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Grungetown Hooligans II

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 18.06.2020
Jahr: 2020
Stil: Alternative Rock
Spiellänge: 23:55
Produzent: Hanno Klänhard

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Promotion: Oktober Promotion


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Mudhoney

Titel
01. The Bomb (L7)
02. Puss (THE JESUS LIZZARD)
03. 100% (SONIC YOUTH)
04. Ghost Highway (MAZZY STAR)
 
05. Can I Run (L7)
06. Bruise Violet (BABES IN TOYLAND)
07. Who You Drivin Now (MUDHONEY)
08. Knot (7 YEAR BITCH)
Musiker Instrument
Hanno Klänhard Gesang & Gitarre
Erinç Sakarya Schlagzeug & Gesang

Seitdem das norddeutsche Duo MANTAR vor sechs Jahren mit ihrer Debüt-Scheibe, “Death By Burning“, erstmals in der Szene für Aufsehen sorgte waren Hanno Klänhard (Gesang & Gitarre) und Erinç Sakarya (Schlagzeug & Gesang) extrem produktiv: es folgten in diesem Zeitraum zwei weitere Studio-Alben, eine Live-LP und eine EP. Und jetzt fand das Duo, es sei mal wieder an der Zeit, sich selber etwas zu gönnen, ohne Erwartungshaltung und ohne feste Ziele – einfach nur aus Spaß. Da kam die Idee einer Coverplatte gerade recht. Wer nun aber Songs von BLACK SABBATH, SLAYER oder aber auch BLACK FLAG erwartet hat, der sieht sich getäuscht.

(Foto: Christoph Eisenmenger)

Denn die beiden Musiker haben sich speziell an ihre musikalische Sozialisation erinnert – und die fand in den frühen 1990er Jahren statt. Damals war “Grunge” das große Ding und ging nahtlos (weil man ja Grunge auch immer geographisch mit Seattle assoziiert) in den so genannten Alternative Rock über. Und umso tiefer man in die Materie eintauchte, umso mehr Perlen konnte man – abseits der allseits bekannten Szene-Größen - finden. Und so haben auch MANTAR einen großen Bogen um allzu bekannte Songs und Interpreten gemacht – und sich eher tief durch die Plattenkiste gewühlt und sind mit einer ganzen Reihe an feinen Songs wieder aufgetaucht.

Die bekanntesten Namen, die sie dabei habe sind zweifelsohne die Noise Rock-Ikonen SONIC YOUTH und die Grunge-Helden aus der zweiten Reihe MUDHONEY. Und wer in den 90er Jahren noch jung war, wie es der Schreiber dieser Zeilen für sich in Anspruch nimmt, der kennt natürlich auch noch L7, THE JESUS LIZZARD, BABES IN TOYLAND und MAZZY STAR sowie 7 YEAR BITCH. Überraschend ist denn aber doch, wie eine Metal-Band wie MANTAR diesen Alternative-, Punk- und Noise-Rock dann aber mit sehr viel Liebe und Hingabe umsetzt und den Originalen damit dann sehr würdig und leidenschaftlich den Tribut zollt.

Dabei wird aus dem L7-Kracher The Bomb eine fast Industrial Metal-mäßige Granate. Puss von THE JESUS LIZZARD scheint mehr Düster-Rock zu beinhalten als das Original, krawallt aber trotzdem sehr mitreißend und groovig aus den Boxen. 100%  würdigt dann gewohnt punkig-noisig die legendären SONIC YOUTH, bevor dann die MAZZY STAR-Nummer Ghost Highway dann ein absolutes Ausrufezeichen setzt. Hier passt der gewohnt verzerrte Gesang von Klänhard wunderbar zu dem groovigen und immer wieder melodiösen Song. Mit Can I Run haben MANTAR noch ein zweites Stück von L7 aufgenommen, wie sie generell eine gewisse Faszination für female-fronted Bands offenbaren, denn auch die BABES IN TOYLAND, von denen das folgende sehr energiegeladene Bruise Violet stammt und 7 YEAR BITCH, deren rabaukenhaftes Knot die Scheibe würdig beendet. Dazwischen wird noch eine Riff-lastiige Who You Drivin Now der Seattle-Underground-Helden MUDHONEY zelebriert und rundet eine wirklich rundum gelungene Cover-Scheibe ab

Aufgenommen wurden die Songs bis auf die Drums, die man lieber auf sicher in Hamburg im Studio aufnahm, in Hanno´s Wohnzimmer in Gainesville, Florida. Gemischt wurde dann im “Black Bear Studio”, einem der bekanntesten Studios der Punkszene in Florida. MANTAR agierte beim Produzieren ihrer Platten schon immer weitestgehend nach dem Motto Do-It-Yourself, aber mit den Coversongs ist die Band auch in Sachen Home-Recording eben noch mal einen Schritt weitergegangen. Und außerdem bringen sie die Scheibe auch noch selber raus. Das entspricht alles auch sehr der Attitüde, die damals den Grunge- und Alternative Rock-Bands eigen war. Und mit “Grungetown Hooligans II“ zelebrieren MANTAR diese Songs und Bands mit der für die Band – aber auch den Vorbildern - so typischen Dynamik, Leidenschaft und Energie. Wer dabei ruhig sitzen bleiben kann, der hat vermutlich keinen Puls mehr.

 

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