Markus Rill

Hobo Dream

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 11.08.2004
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Markus Rill
Hobo Dream, Blue Rose Records, 2004
Markus Rill Lead & Shadow Vocals, Acoustic Guitar
Duane Jarvis Electric Guitars, Tambourine
Rick Plant Bass
Billy Block Drums
Steve Conn Organ, Accordion, Wurlitzer
Dave Coleman Harmony Vocals, Shaker
George Bradfute Electric & Acoustic Guitar
Jim Stringer Electric Guitar
Bobby Snell Pedal Steel
Vance Hazen Bass
John Hahn Drums
Dennis Schütze Dobro
Sergej Baslykov Standup Bass (Where Do We Go From Here)
Dieter Engelhardt Electric Guitar (Where Do We Go From Here)
Patrik Gröhn Accordion, Twin Peaks Guitar (Where Do We Go From Here)
Sebastian Landsleitner Drums (Where Do We Go From Here)
Karen Poston Vocals
Produziert von: Duane Jarvis Länge: 51 Min 35 Sek Medium: CD
1. Heartbreak Town8. Not Yet Shipwrecked
2. Hobo Dream9. Rose's Song
3. Cowboy Blue10. Roll On
4. Where Do We Go From Here11. Love Has Dragged Me Down This Road Before
5. 3.05 a.m.12. Winning Streak
6. Bottle Of Lies13. Far Away From Home (Yet Home)
7. Dying Bed

Deutsche Künstler zu besprechen hat doch immer was für sich, zumal, wenn sie gerade mal eine halbe Stunde von mir entfernt wohnen und auch noch selbst als Schreiber in einer Lokalzeitung mitwirken.
Der Markus ist also ein Unterfranke und die gelten ja bekanntlich nicht als die aufgeschlossensten und kontaktfreudigsten Bewohner dieses Planeten. So gesehen ist es an sich schon eine Leistung, aus der Bischofsstadt Würzburg zu kommen und als Musiker in die weite Welt hinauszuziehen.

Für sein aktuelles Album ist er sogar bis nach Nashville gewandert und das hat sich wirklich gelohnt. Mit einer ganzen Riege von Session-Cracks sollte eigentlich nix schief gehen und ein Ohrwurm wie Heartbreak Town möchte das schon gleich bestätigen. Schön twangen die Gitarren in diesem flotten Opener und akustische Gitarren und Orgel legen einen dichten Teppich darunter. Produzent Duane Jarvis hat selbst mit in die Saiten gegriffen und einen prima Sound auf CD gebannt.
Mit Hobo Dream begibt sich Markus Rill wieder in eine, bei ihm oft bevorzugte, dunklere Stimmung, die mir normal nicht so gefällt, aber bei diesem Country-Song, der sehr gut die Atmosphäre eines Reisenden vermittelt, kann ich mich durchaus mit anfreunden.
Cowboy Blue schaltet dann noch einen Gang zurück, aber lahm wird diese Ballade trotzdem nicht. Dafür sorgt nicht zuletzt die hervorragende Band, die diesem Song, teilweise einen leichten Tom Petty-Touch, angeführt von Duane Jarvis' Slide-Gitarre.

Am Gesang von Markus Rill gibt es auch nichts auszusetzen. Manchmal vielleicht etwas übertrieben, als wenn er einem die Worte direkt in die Gehörgänge pressen wollte, aber so ist nun mal sein Stil.
Jetzt folgt eine richtige Ballade und wenn man den Gesang von Karen Poston in Where Do We Go From Here hört, weiß man, dass das Publikum bei den Konzerten in deren Rolle nur scheitern konnte. Ansonsten ist mir das doch etwas zu seicht.
Da kommt mir 3.05 a.m. schon mehr entgegen. Nicht der Über-Rocker, aber es rollt gut, wird mit ein paar schönen STONES-Riffs verziert und Markus singt als wenn er dem "Boss" die Stelle bei der E-Street streitig machen wollte. An der Orgel diesmal George Bradfute, der u.a. schon mit Jason Ringenberg gearbeitet hat.

Tja, dann ist's mit der Herrlichkeit schon wieder vorbei und die Melancholie hält wieder Einzug in dem bewegenden Bottle Of Lies, welches mich wieder mal sehr an John Mellencamp erinnert. Doch, das kommt schon gut was Markus und die Band hier zelebriert.
Ähnliches gilt für Dying Bed, welches mit seinen leicht sphärischen Sounds etwas Wüsten-Rock-Charakter verbreitet. Trotzdem erfreut es doch, wenn mit Not Yet Shipwrecked wieder Fahrt aufgenommen wird. Das Akkordeon unterstreicht den "Seefahrt-Charakter" des Songs ebenso wie das auf und ab die Wellen suggerieren könnten. Geht auch wieder mehr in die Mellencamp-Ecke und macht schon gut Laune.
Das war natürlich nur ein Zwischenspurt, denn mit Rose's Song erklingt eine ruhige Country-Ballade. Bobby Snell lässt eine wundervolle Pedal Steel aufheulen, wie sie auch auf den frühen Scheiben der EAGLES öfter zu finden war. Für sich genommen ist das eine richtig gute Ballade.

Roll On täuscht mich zunächst mit einem langsamen, staubigen, dennoch brodelnden Slide-Intro. Statt der befürchteten weiteren Ballade, tritt Markus dann aber doch aufs Gaspedal und der Wagen setzt sich in Bewegung und rollt munter den Highway runter. Wenn da Dave Coleman ein paar Vocals beisteuert, fällt das so positiv auf, dass man dem Markus vielleicht für das nächste Album ein paar zusätzliche Background-Stimmen raten möchte.
Das macht Karen Poston im folgenden Love Has Dragged Me Down This Road Before z.B. wieder richtig gut und so lässt man sich, untermalt von der Pedal Steel, von diesem lupenreinen Countrysong gerne hinweg tragen.
Die beiden folgenden Songs pendeln im Midtempo irgendwo zwischen den genannten Springsteen und Mellencamp mit einem leichten Roots-Rock Touch und fast frag ich mich, warum die schwungvolleren Nummer erst weiter hinten auf der CD zu finden sind.
Warum mein Player 14 Songs anzeigt wird auch schnell aufgeklärt, als Markus' Stimme den Zuhörer begrüßt und einen "Cyberspace Lovesong" ankündigt. Allein zur Gitarre singt er in einem typischen, schmissigen "Country-Wechselbass"-Schema von der "Woman I've never seen" und sorgt damit, live wie auf CD, noch mal für gute Laune.

"Hobo Dream" ist also eine richtig gute Scheibe geworden (auch wenn mir persönlich noch die ein oder andere rockige Nummer fehlt) und dürfte in Deutschland in seiner Sparte eine Sonderstellung einnehmen.

Epi Schmidt, 11.08.2004

 

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