Magnum

An Introduction To...

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 30.10.2004
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


Magnum
An Introduction To..., Castle Music/Sanctuary Records, 2004
Bob Catley Vocals
Tony Clarkin Guitars
Dave Morgan & Colin "Wally" Lowe Bass
Richard Bailey & Mark Stanway Keyboards
Kex Gorin & Jim Simpson Drums
Länge: 77 Min 01 Sek Medium: CD
1. In The Beginning10. The Spirit
2. Kingdom Of Madness11. Sacred Hour
3. Invasion12. The Lights Burned Out
4. Great Adventure13. The Price
5. Changes14. The Word
6. All Of My Life15. How Far Jerusalem
7. If I Could Live Forever (live)16. Just Like An Arrow
8. Reborn (live)17. On A Storyteller's Night
9. Soldier Of The Line

Mit "Brand New Morning" haben MAGNUM jüngst ein Album veröffentlicht, das einen Aufwärtstrend erkennen lässt, jedoch nicht auf ungeteilte Begeisterung gestoßen ist. Von daher wird es im HoM nicht nur bei einer Kritik bleiben, ein Kollege ist noch dabei die richtigen Worte zu finden. Wie heißt es so schön: Demnächst in diesem Theater!!

Als ich mir vor einigen Wochen den neuen Longplayer bestellte, dachte ich an zurückliegende Konzerte und einige Songs die immer wieder gerne gespielt und vom Publikum dankend angenommen wurden. Hierbei handelt es sich um Material aus der Zeit vor "On A Storyteller's Night". Und was bietet sich da mehr an als ein Sampler, wenn man die Alben jener Zeit nicht sein eigen nennt. Derer gibt es auch im Falle MAGNUM einige und beim Suchen stieß ich auf die in diesem Jahr veröffentlichte CD "An Introduction To...". Die Scheibe bietet Auszüge aus sämtlichen Alben bis 1985.

Wer MAGNUM nur anhand der Phase "...Storyteller's..." bis "Wings Of Heaven" mag, sollte mit dem Kauf vorsichtig sein und vorab einen Anhörtest vornehmen. Die enthaltenen Tracks unterscheiden sich teilweise doch arg von dem Material der späteren Tage, auch die von den Konzerten her eher geläufigen Songs Kingdom Of Madness, Soldier Of The Line, The Spirit oder Sacred Hour erscheinen in vielleicht ungewohnten Versionen. Mehr verspielt als straight und The Spirit in der elektrifizierten Version.

Den Anfang machen In The Beginning, Kingdom Of Madness und Invasion vom Debut "Kingdom Of Madness" (1978). Die Songs sind relativ rockig, haben aber immer wieder Passagen wo man ihnen deutlich die 70er Jahre anmerkt - als man im Allgemeinen noch experimentierfreudiger war. Da wird schon mal das Tempo verändert, akustische Passagen wechseln ins Elektrische, Flöten und dominierende Keyboards sind keine Seltenheit. Wer mit den frühen GENESIS, MARILLION oder überhaupt verspieltem britischen Rock dieser Zeit etwas anfangen kann wird hier gut bedient.

Der Longplayer "Magnum II" (1979) wird durch Great Adventure, Changes und All Of My Life präsentiert. Produzent war TEN YEARS AFTER Bassist Leo Lyons, der auch schon als Knöpfchendreher bei diversen UFO Alben mitwirkte.
Great Adventure beginnt dramatisch und steigert sich während einsetzender Keyboards, um dann plötzlich wieder mit akustischen Gitarren fortzusetzen. Kurz setzt ein schweres Riff ein, die Keyboards kommen wieder... Ihr merkt schon, es wird vertrackt. Changes beginnt mit schweren Keys doch mit Einsetzen des Gesangs verliert der Song an Schwere und wirkt besonders im Refrain irgendwie unmelodisch. Wie soll ich sagen, klingt so als hätte man vorgehabt einen mächtigen Song zu schreiben und ist auf halbem Weg stehen geblieben.
All Of My Life beginnt mit lässigem Piano und Bob Catley habe ich auch schon inspirierter erlebt. Der schwache Chorus bewegt einen schnell zur Skip-Taste.

