Lynyrd Skynyrd

Rockpalast

Live At Rockpalast

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 19.10.2008
Jahr: 2008
Stil: Southern Rock

Links:

Lynyrd Skynyrd Homepage

Lynyrd Skynyrd @ facebook

Lynyrd Skynyrd @ twitter



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Live At Rockpalast, Eagle Vision, 2008
Loreley Festival 1996:
Johnny Van ZantVocals
Gary RossingtonGuitar
Rickey MedlockeGuitar
Hughie ThomassonGuitar
Billy PowellKeyboards
Leon WilkesonBass, Backing Vocals
Owen HaleDrums
Dale Krantz-RossingtonBacking Vocals
Carol ChaseBacking Vocals
Hamburg 1974:
Ronnie Van ZantVocals
Gary RossingtonGuitar
Allen CollinsGuitar
Ed KingGuitar
Billy PowellKeyboards
Leon WolkesonBass, Vocals
Bob BurnsDrums
Produziert von: Westdeutscher Rundfunk Länge: 119 Min 00 Sek Medium: DVD
Loreley Festival 1996:
01. Workin' For MCA08. What's Your Name
02. I Ain't The One09. That Smell
03. Down South Jukin'10. Simple Man
04. Double Trouble11. Gimme Three Steps
05. I Know A Little12. Call Me The Breeze
06. Saturday Night Special13. Sweet Home Alabama
07. Swamp Music14. Free Bird
Bonus Tracks: Hamburg 1974
01. Workin' For MCA03. Sweet Home Alabama
02. Free Bird

Als legendär kann man ja nahezu alle Rockpalast-Konzerte bezeichnen. Die "auf der Loreley" nehmen aber da noch einen Sonderstatus ein. Man denke nur an den, ja, legendären Auftritt der OUTLAWS zurück. Am 23.6.1996 betrat ich erstmals dieses Gelände. Angelockt sicher durch die Bands, die an diesem Tag spielen sollten, aber auch durch das Motto, unter dem dieses Festival stand: "Dedicated to the memory of Rory Gallagher" hieß es da nämlich.
Schön, denk ich mir, aber dass dem Rockpalast als "Erinnerung" an einen Künstler der, vielleicht wie kein anderer, mit dem Namen dieser Reihe verbunden war, nix anderes einfällt als eine Art "Southern Rock Festival" zu inszenieren, ist, mit Verlaub, armselig.
Schön, vielleicht war es anders geplant. Auf meinem Ticket stand z.B. noch Jackson Browne als Co-Headliner (zweifellos auch ein Gallagher-Weggefährte ...). Mehr dürfte Rory gefallen haben, dass die MUDDY WATERS BAND am Nachmittag auftrat und ebenso THE BAND. Den einzigen richtigen Tribut lieferten NINE BELOW ZERO, die, zusammen mit Gästen wie Lou Martin, Marc Feltham, Brian Robertson - und natürlich Gary McAvoy in ihren Reihen - den "Geist" Gallaghers aufleben ließen.
Spätestens mit MOLLY HATCHET wurde an diesem Tag die Kehrtwendung vollzogen. Auch wer nicht anwesend war, konnte sich dieses Festival ja schon desöfteren in der Fernsehaufzeichnung reinziehen und kam so, nach HATCHETs Auftritt in den "Genuss" eines kurzen Interviews, welches Alan Bangs mit Johnny Van Zant und Gary Rossington zu führen versuchte. Vor herrlicher Kulisse, auf der Mauer über dem Rhein. Leider war aus den Südstaatlern wenig Vernünftiges herauszuholen. Dass sich Gary gerade mal erinnert, Rory Gallagher mal getroffen zu haben, kann man ja noch verstehen, aber selbst zu den Kollegen von MOLLY HATCHET fällt ihnen kaum mehr ein, als dass es auch eine Band aus dem Süden ist, die nach dem "Planecrash" aufkam. Na ja, schreiben wir ihnen mal eine gute Portion Jetlag zu (oder sonst was). Aus der, in dem Interview angesprochenen, eventuellen Jam-Session, am Ende des Abends (Bob Dylans I Shall Be Released wurde schon genannt) wurde leider auch nichts. Hoffentlich haben nicht zu viele Musiker den ganzen Tag darauf gewartet.

