdt | Schlagzeug | |||
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CD & DVD | ||||
01. Intro/Moonshine Rider | 06. Good Times | |||
02. Sweet Little Lady | 07. Ride The Sky | |||
03. Burning Ships | 08. Rock 'n'Roll Singer | |||
04. Fugitive | 09. Natural Born Mover | |||
05. Warriors | ||||
In den 1970er Jahren waren sie eine der führenden deutschen Rock-Bands: LUCIFER’S FRIEND. Mit ihrer Mischung aus hartem Rock, einem Schuss Blues und auch ein wenig klassischen Einflüssen fanden sie sowohl bei Kritikern als auch Fans eine positive Resonanz. Dabei sah es nach dem selbstbetitelten sehr doomigen Debüt-Album erst einmal gar nicht gut für LUCIFER’S FRIEND aus. Das ging sogar so weit, dass Sänger John Lawton bei den LES HUMPHRIES SINGERS aktiv wurde und Peter Hesslein und Peter Hecht in der James Last Band zumindest ihr finanzielles Heil suchten.
Zum Glück hinderte das die Band aber nicht daran, weitere Alben zu veröffentlichen, die jeweils andere Sound-Aspekte wie Psychedelic, Hard Rock, Fusion und Garagen Rock hervorhoben, bevor Lawton zu URIAH HEEP wechselte. Als Nachfolger wählten sie den ehemaligen COLOSSEUM II-Frontmann Mike Starrs. Nach dem 1978er Werk “Good Time Warriors“ erhielt die Band die Einladung, in der WDR-Reihe “Rockpalast“ aufzutreten.
Am 6. Dezember 1978 war es in der Dortmunder Westfalenhalle so weit. Die Band kam nach einem Keyboards-Intro zu den Klängen von Moonshine Rider auf die Bühne um der vollbesetzten Halle einen gut einstündigen Set gespickt mit den exzellenten Songs der bisherigen Alben, wobei sie aber einen großen Wert auf damals aktuelle Lieder wie Sweet Little Lady, Waariors und Good Times aber auch Klassiker älteren Datums à la Burning Ships, Fugitive, Ride The Sky bis hin zu Natural Born Mover. Die Band spielt mit viel Leidenschaft und dennoch großer Präzision. Und neben Sänger Mike Starrs, der hier beweist, dass er die Lawton-Stücke ebenso packend singen kann, kann auch Gitarrist Peter Hesslein seine Qualitäten hier mehr als nur einmal unter Beweis stellen. Einzig die Chorgesänge sind nicht immer ganz sattelfest – aber das ist eben live und nicht im Studio nachbearbeitet.
Bei der Bild- und Sound-Qualität muss man natürlich angesichts des Alters einige Abstriche gegenüber anderen, späteren Produktionen aus der Rockpalast-Serie machen. Wenn man dies berücksichtigt, dann kann man durchaus zufrieden s ein, man sollte nur eben nicht gerade kurz zuvor ein Produkt neueren Datums als Vergleich gesehen haben, dann fällt die Qualität eben doch deutlich ab. Zudem bekommt man am heimischen Fernseher von der Atmosphäre in der Halle wenig mit – lediglich beim Mitsingspiel in Rock ‘n‘ Roll Singer und vor der Zugabe Natural Born Mover wird das Publikum mal kurz gezeigt.
Aber bei einem guten Auftritt – wie eben diesem hier – kann man das alles gut verschmerzen. Zumal es ja sonst wenige audio-visuelle Live-Dokumente von dieser Klasse-Band zu genießen und bewundern gibt. Daher sollte man diese Chance ergreifen und sich dieses wirklich gute Doppel von CD und DVD in das gut sortierte heimische Regal stellen, um die Möglichkeit zu haben, spontan mal in die Musik-Welt der 1970er Jahre zurückzureisen.