1980 veröffentlichten MAGNUM den im Londoner Marquee live mitgeschnitten Longplayer "Marauder". Die davon verwendeten If I Could Live Forever und Reborn zeigen die Band wieder mehr in Richtung härteren Rock tendierend. Aber aufpassen, MAGNUM sind nie eine kompromisslose Hard'n'Heavy Kapelle gewesen und so glänzt man hier auch durch eine ziemliche Vielfältigkeit.
Reborn kommt einen Zacken heftiger daher, aber mit der New Wave Of British Heavy Metal jener Tage hat man nichts gemein. Immer wieder wechseln die Passagen innerhalb des Songs, von Flöte über Keyboard bis zur vertrackten Sologitarre und mit Sicherheit kein headbangin' stuff. Wahrscheinlich auch ein Grund für den auf sich warten lassenden Durchbruch.

Soldier Of The Line, The Spirit, Sacred Hour und The Lights Burned Out stammen vom 82er Output "Chase The Dragon". Die ersten drei sind aus den Auftritten der Band nicht mehr hinwegzudenken. Sie weisen eine relative Härte auf (wie immer für magnumsche Verhältnisse) und machen Lust auf das komplette Album.
Produzent Jeff Glixman (u.a. KANSAS, SAXON, GEORGIA SATELLITES) hatte, wenn man die Meßlatte anhand dieser drei Tracks anlegen kann, MAGNUM den bis dato besten Sound verpasst.
Für die Coverfans unter Euch sei ein gewisser Rodney Matthews erwähnt. Die britische Artwork-Koryphäe entwarf ein Cover welches wie maßgeschneidert zur Musik passte. Mit "Chase The Dragon" erreichten MAGNUM erstmals die UK Top Twenty.

"The Eleventh Hour" von 1983 ziert ein weiteres Fantasy-Cover Rodney Matthews, die beiden hier vertretenen Auszüge The Prize und The Word erweisen sich von unterschiedlicher Güte. Während The Prize "rockig" an die Songs vom Vorgängeralbum anknüpft und eine echtes Highlight darstellt, handelt es sich im Falle The Word um eine aufgeblasen wirkende Pompballade bei welcher der Eindruck des "wohin nun?" entsteht.
Wie man dem Booklet entnehmen kann, litt die Band unter finanziellen Problemen, weshalb wahrscheinlich Tony Clarkin mit Hilfe Bob Catley für die Produktion zuständig war. Nach ihrem Auftritt beim Reading Festival 1983 standen MAGNUM vor der Auflösung.

1985 fand man sich mit einem neuen Drummer noch einmal zusammen und erreichte mit "On A Storyteller's Night" den finanziellen Durchbruch. How Far Jerusalem, die damalige Single Just Like An Arrow und der Titelsong On A... zeigen MAGNUM in der Verfassung welche die großen Jahre der Band einläutete. Die Songs bilden ein Appetithäppchen für alle welche dieses wunderbare Album noch nicht ihr eigen nennen. Rodney Matthews lieferte auch hier covermäßig erneut ein Meisterwerk ab.

"An Introduction To..." bietet Interessierten einen Überblick die früheren Jahre MAGNUMs betreffend. Das recht ausführliche Booklet, auch mit Bildern aus den verschiedenen Phasen glänzend, führt die Geschichte der Band in Worten weiter bis kurz vor der Veröffentlichung von "Brand New Morning". Da stellt sich die Frage, ob es tatsächlich große (rechtliche) Probleme bereitet hätte, das Ganze auch musikalisch bis "Breath Of Life" weiterzuführen.
Das hier vorliegende Album wird unter dem Preis einer normalen CD verkauft und bietet einen idealen Einstieg für Leute die sich nicht alle Alben kaufen möchten. Die Chance einen großartigen Sampler zu veröffentlichen wurde mit dem Stop im Jahre 1985 vertan.

Jürgen Ruland, 30.10.2004

 

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