Jaded Heart

Blackburn

Ludwigsburg, Rockfabrik, 09.05.2004

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 09.05.2004

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Jaded Heart Homepage



Redakteur(e):

Martin Schneider


Ludwigsburg, Rockfabrik, 09.05.2004

Nach langer Zeit verschlägt es mich anlässlich der Auftritte von JADED HEART und BLACKBURN mal wieder nach Ludwigsburg in die Rockfabrik. Wie lange mein letzter Besuch zurückliegt, merke ich vor allem daran, dass die altehrwürdigen Räumlichkeiten mittlerweile einige Umbauten über sich ergehen lassen mussten.

Ein Zettel am Haupteingang informiert: 'Konzert findet im Club 2 statt. Zugang nur über das Parkdeck.'
Club 2 entpuppt sich als kaum größer als mein Wohnzimmer, ausgestattet mit einer winzigen Bühne. Als das weitaus größere Problem soll sich aber wenig später die Bühnenausleuchtung erweisen. Gerade mal eine handvoll bunter Lichter sind auf die Wand hinter der Bühne gerichtet. Dazu kommt eine armselige Lampe, sorry Strahler, die von vorne direkt auf die Bühne strahlt. Damit hat sich das Thema fotografieren praktisch erledigt.

Blackburn Als BLACKBURN gegen 20 Uhr 30 die Show eröffnen hat sich der Club 2 mit zwischen einhundert und einhundertfünfzig Leuten gut gefüllt. Die Kapazität ist zwar nicht vollkommen ausgeschöpft, aber bei mehr Besuchern hätte es trotz Klimaanlage ungemütlich werden können.

Die Schweizer zwängen sich mit Müh und Not auf die Bühnenbretter und leben mit dem Handicap, dass Leadgitarrist Smuti die meiste Zeit mehr oder weniger hinter den Lautsprechern spielen muss und selten im Blickfeld des Publikums ist. Gemessen an den Umständen liefern BLACKBURN aber eine ordendliche Show ab.
Musikalisch bestanden ohnehin nie Zweifel, dass der straighte, traditionelle, rifflastige Heavyrock mit unüberhörbarer Anlehnung an AC/DC und KROKUS mit den weiblichen Leadvocals seine Liebhaber finden wird. Zumindest ein stattlicher Anteil des Publikums ist nicht mit Hunderternägeln an den Clubboden geheftet und lässt sich von den Highlights des Debütalbums "Poker face" begeistern.

Zudem lassen BLACKBURN erahnen, dass sie unter weniger beengten Verhältnissen auch optisch weitaus mehr hergemacht hätten. Dabei wirkt die Aufteilung mit den beiden großen Gitarristen Andy und Smuti als flankierende Türme von Frontlady Gabi und der immer lächelnden Bassistin Corinne schon so sehr ansprechend.

Die Support-Show von BLACKBURN ist dann doch sehr unterhaltsam und machte Lust auf ein baldiges Wiederhören und -sehen - in einem anderen 'Theater'.

Jaded Heart JADED HEART haben beim gut angeheizten Ludwigsburger Publikum leichtes Spiel, nicht zuletzt deshalb, weil eine größere Anzahl beinharter Fans an diesem Abend vor Ort sind, die jeden Song der Band nach allen Regeln der Kunst abfeieren.

In Punkto Songauswahl hat die Band zumindest für mich einige überraschende Entscheidungen getroffen. Dazu zählt gleich der semi-akustische, sleazige Opener Sweet summertime, das ich, wenn überhaupt, als eine außerplanmäßige Zugabe erwartet hätte. Nicht weniger verblüffend, dass Love is magic als Ballade vom aktuellen Album "Trust" gegenüber dem wesentlich anspruchsvolleren und weitaus emotionaleren bluesigen If I lose das Rennen gemacht hat. Masquerade, eine sichere Bank als potentieller Hit in bester BON JOVI-Manier fällt ebenfalls ganz durchs Raster, dafür gibt es das auf dem Album eher blasse Burning heart, das live aber verdammt gut kommt. Auf das geradezu als Opener prädestinierte Doppel Anytime / Feels like home muss man bis zum Zugabeblock ausharren.

Jaded Heart Michael Borman steht als Sänger außerhalb jeder Diskussion, führt als charismatischer Frontman mit ausgesprochenen Entertainerqualitäten durch das Programm und verfährt dabei nach dem Motto: Schweigen ist Silber, reden ist Gold.
Erfreulicherweise erwecken die bisweilen sehr ausgedehnten Ansagen nie den Eindruck identisch mit denen des Vorabends zu sein. So erfährt man fast beiläufig, dass in Flensburg den Tourauftakt gerade mal dreiundzwanzig zahlende Gäste sehen wollten, die zu allem Elend auch nur das neue Album zu kennen schienen, das Konzert in Bochum dagegen ein absoluter Knaller war. Es gibt Lob für die Support-Band, hämische Worte für den nicht vorhandenen Backstage-Bereich und dazwischen jede Menge hochklassigen Melodic-Rock.

Jaded Heart Dabei überzeugen JADED HEART durch eine erfreulich kernige Gangart, was nicht zuletzt an den harten Gitarrenparts von Barish Kepic liegt.

Eigentlich bieten JADED HEART alles, was man sich von einer guten Melodic-Rock Band erhofft. Tolle Songs mit griffigen Hooklines, Ohrwurmmelodien die einen noch tagelang verfolgen, und bei aller Melodik und Emotionalität kommen nie Zweifel auf, sich auf einem Rockkonzert zu befinden. Spielfreude kann man der Band genauso wenig absprechen, wie eine gelungene Balance von Perfektionismus und Spontanität.

Totzdem hält sich meine Begeisterung in überschaubaren Grenzen, was aber weniger an der Band als vielmehr an den beschriebenen bescheidenen Rahmenbedingungen der Show liegt.

Jaded Heart

Martin Schneider, 11.05.2004

 

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