Udo Lindenberg

Mannheim, SAP Arena, 10.03.2012

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 13.03.2012
Stil: Deutsch Rock

Links:

Udo Lindenberg Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Udo Lindenberg,
Mannheim, SAP Arena, 10.03.2012

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Bereits seit Monaten - so heißt es auf der Homepage der SAP Arena - ist dieses Konzert ausverkauft und die Söhne und Töchter Mannheims und der restlichen Republik strömen in Scharen herbei, um das Premierenkonzert von Udo Lindenberg zu sehen. Der Laufzeit der "ewigen Linde" entsprechend ist der Altersdurchschnitt eher etwas höher, doch finden sich auch erstaunlich viele jüngere Fans im Publikum. Geschuldet sicher nicht zuletzt dem Erfolg des "MTV Unplugged" Albums und den Künstlern jüngeren Datums, die Udo immer wieder um sich versammelt.
Kurz nach Acht verdunkelt sich die Halle unter Jubel und wo eben auf der Leinwand noch Luftfahrtschiffe zu sehen waren, schwebt nun tatsächlich ein leibhaftiger Zeppelin in die Saalmitte und in dem Korb an der Unterseite wiegt sich bereits der Panikpräsident, bereit zur Landung auf dem Affenstern.
Zwei Grazien empfangen ihn auf dem Laufsteg und mit Odysee leiten Udo und sein Panikorchester das Konzert unerwartet heftig rockend ein. Halbe Sachen gibt es bei Udo nicht und so wird hier mit vollem Arsenal aufgefahren. Das Motto der Tour folgt mit Ich mach mein Ding und wo ich schon befürchte, es würde jetzt zu beschaulich, lässt die Band anschließend ein flottes Boogie Woogie Mädchen vom Stapel. Na, ganz offensichtlich hat Udo für Jeden was im Gepäck. Mit Jan Delay - dessen Stimme Udo mit zugekniffener Nase trefflich imitiert - kommt auch schon der erste Gaststar für Eigentlich bin ich ganz anders auf Bühne und Rampe. Der Sound ist richtig gut in dieser Halle, nicht zu laut, nicht zu leise und fast glasklar.

Und es dauert nicht lange und mit Clueso folgt der nächste Gast. Zur Premiere will Lindi ein richtiges Feuerwerk abbrennen und er verleiht seiner Freude wieder in großen Hallen zu spielen auch Ausdruck. Natürlich kommt jetzt Cello, dass sich nach all den Jahren plötzlich wieder zu einem Hit gemausert hat. Ein Cello wird hier zwar nicht gespielt, aber eines präsentiert und zu den Klängen räkelt sich ein sehr gelenkiges Girl in einer Glaskugel über den Reihen.
Die Band setzt sich überwiegen aus Veteranen zusammen: Bertram Engel am Schlagzeug, Steffi Stephan am Bass, Jean-Jacques Kravetz an den Tasten und Hannes Bauer an der Gitarre - Urgesteine des deutschen Rocks! Dazu noch Jörg Sander an der zweiten Gitarre. So klassisch wie die Auswahl ihrer Gitarren so klassisch rocken und klampfen sich Bauer und Sander durch die Songs. Gerne mal Schulter an Schulter auf dem gern genutzten Laufsteg.
Da passt es, wenn so ein hart rockender Song wie Sie brauchen keinen Führer gespielt wird. Udo nimmt kein Blatt vor den Mund und die Bilder auf der Leinwand machen gleichfalls deutlich, was er von den Nazis hält. Und erfreulicherweise auch das Publikum, denn der Text wird lautstark mitgesungen. Die "Bunte Republik Deutschland" ruft Udo denn auch nochmals aus und verweist darauf, dass Mannheim bereits ziemlich frei wäre von "Braun". Hoffen wir es.
Trotz der tollen Band sind es Udos Texte, die die Menschen am meisten berühren und so findet sich mit Nathalie Dorra die nächste Bereicherung ein, um Was hat die Zeit mit uns gemacht? mit Udo im Duett zu zelebrieren. Da fühlt sich der Meister natürlich immer besonders gut, wenn sich so junge Mädels mit ihm auf der Bühne befinden. Der lindenbergische Schlendergang gelingt so gleich noch etwas geschmeidiger.
Überhaupt ist Udo gut in Form. Die Stimme ist noch gut in Schuss, auch wenn sie natürlich vom Chor und den Gastsängern Unterstützung erhält. Wer, in dem Alter, kommt ohne das aus? Und auch optisch macht er eine gute Figur, nur wenn er die Brille abnimmt und sein Gesicht groß auf der Leinwand zu sehen ist, sieht man den Zahn der Zeit. Udo hat damit offenbar kein Problem.

Und konditionell ist Lindi ebenfalls in Form. Den Weg zur kleinen Bühne ihm hinteren Teil der Halle legt er zu Fuß zurück, um dort - nur von ein paar Akustikgitarren unterstützt - um dort einen weiteren Klassiker zu präsentieren: Vakuum! Ich bin mir sicher, ein paar Tränen der Rührung standen in manchem Auge. Und wenn das nicht genügt, dann auch noch 0-Rhesus Negativ hinterher! Linden-Herz, was willst du mehr? Nach dem tödlichen Biss des plötzlich auftauchenden Vampirs muss der Sänger aber dann doch mit der Pritsche zurück zur Hauptbühne transportiert werden. Um sich und Zuschauer gleich darauf in Straßenfieber zu stürzen. Ein weiterer Wahnsinns-Song, auf den ich kaum zu hoffen gewagt habe!
Klare Worte gibt’s immer vom Deutschrocker und die richten sie an Leute wie Putin und Assad genauso wie an die UNO - Udo legt den Finger in die Wunde und wenn es sein muss, mit der Unterstützung der "Lindenzwerge". Einem Kinderchor, der ihn für das stets aktuelle Wozu sind Kriege da unterstützt. Da muss man keine Scham haben, auch als Erwachsener mitzusingen.
Auch für die bald folgende Honky-Tonky-Show sind die "Zwerge" mit von der Partie, doch zuvor kommt mit Gegen die Strömung noch weiterer Publikumsfavorit zum Zuge. Mann, was es noch alles für Lieder heute Abend geben könnte: Candy Jane etwa, oder Andre Dorea, Reeperbahn, Mädchen aus Ost-Berlin ... und es gibt sie! Ein Hit nach dem anderen kommt von der Bühne und alle Gäste - zu denen natürlich auch die Sängerinnen Vanessa Mason und Ellen ten Damme gehören - finden sich wieder ein. Bis ganz am Schluss der Panik-Präsident doch wieder alleine sein Luftschiff besteigt und zu den Klängen von Goodbye Sailor sich in die Lüfte erhebt und hinter die Bühne schwebt. Die Halle winkt kollektiv zum Abschied und nur einen Moment lang erschrecken mich die Feuersalven am Bühnenrand, angesichts der Geschichte der Zeppeline. Aber eines ist ja klar und in Honky-Tonky-Show wurde bereits das passende Motto verkündet: "Unsere Show will jeder sehen und deshalb muss sie weiter gehen"! Ein beeindruckendes Konzert geht zu Ende und zufriedener als die Leute hier, kann man eine Konzerthalle kaum verlassen. Tolle Leistung von allen Beteiligten!

Epi Schmidt, 10.03.2012

 

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