Tesla

Ludwigsburg, Rockfabrik, 11.06.2008


Konzertbericht

Reviewdatum: 11.06.2008

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Redakteur(e):

Marco Weiden


Ludwigsburg, Rockfabrik, 11.06.2008

So was nennt man wohl Eroberung im Sturm. Die vier Jungs um Frontmann Jeff Keith entern die Bühne, begrüßen Ihre Fans in der ersten Reihe erstmal mit ausgiebigem Abklatschen, und verpassen uns mit Comin' Atcha Live auch gleich eine volle Ladung mitten ins Gesicht. Dabei fasziniert ein im Vergleich zur letzten Tour neues Gitarrenduell zwischen Frank Hannon und Dave Rude.

Besonders Frank Hannon ist heute in hervorragender Spiellaune, rennt über die kleine Bühne und feuert das Publikum ausgiebig an. Vorteilhaft hierfür ist, dass es in Ludwigsburg keine Absperrung gibt, was die Nähe zum Publikum offensichtlich fördert.
Zweiter Song des Abends ist Into The Now vom gleichnamigen Album. Dieser kommt sehr hart rüber und scheint sich als ein Live- Standard von Tesla zu etablieren. Das Folgende Hang Tough wird vom Publikum frenetisch gefeiert und Jeff Keith vergisst auch nicht das live etwas schwierig zu reproduzierende ,wop-wop', das den Song auf der Platte beschließt, zu imitieren.

Mit einem Verweis auf die Tesla Tour im Vorprogramm der SCORPS 1991 sagt Frank Hannon Gettin' Better an, das vom Publikum lauthals mitgegrölt wird, ebenso wie Heaven's Trail und The Way It Is.

Auffallend bis hier hin, dass wirklich nur Standards (bis auf Into The Now) der frühen Tesla Jahre gespielt werden, was aber, wie meistens, niemanden stört. Zu ihrem Hit Signs hat sich Frank Hannon und Dave Rude im Vergleich zur Tour letztes Jahr ebenso ein neues Intro einfallen lassen, dieses beginnt nun mit einem stark AC/DC- lastigen Riff, das in die Signs-Melodie übergeht.

Auch der Love Song wird dieses Mal nicht als Rude/Hannon Kombination begonnen, sondern lediglich von Frank Hannon, dessen Intro nun spanische Klänge verarbeitet und relativ lange dauert. Ein Meister seines Fachs! Der Love Song wurde wiederum lauthals mitgegrölt, sogar die härtesten Metaller werden hier zu Romantikern. Free Bird! Leider nur kurz angespielt, nach einem Zwischenruf aus dem Publikum, der die Band sichtlich amüsierte. Wäre mal was Anderes gewesen. Stattdessen folgt What You Give, einer der Lieblingssongs von Jeff Keith, was man seiner ausdrucksstarken Vorstellung anmerken kann.

Wo bleibt was von "Reel to Real"? Nirgends, bzw. nicht wirklich, ist doch War Pigs ein Song, den Tesla schon seit Ewigkeiten live spielen. Geplant war wohl an dieser Stelle Rock Bottom zu bringen, auf der Setlist war der Song aber ausgestrichen und durch Pigs ersetzt. Vor allem Dave Rude konnte hier mit seinem harten Gitarrenpart glänzen, ein Paradestück! Auch beim Doppelgitarrensolo an dieser Stelle wussten beide Gitarristen zu glänzen und das harte Riff schien ihnen richtig Spaß zu machen.

Mit Hinweis auf Steve Clark von DEF LEPPARD, dem dieser Song gewidmet wurde und der mit Sicherheit von ,oben' zuhörte der nächste Kracher, Song and Emotion. Ohne langweiliges und langes Intro und Outro, einfach ein toller Song. Auch Jeff Keith, der eigentlich immer gut drauf zu sein scheint, hatte heute einen besonders guten Tag, mit noch besserer Laune. Wie er die Leute bearbeitete, in Steven-Tyler-Manier über die Bühne tänzelte (ist er der eigentliche Steven Tyler??) und immer wieder Schoten zum Besten gab, war einfach toll und sehr sympathisch.

Noch mal ein Stück (relativ) neueren Datums, Heaven 911, das live immer besser rüberkommt, sehr hart ist und einen berechtigten Stammplatz zu bekommen scheint. Zu Little Suzi durfte dann auch Dave Rude noch mal sein Solo beisteuern, ebenso wie eine kurzes Drumsolo von Troy Luccketta, der hinter seiner Schießbude viel zu lachen hatte und wie immer eine solide Leistung ablieferte.

Modern Day Cowboy und als Zugabe Edison's Medicine schlossen den Auftritt. Brian Wheat hatte ein bisschen Deutsch gelernt und verabschiedete sich mit ,Ich liebe Dich' (wen er genau meinte, war nicht klar). Ich sehe das sicherlich durch die Tesla-Brille, aber mein Eindruck ist, dass diese Band nach den ausgiebigen Tourneen in den USA und dem Rest der Welt eine noch bessere Einheit geworden sind, ohne eine gewisse Spontaneität einzubüssen. Wirklich tight, wirklich ehrlich und mit dem Versprechen, dass die Leute lachend die Halle verlassen.

Zur Zeit befindet sich auch eine neue (und fällige) Studioplatten in Produktion, die für September geplant ist und die auch wieder betourt werden soll. Auch bei uns. So jedenfalls ein weiteres Versprechen von Jeff Keith. Außerdem werden wir in Kürze (am 15. Juli ist Veröffentlichung in den Staaten) eine Live- DVD bekommen können, die dieses Jahr im Februar aufgenommen wurde und die ein komplettes Konzert beinhaltet.

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