Lustfinger

Lustfinger

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 30.07.2022
Jahr: 2022
Stil: Punk,
Spiellänge: 42:43
Produzent: Jörg 'Warthy' Wartmann

Links:

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Plattenfirma: BSC Music


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Die Toten Hosen

Strassenjungs

Ramones

Die Ärzte

Titel
01. Auf Los geht's los
02. Lügengarantie
03. Benzin
04. Durch's Feuer gehen
05. Steh auf und tanz
06. Alles ist besser
07. My Brain Is hangin' (Bonzo goes to Bitburg)
 
08. Jeder Tag
09. Stürmische See
10. Wir waren Träumer
11. Es war ne geile Zeit
12. Walk Into The Fire
13. Hast La Vista
Musiker Instrument
Tom Fock Gesang
Danny Raygun Gitarre
Tom 'Schilli' Schill Bass
Tommy Wagner Schlagzeug
Gast:
Jean Beauvoir Gesang bei 'Walk Into the Fire' und 'My Brain Is Hanging (Bonzo Goes To Bitburg)'

Vor den TOTEN HOSEN waren LUSTFINGER, denn die Münchner gründeten sich offiziell bereits ein Jahr vor den Düsseldorfern. Genauer gesagt 1981 und geografisch genauer gesagt in Lohhof bei München. Ansonsten schrumpfen die gut 550 km Entfernung zwischen den beiden Locations aber auf wenige Millimeter, wenn jeweils die Gitarren umgehängt werden und die Verstärker hochgefahren werden. Man muss zugestehen, dass LUSTFINGER einen deutlich höheren Verschleiß an Bandmitgliedern hatten, als die HOSEN aber am Mikro steht nach wie vor Tom Fock und das garantiert für den Dreck unter den Nägeln, den Stimmbändern und für die ansprechende Texte.

 

Um nochmal auf die HOSEN zurückzukommen, für mich klingen LUSTFINGER so wie Campinos nur noch selten. Mainstreams Liebling zu sein schleift halt Kanten ab. Natürlich, hier klingt auch nicht mehr alles nach Ur-Punk von 1977 und Steh Auf Und Tanz oder Alles Ist Besser wäre – in früheren Zeiten – auch bei den ÄRZTEN nicht negativ aufgefallen. Grundsätzlich gehen LUSTFINGER mit Power und High-Speed ans Werk und an Mitsinghymnen mangelt es bei ihnen auch nicht. So ist es kein Wunder, dass die Band mit Grünwalder Stadion und Löwenmut dem TSV 1860 bereits zwei Songs gewidmet hat. Ein echter Münchner ist nun mal ein 60er. Da kennt man die Stürmische See und weiß, wie man da mit Schmackes durchpflügt.

 

Nach über 40 Jahren blickt man auch einmal zurück und hat trotzdem “die Sehnsucht, noch einmal neu zu starten“, wie in Wir waren Träumer. Nicht dass die Texte so schwer zu verstehen sind, aber trotzdem schön, dass sie im Booklet abgedruckt sind. Fan-Favorit bei den anstehenden Konzerten – das prognostiziere ich schon jetzt – wird Es war ne geile Zeit sein. Nicht zuletzt, weil “die ist nicht vorbei“. Geadelt wurde die Band für diese Zeit unlängst, als sie für den langjährigen RAMONES-Drummer Marky Ramone den Anheizer machten. Wenn sich dann mit Jean Beauvoir für den RAMONES-Song My Brain Is Hangin (Bonzo Goes To Bitburg)Jean Beauvoir amerikanisches Rock'n'Roll-Urgestein (und Autor des Songs) einfindet ist die Party an kochen.

 

Und bei der englischen Fassung der Power-Ballade Durchs Feuer gehen, Walk Into The Fire, stellt sich Jean ebenfalls hinters Mikro. Mir gefallen beide Fassungen. Noch besser gefällt mir allerdings das Finale mit Hasta La Vista, bei dem es nochmals ordentlich zur Sache geht und der Pogo-Kessel vor der Bühne mit Sicherheit so am Siedepunkt ist. Wird künftig in keiner Zugabe von LUSTFINGER fehlen dürfen. Und wer sich eine geile, punkige Zeit verschaffen will, bei dem darf diese Scheibe auch nicht fehlen. Vamos!

 

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