LYNYRD SKYNYRD betraten dann die Bühne, als über die PA noch lautstark FREEs Alright Now lief, legten dann umgehend aber mit Workin' For MCA los und leiteten ein grandioses Konzert ein. Vielleicht hat sie die einmalige Atmosphäre dieses Amphitheaters zusätzlich inspiriert (ein Verkäufer an einem Versorgungsstand nannte mir die Loreley, zusammen mit der Berliner Waldbühne, als schönstes Open-Air-Gelände Deutschlands). Jedenfalls ging die Band mit ungeheurem Drive an ihren Auftritt heran. I Ain't The One, Down South Jukin', Double Trouble sehr druckvoll und ein rasantes I Know A Little. Wider dem Anschein vom Interview, war die Band in Topform und überhaupt in der - für mich - besten Besetzung nach 1977!
Dazu trug nicht unwesentlich Ex-OUTLAW Hughie Thomasson bei, der, sozusagen, den filigranen Ed King - Part problemlos und äußerst kompetent übernahm. Dazu noch übercool seine Gitarre wie eine Winchester an der Hüfte balancierte.
Rickey Medlocke vollführte im Laufe des Abend immer ausuferndere "Kriegstänze" und auch die Grimassen, während seiner Soli, sind mit Sicherheit Altlasten von Kriegsgesängen seiner Vorfahren. Gitarre spielte er dabei jedoch nahezu genial und traf sich gerne mit Gary zum Unisono- oder Harmoniesolo am Bühnenrand. Letzterer verharrte auf der Bühne und lies seine Gitarren aufheulen, beschränkte ich auf kleine Ergänzungen, um dann plötzlich hinter Johnny her über die Bühne zu spurten oder ein mitreißendes Solo abzufeuern. Steckt doch immer wieder voller Überraschungen, der Kerl.
Weiter müssen die Background-Damen Dale Krantz-Rossington und Carol Chase Erwähnung finden, die nicht nur einen 1a - Gesang lieferten, der sehr viel zum hervorragenden Gesamtsound beitrug, sondern auch bestens gelaunt fast ihre eigene Show am Bühnenrand hatten. Da wurde getanzt und sich nach manchem Einsatz "abgeklatscht" und eine Freude versprüht, die man manchem ihrer Kollegen gewünscht hätte. Johnny Van Zant etwa. Der singt klasse! Wahrscheinlich besser jemals danach, aber die Ansagen verkraftet man (ich) wirklich nur, wenn man selber in dieser Atmosphäre vor der Bühne steht. Von wegen "south will rise again" und so Zeug.
Was auch vor dem heimischen Bildschirm gut kommt: Wenn sich die Typen zur Gitarren-Armee versammeln und die Steinstufen zum Publikum hin hinabschreiten. Da läuft mir auch 12 Jahre später ein Schauer über den Rücken.

Außerdem ist die Bild- und Soundqualität um einiges besser, als man das von der TV-Ausstrahlung gewohnt ist. Da wurde vorbildlich gearbeitet.
Jedes Instrument ist hervorragend zu hören, was gerade solchen Parts, wie dem Solo in That Smell zugutekommt. Da richten sich weitere Haare auf den Armen auf!
Alle drei Gitarristen bekommen ihren Solospot, wovon mich am meisten Hughie Thomasson - mit einem kleinen Ghostriders-Auszug - begeistert. Selbst dem miesepetrigen Rossington entlockt Hughies Beitrag ein Lächeln.
Die Setlist: Na ja, die leidgeprüfte und -gewohnte Southerngemeinde ist das mittlerweile gewohnt. Bestimmt hat sich der ein oder andere Fan einen Song aus den Alben "1991" oder "The Last Rebel" gewünscht, aber in diesem Rahmen und als Headliner kann man die Songauswahl wohl verteidigen.
Schön sind die Kameraschwenks über das Publikum, wo sich sicher mancher wiederfinden wird. Etwa beim "Mitklatsch-Intro" zu Gimme Three Steps. Etwas schludrig von Rossington aber mit ordentlich Dampf gespielt und entsprechend von den Fans gefeiert.
Richtig geil kommt das rasante Call Me The Breeze, bei dem sich Rossington, Medlocke, Thomasson und Wilkeson wieder zur "Attacke" versammeln. Natürlich wird Sweet Home Alabama freudig begrüßt und ausgiebig mitgesungen. Wie auch die erwartete Zugabe Free Bird, vor der Johnny dann doch noch kurz Rory Gallagher erwähnt.
Mittlerweile gibt es einige Mitschnitte von LYNYRD SKYNYRD. Ich halte diesen für den Besten von allen (die ich kenne). Das liegt auch an der Bühne, der Kameraführung, natürlich der Band - die mir in späteren Jahren oft zu selbstherrlich agierte - dem Sound und dem ganzen Drumherum.
Als Bonus gibt es drei Songs von einem Auftritt in der Hamburger 'Musikhalle' 1974. Wieder was "Legendäres", da hier natürlich noch Ronnie Van Zant der Leadsänger war und Allen Collins an der dritten Gitarre zu sehen ist. Man sieht, schon damals huschte den Mannen selten ein freundlicher Gesichtsausdruck über das Antlitz. Spielerisch waren sie aber da schon klasse, was leider der bescheidene Ton nicht rüberbringen kann. Als historischen Mitschnitt wird man sich das ein- oder zweimal ansehen, wohingegen das Loreley-Konzert problemlos öfter zu konsumieren ist.
Die Selbstinszenierung von Bobby Ingram, vom Nachmittag, brauch' ich eigentlich nicht mehr, aber es wäre doch schön, wenn der Rest dieses Festivaltages bald auch noch auf DVD erschiene. Mit "LYNYRD SKYNYRD - Live At Rockpalast" gibt's nun jedenfalls ein erstes Schmankerl davon.

Epi Schmidt, 19.10.2008

 

(C) 2008 - 2020 by Hooked on Music