Markus Rill

Bag Of Tricks

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 10.11.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Bag Of Tricks, Eigenvertrieb, 2008
Markus RillVocals, Guitar, Harmonica
Andi ObiegloPiano
Dennis SchützeElectric Guitar
Jan van BijnenGuitar, Lap Steel
Christoph SchwabUpright Bass
Jan HeesDrums
Bernie BatkeBass Guitar
Sunny Sweeny, Todd ThibaudVocals
Oli StanglPedal Steel, Electric Guitar
Martin HuchWeissenborn Lap Slide
Produziert von: Markus Rill & Andi Obieglo Länge: 44 Min 15 Sek Medium: CD
01. Kill Will07. I Still Miss Someone
02. Can't Help Falling In Love08. Guitar Town
03. Ghost Riders In The Sky09. Tender Mercies
04. If I Were A Carpenter10. Nadine
05. Not Dark Yet11. Understand Your Man/Don't Think Twice
06. Brown-Eyed Handsome Man12. Six Days On The Road

Markus Rills Qualitäten als Songschreiber und Interpret seiner eigenen Kompositionen sind mittlerweile unbestritten. Der Würzburger Roots-Künstler hat sich inzwischen etabliert und gilt insbesondere auch bei seinen amerikanischen Kollegen als feste Größe und Qualitätsgarant. Seine beiden letzten Alben überzeugten durch kompromisslose Geradlinigkeit und absolute Integrität.

Nun hat sich der süddeutsche Sänger und Gitarrist aus einer Laune heraus dazu entschlossen, seinen Fans und Freunden ein Album voller Cover-Songs zu präsentieren (mal abgesehen von einem Rill-Original: Kill Will). Wie Markus in den Liner-Notes seiner "Bag Of Tricks" betitelten Scheibe zu berichten weiß, steckt kein ausgeklügeltes Konzept hinter dieser 12-Song-Sammlung, sondern einfach nur die Idee, ein paar schöne, nette, unterhaltsame und mehr oder weniger aus den Ärmeln geschüttelte Coversongs auf Tonträger zu bannen, bevor sie nutzlos in den Archiven verstauben. Keine aufwändige Produktion, sondern reine Spontanietät mit ein paar kleinen und ganz wenigen Erweiterungen, wenn z.B. Markus' kurzlebige Country-Band LOS SOLITARY MEN zum Zuge kommt und knackiges Rockabilly-Zeugs raushaut oder sich an klassischen Chuck Berry Liedern versucht (Browneyed handsome men) und dabei eher klingt wie eine ROLLING STONES Coverband. Chuck Berrys Nadine hingegen überzeugt da schon mit etwas mehr ungestümen Charme als vorgenannter Song. Auch Steve Earles Guitar town kommt nicht schlecht rüber, wirkt verglichen mit dem Original aber ein wenig gehetzt und besitzt nicht den coolen Hüftschwung der Achtziger Jahre Earle-Nummer. Rills Duett mit seinem Blue Rose Kumpel Todd Thibaud, in diesem Falle auf Rich Hopkins Tender mercies wirkt wie mit heißer Nadel gestrickt und überzeugt nicht vollends. Das vorwitzige Cash/Dylan'sche Zwittergebilde Understand your man/Don't think twice und Earl Montgomerys Six days on the road treffen dafür wieder voll ins Schwarze.

Es wäre in der Tat schade gewesen, dieses tönende Dutzend der bloßen Selbstbefriedigung zu überlassen. Meine kritischen Anmerkungen sollen den positiven Gesamteindruck dieses Albums keineswegs schmälern. Rills Intention, Spaß zu vermitteln geht hier voll auf. Es werden sich genügend Roots-Music Interessenten finden lassen, die diesen meistenteils recht einfach gehaltenen, doch deswegen kaum weniger überzeugenden Arrangements etwas abgewinnen können. Allein Rills skelettierte Version des alten Elvis Presley Hits Can't help falling in love ist das Geld schon wert und macht die eine oder andere schwächere Interpretation mehr als wett. Markus singt natürlich nicht so toll wie der King, doch die Atmosphäre dieser Rill'schen Version geht tief unter die Haut. Große Klasse.

Überhaupt, Rill scheint sich hier (wie gerne auch auf seinen regulären Alben) tatsächlich als Balladenspezialist etablieren zu wollen. Bob Dylans Not dark yet verfügt über ähnlich feinfühlige Qualitäten wie oben erwähntes Elvis-Stück. Das liegt u.a. auch an der fabelhaften Pianobegleitung des alten Rill-Kumpels Andreas Obieglo, der seine Tastenarbeit auf ganz spezielle und bewegende Art und Weise einzubringen versteht. Volltreffer.
Kurzum, "Bag Of Tricks" ist trotz gelegentlicher, kleinerer Aussetzer ein feines Album geworden und sollte als sogenanntes Übergangsalbum die Wartezeit auf Markus Rills nächstes reguläres Studiowerk standesgemäß verkürzen. Bestellt euch dieses in kompletter Eigenregie produzierte Album auf Markus Rills Website oder auch bei Baerchen Records. Ihr werdet nicht enttäuscht sein.

Frank Ipach, 10.11.2008

 

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