Magnum

Brand New Morning,

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Jürgen Ruland


Magnum
Brand New Morning, Steamhammer/SPV, 2004
Bob Catley Vocals
Tony Clarkin Guitars
Al Barrow Bass
Mark Stanway Keyboards
Harry James Drums
Produziert von: Tony Clarkin Länge: 55 Min 23 Sek Medium: CD
1. Brand New Morning6. The Last Goodbye
2. It's Time To Come Together7. Immigrant Son
3. We All Run8. Hard Road
4. The Blue And The Grey9. The Scarecrow
5. I'd Breathe For You

Was fällt dem Normalsterblichen zum Begriff "Magnum" ein? Ein Privatdetektiv auf Hawaii, eine 44er, eine Langnese Eiscreme... aber fehlt da nicht noch was? Hallo, jetzt aber mal ernsthaft die kleinen grauen Zellen strapaziert...
Und, immer noch nix? Hey, ich gebe zu, es lag wohl nicht nur am zuweilen übermäßigen Genuss des Gebräus nach dem deutschen Reinheitsgebot, dass mir da beinahe erneut etwas durch die Lappen gegangen wäre. Das Album "Breath Of Life" zum Bleistift fiel mir absolut nicht auf!! Und jetzt??? Ja, die Rede ist von den britischen Prog- (?), Epic- (?), Melodic- (?), was weiß ich sonst noch "-Rockern" MAGNUM (na endlich!!), die ich schon in der Versenkung wähnte. Deren gerade veröffentlichtes Album "Brand New Morning" beweist ein weiteres Mal, dass Totgesagte oft länger leben als man zu glauben vermag.

Spätestens mit "On A Storyteller's Night" erreichten die Briten 1985 ein breiteres Publikum. Wer heute von Covern der Krefelder BLIND GUARDIAN schwärmt, sollte sich das zu "Storytellers..." einmal zu Gemüte führen. 1986 folgte mit "Vigilante" (Produzent: QUEENs Roger Taylor) ein zweiter Geniestreich. Etwas glatter klingend, aber bombastisch par Excellenze. Den kreativen und wohl auch kommerziellen Höhepunkt ihrer Laufbahn, insbesondere im United Kingdom, erreichen MAGNUM 1988 mit dem Meisterwerk "Wings Of Heaven". Als 2 Jahre später mit "Goodnight L.A." eine Stiländerung präsentiert wird und man hin zu kürzeren und vor allem kommerzielleren Songs tendiert, lässt sich der Niedergang schon erahnen.
Anfang der Neunziger löst sich das Quintett auf und wandelt teilweise auf Solopfaden. Besprechungen von Alben dieser Zeit vermelden zwar stellenweise MAGNUM Trademarks, aber so richtig aus dem Quark kommt das alles nicht. Für mich hatte sich die Band verabschiedet und war in absolute Vergessenheit geraten. In eine so tiefe, dass selbst das Comeback-Album spurlos an mir vorüberging. Nun also "Brand New Morning"...

Der brandneue Morgen präsentiert die Band in einer veränderten Besetzung. Ausnahmesänger Bob Catley glänzt wie in den "alten" Zeiten mit einer prima vokalistischen Leistung, Gitarrist und alleiniger Songschreiber Tony Clarkin hat ebenfalls da angeknüpft wo er 1988 aufhörte, Keyboarder Mark Stanway ist ebenfalls wieder mit von der Partie. Die Neuzugänge sind All Barrow (Bassist bei HARD RAIN, dem Projekt Clarkins und Catleys in den Neuzigern) und THUNDERs Trommler Harry James. Mr. James stellt eine absolute Bereicherung dar, sein heavy Drumming gibt dem Album einen enormen kick in the ass.
Der Sound auf "Brand New Morning" überrascht wahrscheinlich nicht nur mich. Druckvoll, transparent, eine heftige schwere Gitarre, man glaubt es kaum. Eine Gitarre? Live müssen die Jungs wohl noch einen zweiten Mann an den sechs Saiten anheuern. Die Keyboards beschränken sich auch nicht ausnahmslos aufs "Lücken füllen", viele Songs leben auch von ihren Pianopassagen.

"Brand New Morning" verfügt über die atmosphärische Dichte von "On A Storytellers Night", die schönen Melodien von "Vigilante" und besitzt mit The Scarecrow einen überlangen Track, wie er auch mit Don't Wake The Lion auf "Wings OF Heaven" zu finden war.
MAGNUM präsentieren sich in einer Form, dass man die lange Durststrecke gar nicht glauben kann. Das Album geht sicherlich als der definitive Nachfolger von "Wings Of Heaven" durch und man fragt sich nach dem "warum erst jetzt". "Brand New Morning" enthält "nur" neun Songs. Nur? Die Spieldauer beträgt über 55 Minuten und gerade zwei Tracks unterschreiten die Fünf-Minuten-Grenze. In diesem Fall kann man von einem Album reden, welches wie aus einem Guss klingt und keine Füller oder unnötigen Bonus-Tracks benötigt.

Wer melodischen Rock mit Tiefgang und gleichzeitig mächtigem Sound mag, liegt hier goldrichtig. Höhepunkte zu nennen fällt schwer, der mächtige Opener und Titelsong ist bereits das erste Beispiel. We All Run und The Blue And The Grey sind einem Need A Lot Of Love ("Vigilante", 1986) durchaus ebenbürtig und glänzen durch einfach wunderschöne zeitlose Melodien. I'd Breathe For You kommt mächtig daher und zeigt die Band von einer härteren Seite. The Last Goodbye beginnt mit einer überraschenden Pianoeinleitung, um anschließend heftig abzurocken (wohlgemerkt, für MAGNUM Verhältnisse) und verfügt über einen wiederum einfach nur genialen Refrain. Absoluter Live-Favorit, wetten? The Scare Crow muss man öfter hören, der Song wächst mit jedem Durchgang.

"Brand New Morning" ist kein "Storytellers...", kein "Vigilante" und auch kein "Wings Of Heaven". Es hat von allem etwas und noch viel mehr. Das Album ist sicherlich jenes, welches man 1990 erwartet hatte. Gut Ding will zuweilen Weile haben, aber hier hat sich das Warten gelohnt. MAGNUM haben einen absoluten Volltreffer gelandet und es ist ihnen zu wünschen, dass die alten Erfolge zumindest teilweise wieder eintreten.

Jürgen Ruland, 11.10.2004

 

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